Kampf den Angebotslücken: Sachsen-Anhalt startet Millionen-Projekt für bessere Pflege
Mehr als 200.000 Menschen in Sachsen-Anhalt sind pflegebedürftig – und über 70 Prozent von ihnen werden im eigenen Zuhause betreut. Damit diese immense familiäre und gesellschaftliche Leistung auch in Zukunft tragfähig bleibt, geht das Bundesland nun neue Wege. Ein groß angelegtes Modellprojekt soll künftig passgenaue Angebote schaffen und gezielt aufdecken, wo es in der lokalen Versorgung noch hapert.
Premiere: Städte-Trio bündelt seine Kräfte
Unter dem Titel „MUVIS“ (Menschen im Vor- und Umfeld von Pflege unterstützen durch Integrierte Sozialplanung) schließen sich erstmals die drei kreisfreien Städte Magdeburg, Halle (Saale) und Dessau-Roßlau zusammen. Ziel dieser in Sachsen-Anhalt einmaligen Kooperation ist es, ein einheitliches Monitoringsystem zu entwickeln. Damit sollen Angebotslücken in den einzelnen Stadtteilen identifiziert und sogenannte „weiße Flecken“ in der Pflegestruktur aufgedeckt werden.
Laut dem Sozialministerium Sachsen-Anhalt soll das Projekt datenbasierte Grundlagen liefern, um den Zugang zu Pflege- und Unterstützungsangeboten spürbar zu erleichtern. Die gewonnenen Erkenntnisse und das entwickelte Monitoringsystem sollen langfristig auch anderen Kommunen im Land zur Verfügung gestellt werden.
Millionen-Förderung für ein Leben im gewohnten Umfeld
Gefördert wird das Vorhaben mit rund zwei Millionen Euro. Sozial- und Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) betonte im Rahmen der Projektvorstellung die enorme Wichtigkeit der häuslichen Pflege. Das neue Projekt solle maßgeblich zu einer besseren pflegerischen Versorgung beitragen, damit mehr Pflegebedürftige so lange wie möglich in ihrem gewohnten und geliebten Umfeld verbleiben können.
Innovative Praxisbeispiele: Von rollenden Bürgerämtern bis zur Alltagsbegleitung
Dass es bei dem Projekt nicht nur um trockene Datenanalyse geht, zeigen die konkreten Teilprojekte in den beteiligten Städten, die direkte Hilfe zu den Menschen bringen:
- Halle (Saale) setzt auf Mobilität: Mit dem Projekt „Pflege- und Pass-Mobil“ (PePaMo) schafft die Stadt ein aufsuchendes Angebot. Pflegeberatung sowie Leistungen des Pass- und Meldewesens kommen künftig direkt zu den älteren Menschen oder in die Pflegeeinrichtungen. Dies stärkt die gesellschaftliche Teilhabe von Personen mit Mobilitätseinschränkungen enorm.
- Dessau-Roßlau stärkt das soziale Umfeld: Unter dem Namen „LUMINA“ rückt die Stadt den sozialen Nahraum der Betroffenen in den Fokus. Hierbei werden unter anderem ehrenamtliche Senioren-, Demenz- und Alltagsbegleiter ausgebildet, um Betroffene in ihren vertrauten Lebensräumen aktiv zu unterstützen.
Mit diesem Vorstoß beweist Sachsen-Anhalt, dass die Herausforderungen des demografischen Wandels und des wachsenden Pflegebedarfs nicht nur auf dem Papier, sondern mit pragmatischen, bürgernahen Lösungen direkt vor Ort angegangen werden können.
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