Mobilität und Schmerzfreiheit sind die Grundpfeiler für eine hohe Lebensqualität im Alter. Wenn das Gehen schwerfällt, die Füße schmerzen oder die Beine am Abend geschwollen sind, schränkt das den Alltag massiv ein. Ein Spaziergang um den Oldenburger Schlossgarten oder der wöchentliche Einkauf auf dem Pferdemarkt werden dann schnell zur kräftezehrenden Herausforderung. Genau hier setzen orthopädische Hilfsmittel an. Passgenaue orthopädische Einlagen und medizinische Kompressionsstrümpfe können Beschwerden nicht nur lindern, sondern auch präventiv wirken und die Selbstständigkeit bis ins hohe Alter erhalten.
Dieser umfassende Ratgeber richtet sich speziell an Senioren und deren Angehörige in Oldenburg und der umliegenden Region. Wir erklären Ihnen detailliert, wie moderne 3D-Messtechnik funktioniert, welche Qualitätsunterschiede es bei Maßanfertigungen gibt, wie der Weg vom ärztlichen Rezept bis zum fertigen Hilfsmittel im Sanitätshaus abläuft und welche Kosten die gesetzliche Krankenkasse im Jahr 2026 übernimmt.
Sicherer Tritt dank passender Fußbettung.
Unsere Füße tragen uns ein Leben lang. Mit zunehmendem Alter verändert sich jedoch die Anatomie des Fußes. Bänder und Sehnen verlieren an Elastizität, das stützende Fettpolster unter der Fußsohle wird dünner und das Fußgewölbe sinkt ab. Dies führt häufig zu Fehlstellungen, die nicht nur lokale Schmerzen am Fuß verursachen, sondern sich auf den gesamten Bewegungsapparat auswirken können. Knie-, Hüft- und Rückenprobleme sind oft die direkte Folge einer unzureichenden Fußbettung.
Orthopädische Einlagen sind maßgefertigte Fußbettungen, die in den Schuh gelegt werden. Sie stützen, dämpfen und korrigieren die Fußstellung. Zu den häufigsten Indikationen bei Senioren gehören:
Knick-Senk-Spreizfuß: Das Längs- und Quergewölbe des Fußes flacht ab. Dies führt zu Schmerzen im Mittelfuß und einer schnellen Ermüdung beim Gehen.
Fersensporn (Plantarfasziitis): Eine schmerzhafte Entzündung der Sehnenplatte an der Fußsohle, oft begleitet von einem knöchernen Auswuchs am Fersenbein. Einlagen mit einer speziellen Aussparung und Weichbettung lindern den Druckschmerz sofort.
Hallux valgus: Die Großzehe neigt sich nach außen, was zu einem schmerzhaften Ballen führt. Spezielle Einlagen entlasten das Großzehengrundgelenk.
Arthrose: Gelenkverschleiß in den Fuß- oder Kniegelenken. Dämpfende Einlagen reduzieren die Stoßbelastung bei jedem Schritt.
Diabetisches Fußsyndrom (DFS): Bei Diabetikern sind Nerven und Blutgefäße oft geschädigt (Neuropathie). Druckstellen werden nicht mehr gespürt, was zu gefährlichen Wunden führen kann. Hier sind spezielle diabetesadaptierte Fußbettungen (Weichpolstereinlagen) zwingend erforderlich.
Individuelle Beratung im Sanitätshaus vor Ort.
Der Prozess für eine maßgefertigte Einlage beginnt immer beim Arzt und endet mit der Anpassung im Sanitätshaus oder beim Orthopädieschuhmacher. In Oldenburg finden Sie zahlreiche hochqualifizierte Fachgeschäfte, die sich auf die Versorgung von Senioren spezialisiert haben. So sieht der optimale Ablauf aus:
1. Der Arztbesuch und das Rezept Suchen Sie bei Fuß- oder Gelenkschmerzen Ihren Hausarzt oder einen Facharzt für Orthopädie auf. Der Arzt stellt die Diagnose und verordnet das Hilfsmittel. Auf dem Rezept (Verordnung) muss genau vermerkt sein, welche Art von Einlage benötigt wird (z. B. "1 Paar stützende Einlagen langsohlig bei Knick-Senk-Fuß"). Wichtig: Das Rezept ist in der Regel 28 Tage lang gültig. Innerhalb dieser Frist müssen Sie es in einem Sanitätshaus in Oldenburg einreichen.
