Die Erhaltung der eigenen Mobilität ist einer der wichtigsten Faktoren für ein selbstbestimmtes und erfülltes Leben im Alter. Wenn das Gehen zunehmend schwerer fällt, die Beine nach einem kurzen Spaziergang schwer werden oder Schmerzen in den Füßen den Alltag einschränken, ist schnelles Handeln gefragt. In der traditionsreichen Universitätsstadt Tübingen steht Ihnen ein hervorragendes Netzwerk aus Fachärzten und hochmodernen Sanitätshäusern zur Verfügung. Dieser umfassende Ratgeber beleuchtet detailliert, wie Sie im Jahr 2026 von modernster Technik bei der Vermessung und Maßanfertigung von orthopädischen Einlagen und medizinischen Kompressionsstrümpfen profitieren können.
Als Experten für Seniorenpflege und Hilfsmittelversorgung wissen wir bei PflegeHelfer24, dass der Weg zum passenden orthopädischen Hilfsmittel oft von vielen Fragen begleitet wird. Welche Kosten übernimmt die Krankenkasse? Wie funktioniert ein 3D-Scan? Und wie gelingt das tägliche Anziehen der Strümpfe ohne fremde Hilfe? In diesem Artikel finden Sie alle verifizierten Antworten, praktische Tipps für den Alltag und konkrete Handlungsempfehlungen für Senioren und deren pflegende Angehörige.
Unsere Füße tragen uns ein Leben lang. Mit zunehmendem Alter verändert sich jedoch die Biomechanik des Körpers. Das natürliche Fettpolster unter der Fußsohle schwindet, Bänder und Sehnen verlieren an Elastizität, und die Gelenke zeigen oft Anzeichen von Verschleiß (Arthrose). Gleichzeitig lässt die Leistung des venösen Systems in den Beinen nach. Die Venenklappen, die das Blut gegen die Schwerkraft zurück zum Herzen transportieren sollen, schließen oft nicht mehr richtig. Die Folge sind Blutstauungen, Schwellungen (Ödeme) und ein erhöhtes Risiko für Thrombosen.
Genau hier setzen orthopädische Maßeinlagen und medizinische Kompressionsstrümpfe an. Sie sind weit mehr als nur einfache Hilfsmittel; sie sind medizinisch hochwirksame Instrumente, die Schmerzen lindern, Folgeschäden verhindern und die Sturzgefahr drastisch reduzieren können. Ein passgenaues Hilfsmittel unterstützt die natürliche Funktion des Körpers, entlastet schmerzende Regionen und fördert die Durchblutung. Dies ist besonders für Senioren ab 65 Jahren von enormer Bedeutung, da eine eingeschränkte Mobilität oft der erste Schritt in die Pflegebedürftigkeit ist.
Maßgefertigte Einlagen sorgen für spürbare Entlastung bei jedem Schritt.
Jeder Fuß ist so einzigartig wie ein Fingerabdruck. Konfektionierte Einlagen aus dem Supermarkt können daher niemals die therapeutische Wirkung einer individuellen Maßanfertigung erreichen. Orthopädische Einlagen werden ärztlich verordnet, wenn Fußfehlstellungen oder schmerzhafte Erkrankungen diagnostiziert wurden. Zu den häufigsten Indikationen im Seniorenalter gehören:
Knick-Senkfuß (Plattfuß): Das Längsgewölbe des Fußes flacht ab, was zu Schmerzen im Mittelfuß und in den Knien führen kann.
Spreizfuß: Das Quergewölbe sinkt ein. Dies führt oft zu schmerzhaften Schwielen unter den Mittelfußköpfchen.
Fersensporn (Fasciitis plantaris): Eine schmerzhafte Entzündung der Sehnenplatte an der Fußsohle, oft begleitet von einem knöchernen Auswuchs an der Ferse.
Hallux valgus (Ballenzeh): Eine Fehlstellung der Großzehe, die oft mit starken Schmerzen im Schuh einhergeht.
Arthrose in den Fuß- und Sprunggelenken: Verschleißbedingte Gelenkschmerzen, die durch eine weichbettende Einlage gelindert werden können.
