Mehr Aufgaben, weniger Geld: Apotheken warnen vor fatalem Sparkurs

Dominik Hübenthal
Apotheken-Reform 2026: ABDA kritisiert Spargesetz der Regierung

Die Apotheken in Deutschland stehen vor einer paradoxen Situation: Einerseits sollen sie künftig eine noch wichtigere Rolle in der wohnortnahen Gesundheitsversorgung übernehmen, andererseits drohen ihnen durch geplante Einsparmaßnahmen empfindliche finanzielle Einschnitte. Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) schlägt nun Alarm und wirft der Bundesregierung eine widersprüchliche Gesundheitspolitik vor.

Zwei Gesetze, zwei Richtungen: Stärkung versus Sparkurs

Im Zentrum der Kritik stehen zwei Gesetzesvorhaben, die parallel in Bundestag und Bundesrat beraten werden. Auf der einen Seite steht das Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG). Es sieht vor, den Kompetenzbereich der Apothekenteams massiv auszuweiten. Künftig sollen sie verstärkt in die Prävention und Diagnostik eingebunden werden – etwa durch ein erweitertes Angebot an Impfungen, neuen pharmazeutischen Dienstleistungen und speziellen Gesundheitstests.

Auf der anderen Seite plant die Politik ein neues Kassenspargesetz, das genau diesen Apotheken weitere finanzielle Lasten aufbürden könnte. Für die Branchenvertreter ist dieses Vorgehen absolut unverständlich.

Mehr Aufgaben erfordern eine solide Basis

Laut der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände passt es nicht zusammen, die Apotheken einerseits stärken zu wollen und ihnen gleichzeitig die finanziellen Mittel zu entziehen. Wer in Zukunft mehr Leistungen von den Apotheken vor Ort erwarte, müsse auch sicherstellen, dass diese auf einer wirtschaftlich gesunden Basis agieren können.

Für die Umsetzung neuer Versorgungsangebote sind erhebliche Investitionen notwendig. Dazu zählen unter anderem:

  • Die Aufstockung von qualifiziertem Fachpersonal
  • Die Schaffung und Anpassung geeigneter Räumlichkeiten für diskrete Beratungen und Behandlungen
  • Die Anschaffung neuer medizinischer Ausrüstung für Diagnostik und Tests

Neue finanzielle Belastungen senden daher ein völlig falsches Signal an die Betriebe, die ohnehin schon unter einem enormen wirtschaftlichen Druck stehen.

Was das für Patienten und Pflegebedürftige bedeutet

Gerade für ältere Menschen und Pflegebedürftige ist die Apotheke vor Ort eine unverzichtbare Anlaufstelle. Wenn Apotheken aufgrund mangelnder Planungssicherheit und finanzieller Engpässe schließen müssen oder ihr Personal reduzieren, leidet die flächendeckende Versorgung. Die ABDA appelliert daher eindringlich an Bund und Länder, die versprochene Stärkung der Apotheken konsequent umzusetzen und diese nicht durch kurzsichtige Sparmaßnahmen direkt wieder zu unterlaufen.

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