Zweitägiger Warnstreik bei Vivantes: Servicekräfte legen Arbeit nieder

Dominik Hübenthal
Vivantes-Kliniken im Ausnahmezustand: Zweitägiger Warnstreik der Servicekräfte

Die Geduld vieler Beschäftigter im Gesundheitswesen ist am Ende: An den renommierten Vivantes-Kliniken haben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Servicebereichen am frühen Morgen erneut die Arbeit niedergelegt. Der von der Gewerkschaft Verdi ausgerufene Warnstreik soll planmäßig zwei volle Tage andauern und stellt den Krankenhausbetrieb vor enorme logistische Herausforderungen. Nach Gewerkschaftsangaben ist die Aktion erfolgreich und mit hoher Beteiligung angelaufen.

Ohne Servicekräfte steht das Krankenhaus still

Wenn man an einen Krankenhausstreik denkt, stehen meist Pflegekräfte oder Ärzte im Fokus. Doch dieser Ausstand trifft die unsichtbare, aber absolut unverzichtbare Infrastruktur der Kliniken. Aufgerufen zum Streik sind die Angestellten aus elementaren Bereichen:

  • Reinigung: Zuständig für die strikte Einhaltung der Krankenhaushygiene und die Desinfektion von OP-Sälen und Patientenzimmern.
  • Gastronomie: Verantwortlich für die tägliche Verpflegung der Patientinnen und Patienten sowie der gesamten Belegschaft.
  • Logistik: Ohne sie gelangen weder lebenswichtige Medikamente noch frische Bettwäsche oder medizinische Geräte rechtzeitig auf die Stationen.

Auswirkungen auf die Patientenversorgung

Obwohl Ärzte und Pflegepersonal regulär im Dienst sind, hat der Ausfall der Servicekräfte sofortige und spürbare Konsequenzen. Die Pflegekräfte müssen häufig zusätzliche organisatorische und reinigende Aufgaben übernehmen, was die ohnehin angespannte Personalsituation auf den Stationen weiter verschärft. Operationen, die nicht akut lebensnotwendig sind, könnten im Zweifel verschoben werden, falls die strengen hygienischen Standards durch fehlendes Reinigungspersonal nicht lückenlos aufrechterhalten werden können.

Die Forderungen hinter dem Arbeitskampf

Hintergrund der Arbeitsniederlegungen ist ein anhaltender und zäher Tarifkonflikt. Die Service-Beschäftigten fordern deutlich bessere Arbeitsbedingungen und eine faire, zeitgemäße Entlohnung, die ihrer enormen Verantwortung für das funktionierende System Krankenhaus gerecht wird. Oftmals sind diese Bereiche in Tochtergesellschaften ausgegliedert, was in der Vergangenheit immer wieder zu Ungleichbehandlungen beim Gehalt im Vergleich zum direkten Klinikpersonal geführt hat.

Wie geht es weiter?

Für Patienten und Angehörige bedeuten die kommenden zwei Tage vor allem eins: Geduld mitbringen. Die Klinikleitung ist bemüht, die Notfallversorgung sowie die grundlegenden Abläufe durch Notdienstvereinbarungen aufrechtzuerhalten. Dennoch wird der reguläre Krankenhausalltag massiv eingeschränkt sein. Es bleibt abzuwarten, ob dieser erneute und deutliche Warnstreik die festgefahrenen Verhandlungen beschleunigen wird oder ob in naher Zukunft weitere und eventuell noch umfangreichere Arbeitskampfmaßnahmen drohen.

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