Schluss mit Cannabis per Klick: Ärzte fordern strengere Regeln
Medizinisches Cannabis ist für viele Schmerzpatienten ein wichtiger Bestandteil ihrer Therapie, doch die lockeren Regelungen der jüngsten Vergangenheit haben auch Schattenseiten offenbart. Nun zieht die Ärzteschaft die Reißleine: Der 130. Deutsche Ärztetag hat sich mit Nachdruck für strengere Vorgaben bei der Verschreibung und dem Bezug von Cannabistherapien ausgesprochen.
Kampf dem Missbrauch durch Online-Anbieter
Die Delegierten des Deutschen Ärztetages unterstützen die aktuellen Pläne der Bundesregierung, den florierenden Online-Handel mit medizinischem Cannabis massiv einzuschränken. In den vergangenen Monaten war ein regelrechter Boom von Telemedizin-Plattformen zu beobachten. Diese stellten oft ohne tiefgehende ärztliche Untersuchung Cannabisrezepte aus. Dies führte dazu, dass medizinisches Cannabis zunehmend als bequemer Weg für den Freizeitkonsum missbraucht wurde.
Persönlicher Arztkontakt wird zur Pflicht
Um diesen Fehlentwicklungen einen Riegel vorzuschieben, fordern die Mediziner deutliche Einschränkungen bei der telemedizinischen Behandlung. Laut der Bundesärztekammer soll künftig für die Erstverordnung von medizinischem Cannabis ein persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt zwingend erforderlich sein. Der rein digitale Weg über einen Online-Fragebogen oder ein kurzes Video-Telefonat reicht dann nicht mehr aus.
Warum diese Maßnahmen aus ärztlicher Sicht notwendig sind
Die Mediziner begründen ihren Vorstoß mit der Patientensicherheit und der medizinischen Sorgfaltspflicht. Folgende Argumente stehen dabei im Fokus:
- Hohes Abhängigkeitspotenzial: Cannabis ist eine psychoaktive Substanz, deren Verschreibung eine genaue medizinische Abwägung und Begleitung erfordert.
- Steigende Importzahlen: Seit der Herausnahme aus dem Betäubungsmittelgesetz sind die Einfuhrmengen von Cannabisblüten sprunghaft angestiegen – für Experten ein klares Indiz für eine missbräuchliche Nutzung der aktuellen Rechtslage.
- Verbot des Versandhandels: Die unkontrollierte Abgabe über Online-Apotheken und den Postweg soll unterbunden werden, um den Zugang zu regulieren und den Jugendschutz zu wahren.
Was bedeutet das für echte Patienten?
Für Menschen, die aus medizinischen Gründen – wie etwa bei chronischen Schmerzen, Multipler Sklerose oder in der Palliativmedizin – auf Cannabis angewiesen sind, bleibt die Therapie weiterhin zugänglich. Allerdings wird der Prozess wieder stärker in die Hände der behandelnden Haus- und Fachärzte vor Ort gelegt. Eine verantwortungsvolle Therapie, so der Tenor der Ärzteschaft, setze zwingend ein vertrauensvolles und direktes Gespräch voraus.
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