Lebensgefährliches Bornavirus: Erster Fall in Mecklenburg-Vorpommern bestätigt

Dominik Hübenthal
Bornavirus in MV: Erster Fall im Landkreis Ludwigslust-Parchim

Ein seltener, aber extrem gefährlicher Krankheitserreger sorgt aktuell in Mecklenburg-Vorpommern für Alarmbereitschaft: Eine Person aus dem südwestlichen Landkreis Ludwigslust-Parchim hat sich mit dem Bornavirus infiziert. Dies markiert den ersten nachgewiesenen Fall in dieser Region. Angesichts der oft lebensbedrohlichen Folgen der Infektion rufen die Gesundheitsbehörden zur Vorsicht auf.

Schwere Gehirnentzündungen: Die Gefahr des Bornavirus

Eine Erkrankung durch das sogenannte klassische Bornavirus (BoDV-1) verläuft für den Menschen in der Regel lebensbedrohlich. Das Virus greift das zentrale Nervensystem an und löst schwere Entzündungen im Gehirn aus. Zu den typischen Symptomen zählen gravierende neurologische Ausfälle, Verhaltensauffälligkeiten sowie Sprach- und Gangstörungen. Im weiteren Verlauf der Krankheit fallen die Betroffenen häufig ins Koma.

Besonders fatal: Bis heute existiert keine wirksame medizinische Therapie gegen die Erkrankung. Wie ein Sprecher des Landkreises betonte, ist der Schutz vor einer Ansteckung daher das höchste und wichtigste Gebot.

Die Feldspitzmaus als unsichtbarer Überträger

Die Tierseuche selbst ist bereits seit über 100 Jahren bekannt. Dass das Bornavirus jedoch in Ausnahmefällen auch auf den Menschen übergehen kann, ist erst seit dem Jahr 2018 wissenschaftlich belegt. Als natürliches Reservoir und hauptsächlicher Überträger gilt die Feldspitzmaus. Die Tiere selbst erkranken nicht an dem Virus, scheiden den Erreger jedoch kontinuierlich über ihren Kot, Urin und Speichel aus.

Laut Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) kommt es in Deutschland jährlich zu etwa fünf bis zehn akuten Erkrankungen beim Menschen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch wurde bislang weltweit nicht dokumentiert. Die Gefahr geht stattdessen von kontaminierten Umgebungen aus.

So schützen Sie sich vor einer Ansteckung

Menschen infizieren sich meist zufällig durch den Kontakt mit den Ausscheidungen der Feldspitzmaus – oft über das Einatmen von kontaminiertem Staub. Das Gesundheitsamt rät deshalb zu strengen Hygienemaßnahmen, insbesondere in ländlichen Gebieten:

  • Schutzkleidung tragen: Nutzen Sie bei der Reinigung von Scheunen, Schuppen, Hühnerställen oder Holzlagern unbedingt Handschuhe und eine enganliegende FFP2-Maske.
  • Staubaufwirbelung vermeiden: Befeuchten Sie staubige Flächen vor dem Fegen leicht, um zu verhindern, dass potenziell virenbehaftete Partikel in die Atemwege gelangen.
  • Vorsicht bei toten Tieren: Fassen Sie tote Mäuse oder andere Kleinsäuger niemals mit bloßen Händen an. Nutzen Sie stattdessen eine Schaufel oder dicke Gummihandschuhe zur Entsorgung.

Der aktuelle Fall in Ludwigslust-Parchim

Die aktuelle Infektion wurde kürzlich durch das Landesamt für Gesundheit und Soziales offiziell bestätigt. Über den genauen Gesundheitszustand der betroffenen Person gibt es aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes keine detaillierten Angaben; es wurde von offizieller Seite lediglich mitgeteilt, dass der oder die Erkrankte am Leben sei.

Obwohl die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung insgesamt sehr gering ist, unterstreicht dieser erste Fall im Landkreis die Wichtigkeit von Präventionsmaßnahmen. Besonders Personen, die in der Landwirtschaft tätig sind oder in ländlichen Regionen Haus und Garten pflegen, sollten die Warnungen der Gesundheitsbehörden ernst nehmen.

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