2. Die Wahl des Sanitätshauses in Oldenburg Achten Sie bei der Auswahl des Orthopädie-Fachgeschäfts auf Barrierefreiheit und eine gute Erreichbarkeit, idealerweise mit Parkplätzen direkt vor der Tür oder einer guten Anbindung an die VWG-Buslinien. Ein gutes Sanitätshaus nimmt sich Zeit für eine ausführliche Anamnese und fragt nach Ihren täglichen Gewohnheiten, Ihrem Schuhwerk und eventuellen Begleiterkrankungen.
3. Die moderne Vermessung: 3D-Scan und Pedographie Die Zeiten, in denen Füße ausschließlich in einen Gipsabdruck oder Trittschaum gedrückt wurden, sind in modernen Oldenburger Sanitätshäusern weitgehend vorbei. Heute kommen hochpräzise digitale Verfahren zum Einsatz:
Der 2D- oder 3D-Fußscan: Sie stellen sich auf eine Glasplatte, unter der ein Scanner Ihre Fußsohle optisch erfasst. Ein 3D-Laserscanner kann sogar das gesamte Volumen des Fußes millimetergenau abbilden. Dies ist besonders wichtig für die Passform in geschlossenen Schuhen.
Die elektronische Fußdruckmessung (Pedographie): Hierbei gehen Sie über eine mit Tausenden von Sensoren ausgestattete Messplatte. Der Computer zeichnet auf, wie sich der Druck beim Abrollen des Fußes verteilt. So erkennt der Orthopädietechniker genau, wo Überbelastungen (sogenannte Druckspitzen) entstehen, die durch die Einlage entlastet werden müssen.
Die dynamische Ganganalyse: Bei komplexeren Beschwerden wird Ihr Gangbild auf einem Laufband per Video analysiert. Dies hilft, Fehlstellungen in der Bewegung (Knieachse, Beckenstand) zu identifizieren.
4. Die Fertigung und Anprobe Basierend auf den digitalen Daten wird am Computer ein 3D-Modell Ihrer individuellen Einlage erstellt. Eine CNC-Fräse fräst die Einlage anschließend aus einem speziellen Materialblock (z. B. EVA-Schaum), oder sie wird im modernen 3D-Druckverfahren schichtweise aufgebaut. Nach etwa ein bis zwei Wochen können Sie Ihre Einlagen im Sanitätshaus abholen. Bringen Sie zur Anprobe unbedingt die Schuhe mit, in denen Sie die Einlagen am häufigsten tragen werden. Die Einlagen werden dann vor Ort exakt in Ihre Schuhe eingepasst (zugeschliffen).
Einlagen sind anerkannte Hilfsmittel und im Hilfsmittelverzeichnis der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) gelistet. Das bedeutet, dass die Krankenkasse die Kosten für medizinisch notwendige Einlagen übernimmt. Dennoch müssen Sie mit einem Eigenanteil rechnen.
Die gesetzliche Zuzahlung: Für jedes Hilfsmittel, das von der Krankenkasse bezahlt wird, fällt eine gesetzliche Zuzahlung in Höhe von 10 Prozent des Abgabepreises an. Diese beträgt jedoch mindestens 5 Euro und maximal 10 Euro pro Paar. Wenn Sie von der gesetzlichen Zuzahlung befreit sind (weil Sie Ihre persönliche Belastungsgrenze von 2 Prozent – bzw. 1 Prozent bei chronisch Kranken – Ihres Bruttojahreseinkommens erreicht haben), entfällt dieser Betrag.