In den Tübinger Sanitätshäusern wird je nach Diagnose das passende Einlagenkonzept gewählt. Weichpolstereinlagen eignen sich besonders gut für schmerzempfindliche Seniorenfüße, da sie Stöße dämpfen und den Druck gleichmäßig verteilen. Kopieneinlagen oder Schaleneinlagen hingegen bieten dem Fuß mehr Führung und Stabilität, was besonders bei einer erhöhten Sturzgefahr wichtig ist. Die Materialien reichen von hochwertigem Kork-Leder-Gemisch über moderne, atmungsaktive EVA-Schäume (Ethylenvinylacetat) bis hin zu ultraleichten Carbon-Kernen.
Eine besondere Herausforderung in der Orthopädieschuhtechnik stellt der Diabetes mellitus dar. Viele Senioren leiden unter der sogenannten diabetischen Polyneuropathie. Dabei handelt es sich um eine Nervenschädigung, die dazu führt, dass Schmerz- und Druckempfinden in den Füßen stark reduziert sind oder komplett ausfallen. Ein drückender Schuh oder eine kleine Verletzung wird vom Patienten oft wochenlang nicht bemerkt. Dies kann zu schweren, schlecht heilenden Wunden (Ulzera) führen.
Für Diabetiker in Tübingen fertigen spezialisierte Orthopädieschuhtechniker die sogenannte diabetisch adaptierte Fußbettung an. Diese Einlagen sind deutlich dicker (oft 10 bis 15 Millimeter) und bestehen aus speziellen, scherkräfteabsorbierenden Materialien. Sie werden so konstruiert, dass Druckspitzen komplett eliminiert werden. Wichtig: Diese speziellen Einlagen passen meist nicht in normale Konfektionsschuhe. Hier verordnet der Arzt in der Regel zusätzlich spezielle Therapieschuhe für Diabetiker, die ausreichend Volumen für die dicke Einlage bieten und keine störenden Innennähte aufweisen.
Mit modernster 3D-Technologie wird Ihr Fuß berührungslos und exakt vermessen.
Noch vor wenigen Jahren war der Trittschaumkasten das Standardwerkzeug im Sanitätshaus. Der Patient trat in einen Kasten mit weichem Schaum, um einen negativen Abdruck seines Fußes zu hinterlassen. Obwohl diese Methode noch immer existiert, hat die Digitalisierung in den modernen Tübinger Gesundheitseinrichtungen längst Einzug gehalten.
Heute erfolgt die Vermessung in der Regel berührungslos und hochpräzise mittels 3D-Scantechnologie. Der Patient stellt sich auf eine Glasplatte, unter der hochauflösende Kameras und Laser den Fuß in Sekundenschnelle dreidimensional erfassen. Der Computer erstellt daraus ein exaktes, digitales Modell des Fußes (eine sogenannte Punktewolke). Diese Technologie bietet entscheidende Vorteile:
Höchste Präzision: Der Scan erfasst die Fußkontur bis auf den Millimeter genau, ohne dass das Material durch den Druck des Fußes verfälscht wird.
Reproduzierbarkeit: Die digitalen Daten werden gespeichert. Wenn Sie ein halbes Jahr später ein zweites Paar Einlagen benötigen, kann dieses auf Basis der exakt selben Daten gefertigt werden.
Hygiene: Da keine direkten Kontaktmaterialien wie Gips oder Schaum verwendet werden, ist der Vorgang absolut hygienisch.
Zusätzlich zum statischen Scan bieten viele Tübinger Sanitätshäuser eine digitale Fußdruckmessung (Pedographie) an. Dabei geht der Patient über eine spezielle Messplatte, die mit Tausenden von Sensoren ausgestattet ist. Diese Platte misst die Druckverteilung unter der Fußsohle während der Abrollbewegung beim Gehen. So erkennt der Orthopädietechniker genau, an welchen Stellen der Fuß im Bewegungsablauf überlastet ist, und kann die Einlage exakt darauf abstimmen. Nach der digitalen Konstruktion am Bildschirm wird die Einlage von computergesteuerten CNC-Fräsmaschinen millimetergenau aus einem Materialblock gefräst und anschließend vom Techniker in Handarbeit an den Schuh des Patienten angepasst.
