Studie belegt: Gezielte Prävention verhindert bis zu 46 Krankheitstage

Djamal Sadaghiani
Prävention am Arbeitsplatz: Bis zu 46 Krankheitstage weniger

Gesundheitsförderung als Schlüssel gegen Rekord-Fehlzeiten

Die Krankheitsausfälle in deutschen Unternehmen haben in den vergangenen Jahren alarmierende Ausmaße angenommen. Besonders psychische Erkrankungen treiben die Fehlzeiten massiv in die Höhe. Doch eine aktuelle Studie der Krankenkasse BIG direkt gesund in Zusammenarbeit mit dem Präventionsdienstleister vivamind liefert nun einen vielversprechenden Lösungsansatz: Wer gezielt in die Gesundheitsförderung investiert, kann die krankheitsbedingten Fehltage seiner Belegschaft deutlich senken – um bis zu 46 Tage pro Person über einen Zeitraum von drei Jahren.

Die wirtschaftliche Dimension von Krankheitstagen

Dass Prävention nicht nur dem individuellen Wohlbefinden dient, sondern ein knallharter Wirtschaftsfaktor ist, belegen aktuelle Zahlen. Laut Schätzungen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) beliefen sich die volkswirtschaftlichen Produktionsausfälle durch Arbeitsunfähigkeit im Jahr 2024 auf gewaltige 134 Milliarden Euro. Der Ausfall an Bruttowertschöpfung wird sogar auf 227 Milliarden Euro beziffert. Für Unternehmen bedeutet das: Jeder verhinderte Krankheitstag schont nicht nur die personellen Ressourcen, sondern auch das Budget.

Die vier wichtigsten Hebel für weniger Fehlzeiten

Für die Untersuchung wurden die Daten von knapp 6.000 Versicherten aus dem Gesundheitsmanagement-Programm von BIG direkt gesund ausgewertet. Dabei konnten die Forscher erstmals Gesundheits-Check-up-Daten direkt mit später objektiv erfassten Fehlzeiten verknüpfen. Die Ergebnisse zeigen, dass vor allem vier Faktoren einen enormen Einfluss auf die Gesundheit und damit auf die Anwesenheit am Arbeitsplatz haben:

  • Schlafqualität: Erholsamer Schlaf ist ein Wundermittel. Eine Verbesserung der Schlafqualität um rund 25 Prozent geht der Studie zufolge mit etwa 30 Fehltagen weniger innerhalb von drei Jahren einher.
  • Selbstregulation und Resilienz: Die Fähigkeit, mit Stress umzugehen, ist entscheidend. Eine hohe Selbstregulationskompetenz kann die Fehlzeiten um bis zu 46 Tage im selben Zeitraum reduzieren.
  • Körpergewicht: Auch das Gewicht spielt eine messbare Rolle. Jeder zusätzliche Punkt beim Body-Mass-Index (BMI) erhöht die Ausfalltage im Schnitt um 2,5 Tage.
  • Bewegung: Wer regelmäßig Ausdauer- oder Kraftsport betreibt, stärkt sein Immunsystem und beugt Erkrankungen vor. Bis zu 25 Fehltage lassen sich so in drei Jahren vermeiden.

Auch der Lebensstil entscheidet mit

Neben den vier Hauptfaktoren rückt auch das Thema Rauchen in den Fokus. Die Daten belegen, dass sich die kumulative Belastung durch Zigarettenkonsum – in der Medizin oft in sogenannten Packungsjahren gemessen – direkt auf die Genesungsdauer auswirkt. Bei bereits erkrankten Personen nehmen die Fehlzeiten pro Packungsjahr durchschnittlich um etwa zwei Tage zu.

Betriebliches Gesundheitsmanagement ist kein weicher Faktor

Experten der BIG direkt gesund betonen, dass diese Erkenntnisse ein Umdenken in der Arbeitswelt fordern. Betriebliches Gesundheitsmanagement dürfe nicht länger als bloßes Wohlfühlangebot abgetan werden. Es sei vielmehr ein messbarer Hebel für Produktivität und personelle Stabilität. Anstatt erst zu reagieren, wenn Mitarbeiter bereits erkrankt sind, lassen sich durch frühzeitige, systematische und evidenzbasierte Prävention erhebliche Erfolge erzielen.

Unternehmen und Beschäftigte gleichermaßen profitieren von einer Arbeitskultur, die Gesundheit aktiv fördert. Die Studie zeigt eindrucksvoll: Prävention wirkt – und das in einem Ausmaß, das sowohl für den Einzelnen als auch für die gesamte Volkswirtschaft von entscheidender Bedeutung ist.

Brauchen Sie Unterstützung bei der Pflege?

PflegeHelfer24 ist Ihr verlässlicher Partner. Entdecken Sie unsere Ratgeber oder lassen Sie sich kostenlos zu Pflegehilfsmitteln, Treppenliften und Zuschüssen beraten.