Die wirtschaftliche Aufzahlung (Mehrkosten): Die Krankenkasse zahlt einen festgelegten Festbetrag für eine Standardversorgung. Diese Standardeinlage erfüllt ihren medizinischen Zweck vollkommen. Viele Senioren wünschen sich jedoch leichtere Materialien, hochwertigere Bezüge (z. B. aus feinem Leder, Mikrofaser oder Silberfäden gegen Fußgeruch) oder besonders dünne Einlagen für elegante Schuhe. Wenn Sie sich für ein solches Premium-Modell entscheiden, müssen Sie die Differenz zwischen dem Festbetrag der Krankenkasse und dem tatsächlichen Preis des Sanitätshauses selbst tragen. Diese sogenannte wirtschaftliche Aufzahlung liegt je nach Material und Aufwand meist zwischen 20 Euro und 60 Euro pro Paar.
Wie viele Einlagen zahlt die Kasse? In der Regel haben Sie als gesetzlich Versicherter Anspruch auf zwei Paar Einlagen pro Jahr. Das erste Paar gilt als Erstversorgung, das zweite Paar als Wechselversorgung (z. B. aus hygienischen Gründen oder für ein zweites Paar Schuhe, etwa Hausschuhe). Bei einer deutlichen Veränderung der Fußanatomie kann der Arzt auch vorzeitig ein neues Rezept ausstellen.
Weitere offizielle Informationen zur Kostenübernahme von Hilfsmitteln finden Sie direkt auf den Seiten der Regierung. Besuchen Sie hierfür das Bundesministerium für Gesundheit, um sich über aktuelle gesetzliche Regelungen zu informieren.
Entlastung für schwere Beine im Alltag.
Neben den Füßen sind die Beine im Alter oft eine Schwachstelle. Wenn die Venenklappen nicht mehr richtig schließen, staut sich das Blut in den Beinen. Die Folge sind schwere, müde und geschwollene Beine, besonders am Abend. Unbehandelt kann eine Venenschwäche zu Krampfadern (Varizen), Hautveränderungen oder im schlimmsten Fall zu einem "offenen Bein" (Ulcus cruris) oder einer lebensgefährlichen Thrombose führen.
Medizinische Kompressionsstrümpfe sind das Basis-Therapiemittel in der Phlebologie (Venenheilkunde) und Lymphologie. Sie üben einen exakt definierten, von unten nach oben abnehmenden Druck auf das Bein aus. Dieser Druck presst die Venen zusammen, wodurch die Venenklappen wieder schließen können. Das Blut fließt schneller zum Herzen zurück, und Gewebeflüssigkeit wird abtransportiert.
Kompressionsstrümpfe werden in Oldenburg häufig von Hausärzten, Phlebologen oder Hautärzten verordnet bei:
Chronisch venöser Insuffizienz (CVI): Der klassischen Venenschwäche mit Krampfadern und Schwellungen (Ödemen).
Thromboseprophylaxe: Zur Vermeidung von Blutgerinnseln, besonders nach Operationen oder bei längerer Bettlägerigkeit.
Lymphödem: Einer Störung des Lymphabflusses, die zu starken Schwellungen führt, oft nach Krebsoperationen (z.B. Entfernung von Lymphknoten).
Lipödem: Einer chronischen, schmerzhaften Fettverteilungsstörung, die fast ausschließlich Frauen betrifft.
Nach Venenoperationen: Zur Unterstützung der Heilung nach dem Ziehen von Krampfadern (Stripping) oder einer Lasertherapie.
In der Kompressionstherapie unterscheidet man grundsätzlich zwischen zwei Herstellungsverfahren, die für völlig unterschiedliche Krankheitsbilder eingesetzt werden:
1. Rundgestrickte Kompressionsstrümpfe: Diese Strümpfe werden nahtlos auf einem runden Zylinder gestrickt. Sie sind sehr elastisch und lassen sich relativ leicht anziehen. Das Material ist oft dünner und optisch kaum von einer normalen, blickdichten Strumpfhose zu unterscheiden. Rundstrick-Versorgungen werden vor allem bei Venenleiden (Krampfadern, leichte Schwellungen) eingesetzt. Sie sind meist in Konfektionsgrößen (Seriengrößen) erhältlich, können bei Bedarf aber auch nach Maß gefertigt werden.
