Neuer Aktionsplan 2026-2029: Bundesregierung beschließt mehr Sicherheit bei Medikamenten

Djamal Sadaghiani
Aktionsplan Arzneimitteltherapiesicherheit 2026-2029 beschlossen

Das Bundeskabinett hat grünes Licht für eine weitreichende Initiative zum Schutz von Patientinnen und Patienten gegeben: Der neue Aktionsplan zur Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) für die Jahre 2026 bis 2029 wurde offiziell gebilligt. Mit insgesamt 20 gezielten Maßnahmen will das Bundesgesundheitsministerium gefährliche Wechselwirkungen und Überdosierungen bei der Medikamenteneinnahme in Zukunft drastisch reduzieren.

Warum ein neuer Aktionsplan zwingend notwendig ist

Die Einnahme mehrerer Medikamente gleichzeitig gehört für viele ältere oder chronisch kranke Menschen zum Alltag. Doch genau hier lauern enorme Risiken. Schätzungen von Gesundheitsexperten zufolge lassen sich in Deutschland jährlich rund 250.000 Krankenhauseinweisungen auf vermeidbare Medikationsfehler zurückführen. Falsche Dosierungen oder ungeeignete Wirkstoffkombinationen verursachen nicht nur erhebliches menschliches Leid, sondern belasten auch das Gesundheitssystem massiv.

Laut dem Bundesgesundheitsministerium zielt das neue 36-seitige Strategiepapier deshalb darauf ab, die Sicherheit entlang des gesamten Medikationsprozesses zu erhöhen – von der ärztlichen Verordnung über die Abgabe in der Apotheke bis hin zur Anwendung in der Pflege oder zu Hause.

Digitalisierung als Schlüssel zur Patientensicherheit

Ein zentraler Baustein des Aktionsplans 2026-2029 ist die konsequente Digitalisierung der Arzneimittelversorgung. Die flächendeckende Nutzung digitaler Tools soll Transparenz schaffen und Fehlerquellen minimieren. Im Fokus stehen dabei folgende Neuerungen:

  • Elektronischer Medikationsplan (eMP): Dieser soll ab 2026 standardmäßig in der elektronischen Patientenakte (ePA) für alle Personen verfügbar sein, die dauerhaft mehr als drei systemisch wirkende Arzneimittel einnehmen.
  • Automatisierte Warnhinweise: Perspektivisch sollen medizinische Daten digital abgeglichen werden, um Ärzte und Apotheker in Echtzeit vor gefährlichen Wechselwirkungen zu warnen.
  • Ausbau des E-Rezepts: Die vollständig digitale Übermittlung von Rezepten verhindert Übertragungsfehler durch unleserliche Handschriften und schützt vor Rezeptfälschungen.

Neue Rollen im Gesundheitswesen

Neben technischen Lösungen setzt der Bund auf eine verbesserte interprofessionelle Zusammenarbeit der verschiedenen Gesundheitsberufe. Künftig sollen sogenannte Medication Safety Officers (Sicherheitsbeauftragte für Medikation) in klinischen und pflegerischen Einrichtungen etabliert werden. Diese Experten überwachen die Therapiepläne und greifen bei Unstimmigkeiten frühzeitig ein. Auch das Konzept des sogenannten AMTS-Stewardships wird gefördert, um das Bewusstsein für eine sichere Medikamentengabe bei Ärztinnen, Ärzten und Pflegefachkräften weiter zu schärfen.

Was bedeutet das für den Pflegealltag?

Besonders im Bereich der ambulanten und stationären Pflege bringt der Aktionsplan spürbare Erleichterungen. Pflegekräfte haben durch den elektronischen Medikationsplan in der ePA künftig einen lückenlosen Überblick über die verordneten Präparate ihrer Patienten. Dies reduziert nicht nur den bürokratischen Aufwand bei der Medikamentenstellung, sondern gibt auch den Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen das beruhigende Gefühl maximaler Sicherheit bei der täglichen Versorgung.

Brauchen Sie Unterstützung bei der Pflege?

PflegeHelfer24 ist Ihr verlässlicher Partner. Entdecken Sie unsere Ratgeber oder lassen Sie sich kostenlos zu Pflegehilfsmitteln, Treppenliften und Zuschüssen beraten.