Tumor-Risiko durch Verhütungsmittel: Neue Studie warnt vor Gestagenen
Millionen Frauen weltweit verlassen sich auf hormonelle Verhütungsmittel. Doch eine groß angelegte dänische Studie sorgt nun für Aufsehen: Die in vielen Präparaten enthaltenen Gestagene können das Risiko erhöhen, an einem bestimmten Hirntumor, dem sogenannten Meningeom, zu erkranken. Dies geht aus einer aktuellen Veröffentlichung im renommierten Fachjournal JAMA Network Open hervor.
Was sind Gestagene und wo sind sie enthalten?
Gestagene sind künstlich hergestellte Hormone, die dem natürlichen Gelbkörperhormon nachempfunden sind. Sie kommen in einer Vielzahl von Verhütungsmitteln zum Einsatz, darunter:
- Klassische Antibabypillen (oft in Kombination mit Östrogenen)
- Minipillen
- Hormonspiralen (wie die Levonorgestrel-Spirale)
- Verhütungspflaster und -implantate
Neben der reinen Empfängnisverhütung werden diese Hormone häufig auch zur Behandlung von Wechseljahresbeschwerden oder Erkrankungen wie Endometriose verschrieben.
Meningeom: Gutartig, aber nicht ungefährlich
Wie das Deutsche Ärzteblatt unter Berufung auf die Studiendaten berichtet, handelt es sich bei Meningeomen in über 95 Prozent der Fälle um gutartige Tumore der Hirnhäute. Da sie jedoch im Inneren des knöchernen Schädels wachsen, können sie durch ihren Platzbedarf gefährlichen Druck auf das Gehirn ausüben. Zu den möglichen Symptomen gehören:
- Anhaltende, starke Kopfschmerzen
- Krampfanfälle
- Kognitive Störungen
- Neurologische Ausfälle wie Sehstörungen oder Lähmungserscheinungen
Dauer und Art des Präparats sind entscheidend
Die dänische Fall-Kontroll-Studie zeigt deutlich, dass das Risiko nicht pauschal für jedes Präparat gleich ist. Vielmehr hängt die Wahrscheinlichkeit einer Tumorbildung stark von der Art des verwendeten Gestagens sowie der Dauer der Anwendung ab. Besonders langjährige Nutzungen hochdosierter Präparate rücken hier in den Fokus der Mediziner.
Es gibt jedoch auch eine beruhigende Nachricht für alle Anwenderinnen: Die Forscher stellten fest, dass das Risiko für ein Meningeom nach dem Absetzen des jeweiligen Hormonpräparats rasch wieder zurückgeht. Interessanterweise wiesen die Daten sogar während einer Schwangerschaft – einer Phase mit extremen natürlichen Hormonschwankungen – einen kurzzeitigen, leichten Anstieg des Risikos nach.
Was betroffene Frauen jetzt tun sollten
Experten raten dringend davon ab, aus Panik nun eigenmächtig hormonelle Verhütungsmittel oder ärztlich verordnete Therapien abzusetzen. Frauen, die gestagenhaltige Medikamente über einen längeren Zeitraum einnehmen und unter unklaren Kopfschmerzen oder neurologischen Symptomen leiden, sollten jedoch proaktiv das Gespräch mit ihrem behandelnden Gynäkologen oder Hausarzt suchen. Gemeinsam kann dann das individuelle Risiko abgewogen und gegebenenfalls auf eine hormonfreie oder alternative Verhütungsmethode umgestellt werden.
Brauchen Sie Unterstützung bei der Pflege?
PflegeHelfer24 ist Ihr verlässlicher Partner. Entdecken Sie unsere Ratgeber oder lassen Sie sich kostenlos zu Pflegehilfsmitteln, Treppenliften und Zuschüssen beraten.