2. Flachgestrickte Kompressionsstrümpfe: Diese Strümpfe werden flach Reihe für Reihe gestrickt und am Ende mit einer flachen, weichen Naht zusammengenäht. Das Material ist dicker, fester und weniger elastisch (hohe Arbeitssteifigkeit). Dadurch geben sie bei Schwellungen nicht nach und erzeugen einen starken Massageeffekt, der die Lymphgefäße anregt. Flachstrick-Strümpfe sind immer Maßanfertigungen und werden zwingend bei Lymphödemen und Lipödemen eingesetzt. Sie formen das Bein aktiv und verhindern, dass sich Flüssigkeit in Hautfalten staut.
Der Arzt legt auf dem Rezept fest, wie stark der Druck des Strumpfes sein muss. Man unterscheidet vier Kompressionsklassen:
KKL 1 (leichte Kompression): Bei leichten Beschwerden, beginnenden Krampfadern oder zur Vorbeugung auf langen Reisen.
KKL 2 (mittlere Kompression): Die am häufigsten verordnete Klasse. Bei ausgeprägten Krampfadern, nach Venen-OPs, bei Beinödemen und während der Schwangerschaft.
KKL 3 (kräftige Kompression): Bei schweren Venenleiden, ausgeprägten Lymphödemen oder nach abgeheiltem "offenen Bein".
KKL 4 (sehr kräftige Kompression): Wird sehr selten und nur bei extremen Krankheitsbildern (schwerste Lymphödeme) eingesetzt.
Ein Kompressionsstrumpf kann nur dann medizinisch wirken, wenn er millimetergenau passt. Ist er zu weit, rutscht er und baut keinen Druck auf. Ist er zu eng, kann er das Blut abschnüren und gefährliche Gewebeschäden verursachen. Die Vermessung im Sanitätshaus ist daher ein kritischer Schritt.
WICHTIG: Die Vermessung muss morgens erfolgen! Wenn Sie einen Termin zur Maßabnahme in einem Oldenburger Sanitätshaus vereinbaren, legen Sie diesen unbedingt auf den frühen Vormittag. Im Laufe des Tages sackt Flüssigkeit in die Beine, und sie schwellen an. Würde man am späten Nachmittag messen, wäre der angefertigte Strumpf morgens nach dem Aufstehen viel zu weit.
Wie wird gemessen? Traditionell erfolgt die Messung mit einem Maßband. Die geschulte Fachkraft (oft speziell ausgebildete Phlebologie-Assistenten) misst die Umfänge an exakt definierten Messpunkten: an der Fessel (dem schmalsten Punkt), an der stärksten Stelle der Wade, unterhalb des Knies und gegebenenfalls am Oberschenkel und an der Hüfte. Zudem werden die Längenmaße genommen.
3D-Laser-Vermessung bei Kompressionsstrümpfen: Viele moderne Sanitätshäuser in Oldenburg bieten mittlerweile eine berührungslose Vermessung mittels 3D-Infrarot- oder Laser-Scanner an (z.B. das Bodytronic-System). Sie stellen sich auf eine kleine Plattform, die sich langsam dreht, während ein Scanner Ihre Beine in wenigen Sekunden komplett erfasst. Das System berechnet aus Millionen von Messpunkten ein exaktes 3D-Modell Ihrer Beine. Der Vorteil: Die Messung ist extrem schnell, völlig berührungslos (was bei schmerzempfindlichen Beinen sehr angenehm ist) und schließt menschliche Messfehler durch zu strammes oder zu lockeres Anlegen des Maßbandes aus.
Auch medizinische Kompressionsstrümpfe fallen unter die Hilfsmittel-Richtlinie der GKV.