Während Einlagen das Fundament des Körpers stützen, sind medizinische Kompressionsstrümpfe das wichtigste Hilfsmittel für die Gesundheit der Beine. Sie werden verordnet bei Venenschwäche (chronisch venöse Insuffizienz), nach Venenoperationen, zur Behandlung von Lymphödemen oder Lipödemen sowie zur Vorbeugung von Thrombosen.
Die Wirkungsweise eines Kompressionsstrumpfes basiert auf einem exakt definierten Druckverlauf. Der Druck ist an der Fessel (Knöchel) am stärksten und nimmt nach oben hin zum Knie oder Oberschenkel kontinuierlich ab. Durch diesen von außen ausgeübten Druck wird der Durchmesser der erweiterten Venen verringert. Die Venenklappen, die vorher nicht mehr richtig schlossen, können nun wieder abdichten. Das Blut fließt schneller und zielgerichteter zurück zum Herzen, Gewebswasser (Ödeme) wird abtransportiert und die Beine fühlen sich spürbar leichter an.
Bei der Anfertigung von Kompressionsstrümpfen unterscheidet die Medizin grundsätzlich zwischen zwei Herstellungsverfahren, die für völlig unterschiedliche Krankheitsbilder eingesetzt werden. Es ist wichtig, diesen Unterschied zu kennen, da er maßgeblich über den Therapieerfolg entscheidet.
Rundgestrickte Kompressionsstrümpfe: Diese Strümpfe werden nahtlos auf einem runden Zylinder gestrickt. Sie sind sehr elastisch, relativ dünn und optisch kaum von normalen blickdichten Feinstrumpfhosen zu unterscheiden. Rundstrickware wird vor allem bei Venenleiden, Krampfadern (Varikosis) und leichten Schwellungen eingesetzt. Sie sind in vorgegebenen Standardgrößen erhältlich, können bei abweichenden Beinformen aber auch auf Maß gefertigt werden.
Flachgestrickte Kompressionsstrümpfe: Dieses Material wird flach gestrickt und anschließend mit einer flachen Naht an der Rückseite des Beins zusammengenäht. Das Gestrick ist deutlich dicker, fester und weniger elastisch (es hat eine hohe Arbeitssteifigkeit). Flachstrickstrümpfe werden immer millimetergenau auf Maß gefertigt. Sie kommen bei schweren Krankheitsbildern wie dem Lymphödem (Ansammlung von Lymphflüssigkeit im Gewebe) oder dem Lipödem (krankhafte Fettverteilungsstörung) zum Einsatz. Durch das feste Material legen sie sich nicht in Hautfalten und verhindern, dass Gewebeflüssigkeit in das Bein absackt.
Der Arzt legt auf dem Rezept nicht nur die Länge des Strumpfes (z. B. Wadenstrumpf, Oberschenkelstrumpf oder Strumpfhose) fest, sondern auch die sogenannte Kompressionsklasse (CCL oder KKL). Diese definiert den Ruhedruck, den der Strumpf auf den Knöchel ausübt:
KKL 1 (Leichte Kompression): Wird oft bei beginnenden Krampfadern, leichten Schweregefühlen in den Beinen oder zur Prophylaxe auf längeren Reisen eingesetzt.
KKL 2 (Mittlere Kompression): Dies ist die am häufigsten verschriebene Klasse. Sie wird bei ausgeprägten Krampfadern, nach Venenoperationen, bei Beinödemen und zur Thromboseprophylaxe verordnet.
KKL 3 (Kräftige Kompression): Kommt bei schweren Venenleiden, ausgeprägten Lymphödemen oder nach abgeheilten offenen Beinen (Ulcus cruris venosum) zum Einsatz. Das Anziehen erfordert hier bereits deutlich mehr Kraft.
KKL 4 (Sehr kräftige Kompression): Wird nur noch selten und bei extremen Ausprägungen von Lymphödemen verschrieben. Meist wird hier auf mehrlagige Bandagierungen zurückgegriffen.
Für die perfekte Passform ist eine genaue Vermessung am Vormittag wichtig.
Damit ein Kompressionsstrumpf seine medizinische Wirkung entfalten kann, ohne einzuschnüren, muss er perfekt passen. Die Vermessung ist daher der wichtigste Schritt auf dem Weg zu Ihrem Hilfsmittel. In Tübingen bieten die Sanitätshäuser hierfür höchste Standards.
