Stärkung der Teampraxen: Neuer HZV-Vertrag revolutioniert die hausärztliche Versorgung

Benedikt Hübenthal
Neuer HZV-Vertrag: Hausärzteverband & GWQ fördern Teampraxen

Die hausärztliche Versorgung in Deutschland steht vor großen Herausforderungen. Um Praxen zu entlasten und die Patientenversorgung zukunftssicher zu gestalten, haben der Hausärztinnen- und Hausärzteverband (HÄV) und der Serviceanbieter GWQ ServicePlus nun einen entscheidenden Schritt gemacht: Der gemeinsame Vertrag zur Hausarztzentrierten Versorgung (HZV) wurde umfassend weiterentwickelt. Im Zentrum der Neuerungen steht die gezielte Förderung von sogenannten Teampraxen.

Strukturverbesserungen und faire Vergütung

Laut der Co-Bundesvorsitzenden des Verbandes, Nicola Buhlinger-Göpfarth, sei es gemeinsam mit den Vertragspartnern gelungen, konkrete Strukturverbesserungen für die Praxen sowie die Patientinnen und Patienten auf den Weg zu bringen. Gleichzeitig werde durch den neuen Vertrag sichergestellt, dass die wertvolle Arbeit der hausärztlichen Praxen auch in Zukunft fair vergütet wird.

Der "Praxis-Patienten-Kontakt" als neues Modell

Eine der wichtigsten Neuerungen ist die Einführung des sogenannten Praxis-Patienten-Kontakts. Dieses Modell trägt der Tatsache Rechnung, dass nicht jede medizinische Konsultation zwingend einen direkten Arzt-Patienten-Kontakt erfordert.

  • Mehr Verantwortung für Fachkräfte: Nicht-ärztliche Fachkräfte können künftig – entsprechend ihrer individuellen Qualifikation – bestimmte Behandlungen und Beratungen eigenständig übernehmen.
  • Entlastung der Ärzte: Durch die Delegation von Aufgaben gewinnen Hausärztinnen und Hausärzte mehr Zeit für komplexe medizinische Fälle.
  • Kürzere Wartezeiten: Patienten profitieren von effizienteren Abläufen innerhalb der Praxis und einer breiteren Ansprechbarkeit des Teams.

Finanzielle Anreize für akademisiertes Fachpersonal

Darüber hinaus setzt der neue HZV-Vertrag starke finanzielle Anreize für die Beschäftigung von nicht-ärztlichen, akademisierten Fachkräften. Dazu zählen beispielsweise Primary Care Manager (PCM) und Physician Assistants (PA). Praxen, die auf solche modernen Teampraxisstrukturen setzen, erhalten künftig einen Zuschlag von zehn Euro pro Jahr auf die kontaktunabhängige Grundpauschale.

Ein Meilenstein für das Primärversorgungssystem

Der Co-Bundesvorsitzende des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes, Markus Blumenthal-Beier, betont die strategische Bedeutung dieses Schrittes. Vor dem Hintergrund der politisch geplanten Einführung eines bundesweiten, verbindlichen hausärztlichen Primärversorgungssystems sei der Ausbau und die stetige Weiterentwicklung der Hausarztzentrierten Versorgung unabdingbar.

Aus Sicht des Verbandes handelt es sich bei dem neuen Vertrag um eine klare Win-win-win-Situation: Er stärke die hausärztlichen Praxen, verbessere die Versorgung der Patientinnen und Patienten und biete gleichzeitig auch den Krankenkassen deutliche Vorteile durch eine effizientere Steuerung im Gesundheitswesen.

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