Anspruch und Häufigkeit: Bei einer medizinischen Notwendigkeit haben Sie Anspruch auf zwei Paar Kompressionsstrümpfe pro Jahr (oder zwei Strumpfhosen). Üblicherweise wird zunächst ein Paar als Erstversorgung verordnet. Passt dieses gut und wird vertragen, kann der Arzt ein zweites Paar als Wechselversorgung (aus hygienischen Gründen) verordnen. Bei stark schwankenden Beinumfängen oder erheblichem Gewichtsverlust kann auch vorzeitig eine Neuversorgung genehmigt werden.
Zuzahlung und Mehrkosten: Die gesetzliche Zuzahlung beträgt auch hier 10 Prozent (mindestens 5 Euro, maximal 10 Euro pro Paar), sofern Sie nicht von der Zuzahlung befreit sind. Die Krankenkasse deckt die Kosten für eine medizinisch zweckmäßige Standardausführung. Wünschen Sie sich besondere Extras, die medizinisch nicht zwingend notwendig sind, fällt eine wirtschaftliche Aufzahlung an. Solche Extras können sein:
Spezielle Modefarben (z. B. Beere, Marineblau oder saisonale Trendfarben) statt der Standardfarben (Hautfarben/Schwarz).
Haftbänder mit dekorativer Spitze (Spitzenhaftband) statt eines einfachen Noppenhaftbandes.
Eingestrickte Muster (z. B. Rauten- oder Zopfmuster).
Besonders feine, hautfreundliche Materialien (z. B. mit Aloe Vera oder Merinowolle).
Diese Aufzahlungen variieren je nach Hersteller (z. B. medi, Juzo, Bauerfeind, Jobst) und Modell und liegen meist zwischen 15 Euro und 45 Euro.
Anziehhilfen erleichtern den täglichen Umgang.
Viele Senioren haben anfangs Respekt vor dem Tragen von Kompressionsstrümpfen. Sie gelten oft als schwer anzuziehen und warm. Mit den richtigen Hilfsmitteln und Pflegetipps wird der Umgang jedoch schnell zur Routine.
1. Anziehhilfen nutzen (und verordnen lassen!) Das Anziehen erfordert Kraft in den Händen und Beweglichkeit im Rücken – beides ist im Alter oft eingeschränkt. Es gibt spezielle Anziehhilfen, die den Prozess massiv erleichtern. Dazu gehören Metallgestelle (über die der Strumpf gespannt wird, sodass man nur noch hineinschlüpfen muss) oder Gleitsocken aus Ballonseide (für Modelle mit offener Fußspitze). Wichtig: Auch Anziehhilfen sind anerkannte Hilfsmittel! Wenn Sie Einschränkungen in der Motorik haben (z. B. durch Arthrose in den Händen), kann Ihr Arzt Ihnen eine Anziehhilfe auf Rezept verordnen. Die Kasse übernimmt dann die Kosten bis auf die gesetzliche Zuzahlung.
2. Gummihandschuhe verwenden Tragen Sie beim An- und Ausziehen immer spezielle Gummihandschuhe mit Noppen (im Sanitätshaus erhältlich) oder einfache Haushaltshandschuhe. Dadurch haben Sie einen viel besseren Griff, können das Gestrick optimal am Bein verteilen, ohne es zu beschädigen, und schützen den Strumpf vor scharfen Fingernägeln oder Schmuck.
3. Hautpflege ist essenziell Kompressionstherapie entzieht der Haut Feuchtigkeit. Trockene, schuppige Haut kann zu starkem Juckreiz führen. Pflegen Sie Ihre Beine daher täglich. Achtung: Cremen Sie die Beine abends nach dem Ausziehen der Strümpfe ein. Wenn Sie sich morgens eincremen, können Fette in der Creme das empfindliche Elasthan der Strümpfe zerstören und die Haftbänder (Silikon) verlieren ihren Halt, sodass der Strumpf rutscht. Nutzen Sie morgens höchstens spezielle, schnell einziehende Schaumcremes, die für Kompressionsstrümpfe freigegeben sind.