Wichtige Grundregel für die Vermessung: Die Vermessung der Beine sollte idealerweise immer morgens stattfinden, am besten direkt nach dem Aufstehen. Im Laufe des Tages, besonders wenn Sie viel stehen oder sitzen, sammelt sich Flüssigkeit in den Beinen an. Werden die Beine am späten Nachmittag vermessen, sind sie geschwollen. Der Strumpf würde dann auf Basis dieses geschwollenen Zustands gefertigt und wäre am nächsten Morgen zu weit, wodurch er keine ausreichende Kompression aufbauen könnte. Vereinbaren Sie Ihren Termin im Sanitätshaus daher immer für den frühen Vormittag.
Auch bei der Vermessung von Kompressionsstrümpfen hat die 3D-Technologie das klassische Maßband in vielen Tübinger Einrichtungen abgelöst. Moderne 3D-Beinscanner (wie beispielsweise das Bodytronic-System) erfassen das Bein berührungslos. Der Patient steht dabei auf einer rotierenden Plattform, während ein Lichtraster auf die Beine projiziert und von Kameras erfasst wird. Innerhalb von weniger als einer Minute berechnet das System ein exaktes 3D-Modell der Beine inklusive aller Umfangs- und Längenmaße. Der Computer gleicht diese Daten sofort mit den Datenbanken der Hersteller ab und ermittelt, ob eine Standardgröße ausreicht oder ob eine individuelle Maßanfertigung notwendig ist.
Sowohl orthopädische Einlagen als auch medizinische Kompressionsstrümpfe sind anerkannte Hilfsmittel im Sinne des Fünften Sozialgesetzbuches (SGB V). Wenn eine medizinische Notwendigkeit besteht, übernimmt die gesetzliche Krankenkasse den Großteil der Kosten. Dafür benötigen Sie ein gültiges Rezept von Ihrem behandelnden Arzt (Hausarzt, Orthopäde, Phlebologe oder Diabetologe).
Regelversorgung pro Kalenderjahr: Als Richtwert gilt, dass gesetzlich Versicherte Anspruch auf zwei Paar orthopädische Einlagen pro Jahr haben (ein Erstpaar und ein Wechselpaar aus hygienischen Gründen). Bei Kompressionsstrümpfen gewähren die Kassen in der Regel alle sechs Monate ein neues Paar, also ebenfalls zwei Paar pro Jahr. Bei starken Gewichtsschwankungen oder einer Veränderung des Krankheitsbildes kann der Arzt auch vorzeitig eine Neuversorgung verordnen.
Die Zuzahlung und der wirtschaftliche Aufschlag: Für jedes verordnete Hilfsmittel fällt die gesetzliche Zuzahlung an. Diese beträgt 10 Prozent des Abgabepreises, jedoch mindestens 5 Euro und maximal 10 Euro pro Hilfsmittel. Zusätzlich zur gesetzlichen Zuzahlung kann im Sanitätshaus ein sogenannter wirtschaftlicher Aufschlag (auch Mehrkosten oder Aufzahlung genannt) anfallen.
Die Krankenkasse zahlt dem Sanitätshaus einen festgelegten Festbetrag für eine Basisversorgung (Kassenmodell). Wenn Sie sich für ein höherwertiges Material, eine spezielle Polsterung bei Einlagen, eine besonders atmungsaktive Faser oder eine modische Farbe bei Kompressionsstrümpfen entscheiden, die über das Maß des medizinisch Notwendigen hinausgeht, müssen Sie die Differenz zum Festbetrag selbst tragen. Bei Einlagen liegen diese Aufzahlungen in Tübingen erfahrungsgemäß zwischen 20 und 50 Euro pro Paar. Bei Premium-Kompressionsstrümpfen können Aufzahlungen von 15 bis 40 Euro anfallen. Das Sanitätshaus ist gesetzlich verpflichtet, Sie vor der Anfertigung transparent über alle anfallenden Kosten aufzuklären und Ihnen immer auch ein aufzahlungsfreies Kassenmodell anzubieten.
Gerade im Alter, wenn die Rente oft knapp ist und viele Medikamente und Hilfsmittel benötigt werden, können sich die Zuzahlungen summieren. Der Gesetzgeber schützt Versicherte jedoch vor einer finanziellen Überlastung durch die sogenannte Belastungsgrenze.
