Gesundheitsatlas 2026: Herzinfarkte gehen deutlich zurück – doch eine andere Gefahr wächst
Gute Nachrichten für das deutsche Gesundheitssystem: Die Zahl der in Krankenhäusern behandelten Herzinfarkte ist in den vergangenen Jahren signifikant gesunken. Dies geht aus einer aktuellen Datenauswertung für den Gesundheitsatlas Deutschland hervor, die vom Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO) veröffentlicht wurde. Doch während diese Entwicklung Anlass zur Hoffnung gibt, warnen Experten zeitgleich vor einem besorgniserregenden Anstieg bei den zugrundeliegenden Risikofaktoren.
14 Prozent weniger Herzinfarkte in Deutschland
Die nackten Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Nach den neuesten Ergebnissen des Gesundheitsatlas wurden im Jahr 2024 in deutschen Kliniken rund 185.400 Herzinfarktfälle dokumentiert. Dies entspricht einer Rate von 320 Fällen je 100.000 Personen ab dem 30. Lebensjahr. Blickt man wenige Jahre zurück, sah die Lage noch düsterer aus: Im Jahr 2017 verzeichneten die Krankenhäuser noch 215.600 Fälle (380 Fälle je 100.000 Personen). Innerhalb dieses Zeitraums hat sich die absolute Zahl der Herzinfarkte somit um etwa 30.000 reduziert, was einem erfreulichen Rückgang von 14 Prozent entspricht.
Gründe für den positiven Trend
Doch was steckt hinter dieser erfreulichen Entwicklung? Laut dem Wissenschaftlichen Institut der AOK lässt sich dieser positive Trend maßgeblich auf ein gesteigertes Gesundheitsbewusstsein in der Bevölkerung zurückführen. Insbesondere Lebensstiländerungen, wie ein zunehmender Rauchverzicht, spielen hierbei eine zentrale Rolle. Darüber hinaus hat sich die medizinische Behandlung von Vorerkrankungen in den letzten Jahren stetig verbessert, wodurch akute Notfälle wie ein Herzinfarkt häufiger abgewendet werden können.
Die Kehrseite: Bluthochdruck und Diabetes auf dem Vormarsch
Trotz der gesunkenen Infarktzahlen gibt es keinen Grund zur völligen Entwarnung. Die aktuellen Daten zeigen nämlich auch eine Kehrseite: Erkrankungen, die als Hauptrisikofaktoren für eine koronare Herzkrankheit und damit für Herzinfarkte gelten, nehmen weiter zu.
- Diabetes mellitus Typ 2: Der Anteil der betroffenen Erwachsenen ab 20 Jahren stieg von 10,6 Prozent im Jahr 2017 auf mittlerweile 11,2 Prozent an.
- Bluthochdruck (Hypertonie): Auch hier zeigt die Kurve nach oben. Litten 2017 noch 28,8 Prozent der Erwachsenen unter Bluthochdruck, waren es zuletzt bereits 29,9 Prozent.
Diese chronischen Zivilisationskrankheiten belasten das Herz-Kreislauf-System stark und könnten den positiven Trend bei den Herzinfarkten langfristig gefährden, wenn sie nicht rechtzeitig diagnostiziert und behandelt werden.
Gesundheitsatlas macht regionale Unterschiede sichtbar
Der Gesundheitsatlas Deutschland wertet die Daten für insgesamt 26 verschiedene Erkrankungen bis auf die Ebene der Landkreise aus und schafft so wertvolle Transparenz. Dabei zeigen sich auch bei Herzerkrankungen deutliche regionale Unterschiede. So weisen die Auswertungen darauf hin, dass die Herzinfarkt-Rate im Bundesland Thüringen im bundesweiten Vergleich am höchsten ist. Solche detaillierten Einblicke helfen dem Gesundheitssystem und der Pflegebranche, gezielte Präventionsangebote genau dort zu schaffen, wo sie am dringendsten benötigt werden.
Was bedeutet das für Pflege und Prävention?
Für Pflegekräfte, pflegende Angehörige und Patienten bedeutet dies vor allem eines: Prävention bleibt das A und O. Regelmäßige Kontrollen von Blutdruck und Blutzucker sind essenziell, um schleichende Risiken frühzeitig zu erkennen. Ein gesunder Lebensstil mit ausgewogener Ernährung und regelmäßiger Bewegung ist nach wie vor der beste Schutz vor einem Herzinfarkt und hilft gleichzeitig, chronische Begleiterkrankungen effektiv in Schach zu halten.
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