4. Die richtige Pflege der Strümpfe Kompressionsstrümpfe müssen täglich gewaschen werden. Das ist keine übertriebene Hygiene, sondern technisch notwendig: Hautschuppen, Schweiß und Salze setzen sich im Gestrick fest und leiern die Elasthanfäden aus. Durch das Waschen zieht sich das Gewebe wieder zusammen und der medizinische Druck bleibt erhalten. Waschen Sie die Strümpfe bei 30 bis 40 Grad in der Waschmaschine (Schonwaschgang) oder per Hand. Verwenden Sie ein mildes Feinwaschmittel oder spezielles Strumpfwaschmittel. Niemals Weichspüler verwenden! Weichspüler verklebt die Fasern und zerstört die Kompressionswirkung sofort. Trocknen Sie die Strümpfe nicht auf der Heizung oder in der prallen Sonne, sondern an der Luft.
Sowohl orthopädische Einlagen als auch Kompressionsstrümpfe spielen eine entscheidende Rolle in der ganzheitlichen Seniorenpflege und der Sturzprophylaxe. Einlagen verbessern die Propriozeption (die Wahrnehmung des Körpers im Raum) und geben einen sicheren Stand. Schmerzfreies Gehen bedeutet, dass keine Schonhaltung eingenommen wird, was wiederum das Gleichgewicht stabilisiert.
Kompressionsstrümpfe verhindern, dass die Beine im Laufe des Tages schwer und müde werden. Wer leichte Beine hat, hebt die Füße beim Gehen höher an und stolpert seltener über Teppichkanten oder Türschwellen. Für Senioren mit einem Pflegegrad (ab Pflegegrad 1 bis 5) ist der Erhalt der Mobilität das oberste Ziel, um die Selbstständigkeit im eigenen Zuhause so lange wie möglich zu bewahren. PflegeHelfer24 berät Sie gerne ganzheitlich dazu, wie Hilfsmittel – vom Treppenlift über den Hausnotruf bis hin zu orthopädischen Versorgungen – Ihren Alltag sicherer machen.
Damit bei der Versorgung mit Einlagen oder Kompressionsstrümpfen alles reibungslos verläuft, haben wir eine praktische Checkliste für Sie zusammengestellt:
Rezept prüfen: Ist das Rezept noch gültig (maximal 28 Tage alt)? Steht genau drauf, was Sie benötigen (z. B. "Maßschuhe", "Einlagen", "Kompressionsstrümpfe KKL 2") und ist eine Diagnose vermerkt?
Termin vereinbaren: Rufen Sie im Sanitätshaus an. Besonders für die Vermessung von Kompressionsstrümpfen (morgens!) und für aufwendige 3D-Scans ist ein Termin zwingend erforderlich, um Wartezeiten zu vermeiden.
Das richtige Outfit:Für Einlagen: Bringen Sie 2-3 Paar Ihrer am häufigsten getragenen Schuhe mit (Alltagsschuhe, Hausschuhe, Sportschuhe). Die Schuhe sollten eine herausnehmbare Innensohle haben.Für Kompressionsstrümpfe: Tragen Sie weite Hosen oder einen Rock, damit die Beine für die Vermessung leicht zugänglich sind.
Befreiungsausweis mitnehmen: Falls Sie von der gesetzlichen Zuzahlung befreit sind, vergessen Sie Ihren Ausweis der Krankenkasse nicht.
Fragen stellen: Lassen Sie sich genau erklären, welche Materialien angeboten werden, ob Aufzahlungen anfallen und wie Sie das Hilfsmittel pflegen müssen.
Abholung und Anprobe: Nehmen Sie das Hilfsmittel niemals ungetestet mit nach Hause. Probieren Sie Einlagen im Schuh aus und gehen Sie ein paar Schritte durchs Geschäft. Lassen Sie sich bei Kompressionsstrümpfen zeigen, wie man sie mit einer Anziehhilfe anlegt.
