Zeckengefahr: Über 138.000 Borreliose-Fälle

Benedikt Hübenthal
Borreliose-Erkrankungen 2024: Osten und Bayern sind Hotspots

Die Gefahr lauert im hohen Gras und Unterholz: Im Jahr 2024 haben sich in Deutschland mehr als 138.000 gesetzlich Versicherte neu mit Lyme-Borreliose infiziert. Dies geht aus aktuellen Auswertungen des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) hervor. Besonders alarmierend: Die Erkrankungsraten sind regional extrem ungleich verteilt, wobei Ostdeutschland und Bayern als absolute Hotspots gelten.

Deutliche regionale Unterschiede: Der Osten und Süden stechen heraus

Während die durch Zecken übertragene Infektionskrankheit im gesamten Bundesgebiet auftritt, zeigen die kassenärztlichen Abrechnungsdaten ein klares Gefälle. Vor allem in den ostdeutschen Bundesländern sowie in weiten Teilen Bayerns verzeichnen die Gesundheitsbehörden die höchsten Erkrankungsraten. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr exakt 138.107 neue Fälle registriert – eine erschreckend hohe Zahl, die verdeutlicht, wie präsent das Risiko eines Zeckenstichs im Alltag ist.

Wie der Klimawandel die Zecken-Ausbreitung fördert

Dass die Infektionszahlen auf einem konstant hohen Niveau verbleiben, ist kein Zufall. Gesundheitsexperten weisen zunehmend darauf hin, dass veränderte klimatische Bedingungen maßgeblich zu dieser Entwicklung beitragen. Mildere Winter sowie wärmere und feuchtere Perioden vom Frühjahr bis in den späten Herbst hinein verlängern die Aktivitätsdauer der Zecken enorm. Gleichzeitig steigt die Dichte der Parasiten in den betroffenen Regionen. Dies führt zwangsläufig zu häufigeren Kontakten zwischen Mensch und Zecke bei Spaziergängen oder der Gartenarbeit.

Prävention wird immer wichtiger

Da es für die Lyme-Borreliose – im Gegensatz zur ebenfalls durch Zecken übertragenen FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) – bislang keine zugelassene Schutzimpfung in Deutschland gibt, rückt die Vorsorge in den Mittelpunkt. Experten und Krankenkassen raten zu folgenden Maßnahmen:

  • Tragen Sie bei Aufenthalten in Wald und Wiese lange, helle Kleidung, um die dunklen Spinnentiere schneller zu entdecken.
  • Suchen Sie den Körper nach Ausflügen in die Natur gründlich ab – besonders Kniekehlen, Achseln und den Haaransatz.
  • Wird eine Zecke entdeckt, sollte sie umgehend mit einer Zeckenzange oder -karte hautnah und ohne Drehbewegung entfernt werden.

Wer nach einem Zeckenstich eine ringförmige Hautrötung (Wanderröte) bemerkt oder grippeähnliche Symptome entwickelt, sollte umgehend eine Arztpraxis aufsuchen. Borreliose lässt sich im Frühstadium in der Regel sehr gut und unkompliziert mit Antibiotika behandeln.

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