WHO-Pandemieabkommen: Verhandlungen scheitern am Zeitplan und werden verlängert
Die Hoffnung auf einen raschen Durchbruch ist vorerst gedämpft: Die Verhandlungen über das Kernstück des internationalen Pandemieabkommens der Weltgesundheitsorganisation (WHO) konnten nicht fristgerecht abgeschlossen werden. Wie WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus Ende vergangener Woche bestätigte, verständigten sich die Unterhändler darauf, die Gespräche zu verlängern. Ursprünglich hätte bis zu diesem Stichtag ein Kompromiss auf dem Tisch liegen sollen.
Der Streit um den Informationsaustausch
Im Zentrum der festgefahrenen Debatte steht der Mechanismus zum schnellen und transparenten Austausch von Informationen über neuartige Krankheitserreger. Dieser gilt als das Herzstück des geplanten Abkommens. Gleichzeitig knüpfen viele Staaten daran die unabdingbare Forderung nach einem gerechten Zugang zu den daraus resultierenden Impfstoffen, Medikamenten und Diagnostika.
Doch genau hier verhärten sich die Fronten. Während der Verhandlungen offenbarte sich eine tiefe Spaltung:
- Industrienationen pochen auf einen uneingeschränkten, raschen Datenaustausch und den Schutz von geistigem Eigentum für ihre heimischen Pharmaunternehmen.
- Entwicklungsländer fordern verbindliche Zusagen für Technologietransfers und einen fairen Anteil an medizinischen Gütern, um im Ernstfall nicht wie während der Corona-Pandemie das Nachsehen zu haben.
WHO-Chef warnt vor Zeitverlust
Trotz der Verzögerung gibt sich die Führung der WHO optimistisch. Tedros Adhanom Ghebreyesus zeigte sich laut offiziellen Stellungnahmen zuversichtlich, dass die verbleibenden Differenzen durch weitere intensive Gespräche überwunden werden können. Er richtete jedoch auch einen dringenden Appell an die Weltgemeinschaft: Die Mitgliedstaaten müssten die noch offenen Fragen mit höchster Priorität klären. Eine nächste Pandemie sei keine Frage des Ob, sondern lediglich des Wann.
Wie geht es nun weiter?
Anstatt den Vertrag wie geplant zeitnah zu finalisieren, verschiebt sich das Ziel nun auf eine spätere Einigung. Die Verlängerung der Verhandlungen soll auf der anstehenden Weltgesundheitsversammlung offiziell abgesegnet werden. Nach Angaben der WHO wird angestrebt, in den kommenden Verhandlungsrunden einen tragfähigen Kompromiss zu finden, um die Welt für künftige globale Gesundheitskrisen verlässlich zu wappnen.
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