Muss ich mich erst an orthopädische Einlagen gewöhnen? Ja. Eine neue Einlage verändert die Statik Ihres gesamten Körpers. Muskeln, Sehnen und Gelenke müssen sich an die neue, korrigierte Position anpassen. Das kann in den ersten Tagen zu leichtem Muskelkater in den Waden oder im Rücken führen. Tragen Sie neue Einlagen anfangs nur stundenweise und steigern Sie die Tragedauer langsam. Nach etwa ein bis zwei Wochen sollten Sie die Einlagen schmerzfrei den ganzen Tag tragen können. Ist das nicht der Fall, gehen Sie zur Nachbesserung zurück ins Sanitätshaus.
Können Einlagen in jeden Schuh gelegt werden? Nein. Der Schuh muss ausreichend Platz bieten. Optimal sind Schuhe mit einem Wechselfußbett, bei denen Sie die werkseitige Innensohle herausnehmen und durch Ihre orthopädische Einlage ersetzen können. Liegt die Einlage einfach auf der normalen Sohle, wird der Schuh oft zu eng am Spann und die Ferse rutscht hinten heraus. Für schmale Schuhe (z. B. Pumps) gibt es spezielle, sehr dünne Einlagen (Pumps-Einlagen), die jedoch oft eine geringere Stützwirkung haben.
Wie lange halten medizinische Kompressionsstrümpfe? Die medizinische Wirksamkeit (der garantierte Kompressionsdruck) ist bei täglichem Tragen und täglichem Waschen auf exakt sechs Monate ausgelegt. Danach ist das Elasthan im Gewebe ermüdet, auch wenn der Strumpf optisch noch einwandfrei aussieht. Daher haben Sie bei chronischen Leiden in der Regel alle sechs Monate Anspruch auf eine Neuversorgung durch die Krankenkasse.
Zahlt die Pflegekasse orthopädische Hilfsmittel? Nein. Orthopädische Einlagen und Kompressionsstrümpfe dienen der Krankenbehandlung oder dem Behinderungsausgleich und fallen somit in die Zuständigkeit der Krankenkasse (SGB V). Die Pflegekasse (SGB XI) zahlt hingegen Pflegehilfsmittel (wie Pflegebetten, Hausnotruf oder zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel). Wenn Sie einen Pflegegrad haben, ändert dies nichts an der Zuständigkeit der Krankenkasse für Ihre Einlagen oder Strümpfe.
Kann ich Kompressionsstrümpfe nachts tragen? Medizinische Kompressionsstrümpfe sind in der Regel für das Tragen in Bewegung (tagsüber) konzipiert. Im Liegen ist der Rückfluss des Blutes zum Herzen durch die Schwerkraft ohnehin erleichtert. Trägt man die Strümpfe nachts, kann der Druck auf die ruhenden Gefäße zu stark werden. Ziehen Sie die Strümpfe daher vor dem Schlafengehen aus, es sei denn, Ihr Arzt hat ausdrücklich eine andere Anordnung getroffen (z. B. nach bestimmten Operationen).
Orthopädische Einlagen und medizinische Kompressionsstrümpfe sind weit mehr als nur einfache Hilfsmittel – sie sind essenzielle Werkzeuge, um im Alter aktiv, schmerzfrei und sicher am Leben teilzunehmen. Dank modernster 3D-Messtechnik und innovativer Materialien bieten die Sanitätshäuser in Oldenburg heute maßgeschneiderte Versorgungen an, die höchsten Tragekomfort garantieren.
Denken Sie daran: Der Weg zur besseren Mobilität beginnt mit einem Gespräch bei Ihrem Arzt. Nutzen Sie die Leistungen Ihrer gesetzlichen Krankenversicherung aus und achten Sie auf die korrekte Pflege Ihrer Hilfsmittel. Ob der Spaziergang an der Hunte oder der Alltag in den eigenen vier Wänden – mit der richtigen orthopädischen Unterstützung bleiben Sie länger selbstständig und sicher auf den Beinen. PflegeHelfer24 steht Ihnen als Partner für alle Fragen rund um ein sicheres und barrierefreies Leben im Alter zur Seite.
Wichtige Antworten rund um Einlagen und Kompressionsstrümpfe