Revolution bei Herz-OPs: Neue Methode macht riskante Eingriffe schonend

Dominik Hübenthal
Herzpumpen-Implantation: Millionen-Förderung für revolutionäre Methode

Ein medizinischer Durchbruch könnte schon bald die Behandlung von schwerer Herzschwäche grundlegend verändern. Ein innovatives Verfahren verspricht, die riskante Implantation von Herzpumpen deutlich schonender zu machen – und zwar bei schlagendem Herzen. Dafür fließt nun eine Millionen-Förderung des Bundes.

Für Menschen mit schwerer Herzinsuffizienz ist eine Herzpumpe oft die letzte lebensrettende Maßnahme. Diese sogenannten Herzunterstützungssysteme übernehmen die Aufgabe, das Blut aus der linken Herzkammer in die Hauptschlagader und damit in den Körperkreislauf zu pumpen. Doch der Weg dorthin ist bisher mit enormen körperlichen Belastungen verbunden: Der Eingriff erfordert eine große Operation am offenen Brustkorb. Das Herz muss vorübergehend stillgelegt werden, während eine Herz-Lungen-Maschine den Kreislauf aufrechterhält. Für ältere oder stark geschwächte Patienten ist dieses Verfahren oft schlichtweg zu riskant.

"HeartGate": Operieren ohne Herz-Lungen-Maschine

Genau hier setzt ein neues medizinisches Projekt an. Ein Forschungsteam der Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie am Universitätsklinikum Freiburg hat mit dem Projekt „HeartGate“ eine Methode entwickelt, die diesen massiven Eingriff künftig überflüssig machen soll. Das revolutionäre Ziel: Die Herzpumpe soll am schlagenden Herzen eingesetzt werden.

Möglich wird dies durch ein spezielles Instrumentarium. Eine neuartige Stanze und eine absolut blutdichte Schleuse sollen gemeinsam einen minimalinvasiven Zugang zum Herzen schaffen. Das bedeutet nicht nur eine deutlich kürzere Operationszeit, sondern auch eine wesentlich geringere Belastung für den gesamten Organismus der Betroffenen.

Neue Hoffnung für Risikopatienten

Die medizinische Fachwelt blickt mit großen Erwartungen auf diese Entwicklung. Laut dem Universitätsklinikum Freiburg liegt das Hauptziel darin, die Implantation der lebensrettenden Pumpen so stark zu vereinfachen, dass künftig auch jene Patientinnen und Patienten operiert werden können, denen man die Strapazen der bisherigen Methode nicht mehr zumuten konnte. Insbesondere in der Pflege und Betreuung von Senioren mit schweren Vorerkrankungen könnte diese schonende Alternative völlig neue Lebensperspektiven eröffnen.

Bund investiert 4,35 Millionen Euro

Um diese vielversprechende Technologie schnellstmöglich in die Operationssäle zu bringen, greift der Bund nun massiv finanziell unter die Arme. Wie das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) bekannt gab, wird die Weiterentwicklung des Verfahrens in den kommenden drei Jahren mit rund 4,35 Millionen Euro gefördert. Die Mittel stammen aus dem Förderprogramm „GO-Bio next“, das gezielt medizinische Innovationen auf dem Weg in die klinische Praxis unterstützt.

Erste Prototypen haben sich in präklinischen Tests bereits bewährt. Mit der frischen Finanzspritze soll das System nun zügig zur Marktreife gebracht werden. Gelingt dies, könnte der schonende Eingriff am schlagenden Herzen schon bald zum neuen Standard in der Kardiologie werden und unzähligen herzkranken Menschen neue Hoffnung schenken.

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