RKI-Bericht warnt: Pflegende massiv belastet – Gesunder Lebensstil als Ausweg
Die Pflege von Angehörigen bringt viele Menschen in Deutschland an ihre körperlichen und seelischen Grenzen. Ein aktueller Bericht des Robert-Koch-Instituts (RKI) liefert alarmierende Zahlen zur Belastung von pflegenden Familienmitgliedern und zeigt gleichzeitig auf, wie wichtig Prävention für ein langes, selbstbestimmtes Leben ist.
Pflegende Angehörige leiden unter massiver Belastung
Immer mehr Menschen übernehmen die Betreuung ihrer Liebsten zu Hause. Laut den jüngsten Erhebungen des RKI für das sogenannte Gesundheitspanel, bei dem seit Anfang 2024 rund 40.000 Bürgerinnen und Bürger befragt wurden, leisten 12,7 Prozent der Frauen und 7,9 Prozent der Männer in Deutschland Pflege für Angehörige. Doch dieser Einsatz hat oft einen hohen Preis.
Ein Drittel der Pflegenden gab in der Befragung an, sich durch die Aufgabe stark oder sogar sehr stark belastet zu fühlen. Die gesundheitlichen Folgen für die Betroffenen sind gravierend. Sie berichten im Vergleich zum Bevölkerungsdurchschnitt deutlich häufiger über:
- Chronische Erkrankungen und körperliche Beschwerden
- Einen allgemein eingeschränkten Gesundheitszustand
- Schlechte Schlafqualität und chronische Erschöpfung
- Erste Anzeichen von Depressionen
Prävention als Schlüssel gegen Pflegebedürftigkeit
Angesichts der steigenden Zahl von Pflegebedürftigen fordern die Wissenschaftler des RKI deutlich verstärkte Anstrengungen im Bereich der Gesundheitsförderung und Prävention. Um den erwarteten Anstieg in den kommenden Jahren abzufedern, müsse die Gesellschaft frühzeitig gegensteuern.
Ein zentraler Baustein ist dabei der eigene Lebensstil. Wer sich frühzeitig um seine körperliche und geistige Fitness kümmert, kann das Risiko einer Pflegebedürftigkeit im Alter signifikant senken. Ein gesunder Lebensstil umfasst laut Experten vor allem ausreichend Bewegung, eine ausgewogene Ernährung, den Verzicht auf Nikotin und einen moderaten Alkoholkonsum. Diese Faktoren tragen entscheidend dazu bei, typischen Alterskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder dem Abbau des Bewegungsapparats entgegenzuwirken.
Forderungen nach Entlastung und Reformen
Neben der individuellen Vorsorge sieht das RKI jedoch auch die Politik in der Pflicht. Für höhere Altersgruppen brauche es dringend Maßnahmen, die eine längere selbstständige Lebensführung ermöglichen. Zudem müsse eine drohende Pflegebedürftigkeit früher erkannt werden. Ganz oben auf der Agenda steht für die Experten zudem eine spürbare Entlastung der pflegenden An- und Zugehörigen, um diese vor dem eigenen gesundheitlichen Zusammenbruch zu bewahren.
Auch vonseiten der gesetzlichen Krankenkassen wird der Ruf nach Veränderungen lauter. In der aktuellen Debatte um eine Reform der Pflegeversicherung fordern Vertreter der Kassen, die Kriterien für die Pflegebedürftigkeit sowie die Bemessung der Pflegegrade grundsätzlich zu überprüfen. Ziel müsse es sein, das System zukunftsfest zu machen und die knappen Ressourcen zielgerichtet einzusetzen.
Letztlich zeigt der RKI-Bericht deutlich: Ein langes, gesundes Leben ohne Pflegebedürftigkeit ist nicht nur eine Frage der Genetik, sondern auch das Ergebnis gezielter Gesundheitsförderung und starker familiärer sowie gesellschaftlicher Unterstützungsnetzwerke.
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