Kliniken fordern Krisen-Milliarden: DKG warnt vor Versorgungs-Kollaps

Djamal Sadaghiani
Krisenresilienz: Krankenhäuser fordern mehr Geld für den Ernstfall

Deutsche Krankenhäuser stehen vor einer gewaltigen Herausforderung: Sie sollen auf alle denkbaren Krisen – von Pandemien über Naturkatastrophen bis hin zu Cyberangriffen – vorbereitet sein. Doch diese sogenannte Krisenresilienz gibt es nicht zum Nulltarif. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) und Vertreter der Ärzteschaft schlagen nun Alarm und fordern massive finanzielle Unterstützung von der Politik.

Politik in der Pflicht: Wer bestellt, muss auch bezahlen

Auf einer aktuellen Veranstaltung der DKG machte der Vorstandsvorsitzende Dr. Gerald Gaß seinen Standpunkt unmissverständlich klar. Die Kliniken seien grundsätzlich bereit, zusätzliche Aufgaben im Bereich des Katastrophenschutzes und der Krisenprävention zu übernehmen. Doch diese neuen, lebensrettenden Anforderungen müssten zwingend mit entsprechenden finanziellen Mitteln unterlegt werden. Laut Gaß liege der Ball nun eindeutig bei den politischen Entscheidungsträgern, von denen er ein rasches und handfestes Eingreifen erwarte.

Sichere Lieferketten statt reiner Preisdrückerei

Ein zentraler Schwachpunkt in der aktuellen Versorgungsstruktur ist die Beschaffung von medizinischen Gütern. Bislang sind die Einkaufsgemeinschaften der Kliniken primär darauf ausgerichtet, Materialien und Medikamente möglichst günstig zu erwerben. Im Krisenfall kann diese strenge Sparpolitik jedoch fatale Folgen haben, wenn globale Lieferketten zusammenbrechen. Die DKG fordert daher klare, gesetzliche Vorgaben, die nicht nur den Preis, sondern vor allem die Versorgungssicherheit und die Absicherung von Lieferketten in den Fokus rücken.

Bessere Datenkoordination und Pflichten für die Ärzteschaft

Neben der reinen Finanzierung muss auch die interne Struktur des Gesundheitswesens optimiert werden. Gaß sieht hier insbesondere die Krankenhausgesellschaft in der Verantwortung, die Datenerhebung und -verarbeitung zu zentralisieren und deutlich zu verbessern. Dies sei eine übergeordnete Aufgabe, die nicht allein den einzelnen medizinischen Fachgesellschaften überlassen werden dürfe.

Doch nicht nur die Politik und die Verwaltung sind gefordert. Auch das medizinische Personal muss sich auf neue Realitäten einstellen. Peter Bobbert, Präsident der Ärztekammer Berlin, betonte die dringende Notwendigkeit, dass sich die Ärzteschaft proaktiv in die Vorbereitung auf den Ernstfall einbringt. Ein starkes und resilientes Gesundheitssystem funktioniere nur, wenn alle Akteure – vom Pflegepersonal über die Ärzteschaft bis hin zum Management – an einem Strang ziehen.

Fest steht: Die Vorbereitung auf zukünftige Krisen duldet keinen Aufschub. Ohne ein massives finanzielles Bekenntnis der Politik droht die geforderte Krisenresilienz ein leeres Versprechen zu bleiben – auf dem Rücken der Patienten und des ohnehin stark belasteten Pflegepersonals.

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