Neue Studie warnt: E-Zigaretten mit Nikotin sind wahrscheinlich krebserregend

Djamal Sadaghiani
E-Zigaretten Krebsrisiko: Neue Studie warnt vor Nikotin-Vapes

Lange Zeit galten sie als die vermeintlich gesündere Alternative zur klassischen Tabakzigarette: E-Zigaretten und Vapes. Doch dieses harmlose Image bröckelt zunehmend. Eine aktuelle Auswertung australischer Forscher liefert nun alarmierende Hinweise darauf, dass der Konsum von nikotinhaltigen E-Zigaretten wahrscheinlich ein direktes Krebsrisiko birgt.

Vom indirekten zum direkten Gesundheitsrisiko

Bisher war in der medizinischen Forschung vor allem das indirekte Risiko weithin anerkannt. Wer regelmäßig zu Vapes greift, hat statistisch gesehen eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit, später auch herkömmliche Tabakzigaretten zu rauchen. Dieses Phänomen wird in der Suchtforschung oft als Gateway-Effekt bezeichnet. Laut einem Bericht des renommierten Deutschen Ärzteblatts gehen australische Wissenschaftler in einer umfassenden Auswertung aktueller Fachliteratur nun jedoch noch einen entscheidenden Schritt weiter.

Die Forschenden postulieren eine unabhängige, direkte Karzinogenität von E-Zigaretten. Das bedeutet: Nicht erst der mögliche spätere Umstieg auf Tabak, sondern bereits der Dampf der E-Zigarette selbst greift die Zellen an und hat das Potenzial, bösartige Tumore zu verursachen.

Was macht den Dampf so gefährlich?

Auch wenn beim Vapen kein Tabak verbrannt wird, entstehen durch das starke Erhitzen der sogenannten Liquids komplexe chemische Reaktionen. Dabei werden teils hochgiftige Stoffe freigesetzt, die direkt inhaliert werden. Zu den bedenklichen Faktoren zählen unter anderem:

  • Aerosole: Feine Partikel, die tief in die Lunge eindringen und dort chronische Entzündungen hervorrufen können.
  • Krebserregende Substanzen: Beim Verdampfen bestimmter Inhaltsstoffe können toxische Verbindungen wie Formaldehyd entstehen, die erwiesenermaßen zellschädigend und krebserregend wirken.
  • Schwermetalle: Durch den Verschleiß der Heizspulen in den Geräten können kleinste Mengen an Nickel, Blei oder Chrom in den Dampf und somit in die Atemwege gelangen.

Ein Weckruf für Konsumenten und Politik

Die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse sind ein deutliches Warnsignal für das Gesundheitssystem. Vor allem Jugendliche und junge Erwachsene, bei denen bunte Einweg-E-Zigaretten mit süßen Aromen derzeit besonders beliebt sind, unterschätzen die gesundheitlichen Gefahren massiv. Gesundheitsexperten fordern angesichts der neuen Datenlage eine noch stärkere Aufklärung und striktere Regulierungen für den Verkauf von nikotinhaltigen Vapes.

Für Raucher, die mit dem Tabakkonsum aufhören möchten, bleibt die E-Zigarette damit ein höchst fragwürdiges und potenziell gefährliches Hilfsmittel. Wer den Ausstieg aus der Nikotinsucht sucht, sollte stattdessen auf medizinisch geprüfte und sichere Nikotinersatzprodukte wie Pflaster oder Kaugummis zurückgreifen und sich idealerweise professionell von Ärzten oder Apothekern beraten lassen.

Brauchen Sie Unterstützung bei der Pflege?

PflegeHelfer24 ist Ihr verlässlicher Partner. Entdecken Sie unsere Ratgeber oder lassen Sie sich kostenlos zu Pflegehilfsmitteln, Treppenliften und Zuschüssen beraten.