Medizinisches Cannabis: Experten warnen vor zu hohem THC-Gehalt auf Rezept
Medizinisches Cannabis hat sich in den vergangenen Jahren als wertvolle Behandlungsalternative bei chronischen Schmerzen, Spastiken und anderen schweren Erkrankungen etabliert. Doch eine aktuelle Untersuchung offenbart nun eine besorgniserregende Entwicklung: In vielen Fällen wird Cannabis auf Rezept mit einem deutlich zu hohen Gehalt an Tetrahydrocannabinol (THC) verschrieben.
Die Ergebnisse der aktuellen Evaluation
Die zweite Zwischenauswertung des Konsumcannabisgesetzes (KCanG) bringt ein klares Ergebnis zutage: Die Wirkstoffstärke bei ärztlichen Cannabisverordnungen überschreitet oft das medizinisch notwendige und sinnvolle Maß. Experten schlagen Alarm, da ein zu hoher THC-Gehalt nicht zwingend zu einer besseren therapeutischen Wirkung führt, sondern stattdessen das Risiko für unerwünschte Nebenwirkungen signifikant erhöht.
Warum zu viel THC problematisch ist
THC ist der primäre psychoaktive Bestandteil der Cannabispflanze. Während Cannabidiol (CBD) eher beruhigend und entzündungshemmend wirkt, ist THC für die berauschende Wirkung verantwortlich. Besonders für ältere Menschen oder Patienten, die auf Pflege angewiesen sind, kann eine Überdosierung von THC zu erheblichen Problemen im Alltag führen. Dazu zählen Schwindel, Verwirrtheit, Herz-Kreislauf-Beschwerden und eine stark erhöhte Sturzgefahr.
Forderung nach neuen Richtlinien für Ärzte
Aufgrund der vorliegenden Datenlage fordern die Autoren des Evaluationsprojekts nun klare Beschränkungen. Es sollen verbindliche Obergrenzen für die Wirkstoffstärke bei medizinischen Cannabisverordnungen eingeführt werden. Ziel ist es, die Patientensicherheit zu erhöhen und sicherzustellen, dass die Therapie den größtmöglichen gesundheitlichen Nutzen bei minimalen Nebenwirkungen bietet.
Was das für Patienten in der Pflege bedeutet
Für Pflegebedürftige und deren Angehörige bedeutet dies vorerst keinen Grund zur Panik, jedoch einen Anlass zur Aufmerksamkeit. Wer aktuell medizinisches Cannabis verschrieben bekommt, sollte bei auftretenden Nebenwirkungen wie starker Müdigkeit oder Desorientierung zeitnah das Gespräch mit dem behandelnden Arzt suchen. Eine Dosisanpassung oder der Wechsel zu einer Sorte mit einem höheren CBD- und niedrigeren THC-Gehalt kann oft schon eine deutliche Besserung der Verträglichkeit bewirken, ohne den therapeutischen Erfolg zu gefährden.
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