Tödliches Hantavirus auf Kreuzfahrtschiff: Deutsche Kontaktperson in Uniklinik isoliert
Der verheerende Ausbruch des Hantavirus auf dem Expeditions-Kreuzfahrtschiff „MV Hondius“ hat nun direkte Auswirkungen auf Deutschland. Nachdem das Virus an Bord bereits drei Todesopfer gefordert hat – darunter eine deutsche Staatsbürgerin –, wurde eine großangelegte internationale Evakuierungsaktion eingeleitet. Eine 65-jährige Kontaktperson aus Deutschland wird derzeit unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen in das Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD) verlegt.
Spezialtransport unter Hochsicherheitsbedingungen
Die Rückholung der betroffenen Passagierin gleicht einer logistischen Meisterleistung. Die Frau wurde zunächst mit einem Sanitätsflugzeug von den Kapverden, wo das Kreuzfahrtschiff derzeit ankert, nach Amsterdam geflogen. Von dort aus übernimmt die Feuerwehr Düsseldorf den weiteren Transport. Um jedes denkbare Risiko auszuschließen, kommt dabei die sogenannte Hochinfektionstransportkomponente zum Einsatz – ein in Nordrhein-Westfalen einzigartiges Spezialkonzept für den sicheren Transfer hochinfektiöser Patienten.
Der Konvoi, bestehend aus speziell ausgestatteten Rettungswagen und einem Führungsfahrzeug, garantiert nicht nur eine lückenlose medizinische Überwachung, sondern verhindert auch jegliche Kontaminationsgefahr für die Außenwelt. Ein Vorauskommando, bestehend aus einem Einsatzleiter der Feuerwehr und einem leitenden Notarzt des Gesundheitsamtes, koordinierte die Übergabe vorab eng mit den niederländischen Behörden.
Reine Vorsichtsmaßnahme am Universitätsklinikum
Am Universitätsklinikum Düsseldorf laufen die Vorbereitungen auf der Infektionsstation derweil nach strengen Protokollen ab. Die Klinik betont ausdrücklich, dass es sich bei der Patientin aktuell nicht um einen bestätigten Infektionsfall handelt. Die 65-Jährige ist bislang völlig asymptomatisch. Da sie jedoch direkten Kontakt zu der verstorbenen deutschen Mitreisenden hatte, ist eine strenge medizinische Überwachung unumgänglich.
Laut dem Universitätsklinikum Düsseldorf dient die Aufnahme rein vorsorglich der medizinischen Abklärung und einer klinischen Ersteinschätzung. Die enge Zusammenarbeit zwischen der Universitätsmedizin, dem Rettungsdienst und den Gesundheitsbehörden stelle in solchen Ausnahmesituationen einen zentralen Baustein der medizinischen Sicherheit dar. Sobald eine Infektion sicher ausgeschlossen werden kann, soll die Frau zeitnah an ihren Heimatort entlassen werden.
Das tückische Andes-Virus: Mensch-zu-Mensch-Übertragung möglich
Der Vorfall auf der „MV Hondius“, die Anfang April in Argentinien zu einer mehrwöchigen Polarkreuzfahrt aufgebrochen war, beunruhigt Gesundheitsexperten weltweit. Südafrikanische Gesundheitsbehörden haben mittlerweile bestätigt, dass bei den Erkrankten das sogenannte Andes-Virus nachgewiesen wurde. Diese spezielle, in Südamerika beheimatete Spezies der Hantaviren gilt als hochvirulent.
Während Hantaviren normalerweise nur durch den Kontakt mit den Ausscheidungen infizierter Nagetiere auf den Menschen übertragen werden, bildet das Andes-Virus eine gefährliche Ausnahme: Es ist der einzige bekannte Hantavirus-Stamm, bei dem in seltenen Fällen eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch möglich ist. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft das Risiko für die breite europäische Bevölkerung derzeit dennoch als sehr gering ein. Die Behörden konzentrieren sich nun darauf, alle Kontaktpersonen der insgesamt acht Verdachtsfälle lückenlos nachzuverfolgen und eine weitere Ausbreitung im Keim zu ersticken.
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