Sie müssen pro Kalenderjahr maximal 2 Prozent Ihres jährlichen Bruttoeinkommens an gesetzlichen Zuzahlungen (für Medikamente, Hilfsmittel, Krankenhausaufenthalte etc.) leisten. Für chronisch kranke Menschen, die wegen derselben schwerwiegenden Krankheit in Dauerbehandlung sind (was bei vielen Senioren mit Diabetes, Arthrose oder schweren Venenleiden der Fall ist), sinkt diese Grenze auf 1 Prozent.
Handlungsempfehlung: Sammeln Sie alle Quittungen über geleistete Zuzahlungen ab dem 1. Januar eines Jahres. Sobald Sie Ihre persönliche Belastungsgrenze erreicht haben, können Sie bei Ihrer Krankenkasse einen Antrag auf Zuzahlungsbefreiung für den Rest des Jahres stellen. Sie erhalten dann einen Befreiungsausweis, den Sie im Sanitätshaus vorlegen können. Wichtig: Die Befreiung gilt nur für die gesetzliche Zuzahlung (die 5 bis 10 Euro), nicht für eventuelle wirtschaftliche Aufschläge für Premium-Materialien!
Detaillierte und tagesaktuelle Informationen zu den Befreiungsregelungen finden Sie direkt auf der Webseite des Bundesgesundheitsministeriums.
Praktische Anziehhilfen erleichtern den Alltag mit Kompressionsstrümpfen enorm.
Eines der größten Probleme für Senioren ist das tägliche An- und Ausziehen der Kompressionsstrümpfe. Die Strümpfe sind absichtlich sehr eng und erfordern Kraft in den Händen und Beweglichkeit in der Hüfte – beides nimmt im Alter oft ab. Wenn das Anziehen nicht mehr selbstständig gelingt, droht die Gefahr, dass die Strümpfe im Schrank liegen bleiben und die Therapie abgebrochen wird.
Um dies zu verhindern, gibt es eine Vielzahl von An- und Ausziehhilfen, die ebenfalls vom Arzt auf Rezept verordnet werden können und von der Krankenkasse bezahlt werden. In den Tübinger Sanitätshäusern können Sie diese Hilfsmittel ausprobieren:
Gleitsocken (für Strümpfe mit offener Spitze): Ein extrem glattes Material aus Fallschirmseide wird über den Fuß gezogen. Der Kompressionsstrumpf gleitet darüber fast mühelos nach oben. Danach wird die Gleitsocke vorne an den Zehen herausgezogen.
Metallgestelle (z. B. Butler): Der Strumpf wird über einen Metallhalbkreis gestülpt und vorgedehnt. Der Senior kann dann einfach mit dem Fuß in das Gestell hineinsteigen und den Strumpf an den seitlichen Griffen nach oben ziehen. Dies erfordert kein Bücken.
Gummihandschuhe: Spezielle Noppenhandschuhe aus dem Sanitätshaus sind ein absolutes Muss. Sie verleihen den Händen extremen Grip, sodass der Strumpf am Bein nach oben massiert werden kann, ohne das Gestrick mit den Fingernägeln zu beschädigen.
Sollte das Anziehen trotz aller Hilfsmittel aufgrund von schweren körperlichen Einschränkungen (z. B. schweres Rheuma, Parkinson, fortgeschrittene Arthrose) absolut nicht mehr möglich sein, kann der Arzt das "An- und Ausziehen von Kompressionsstrümpfen ab KKL 2" als häusliche Krankenpflege verordnen. In diesem Fall kommt täglich ein ambulanter Pflegedienst zu Ihnen nach Hause, um diese Aufgabe zu übernehmen. Die Kosten hierfür trägt die Krankenkasse.
Wenn Sie noch nie orthopädische Hilfsmittel erhalten haben, fragen Sie sich vielleicht, wie der Prozess genau abläuft. Hier ist der typische Weg zu Ihren Einlagen oder Strümpfen in Tübingen:
Schritt 1: Der Arztbesuch Suchen Sie bei Beschwerden Ihren Hausarzt oder einen Facharzt (Orthopäde, Phlebologe) auf. Dieser stellt die Diagnose und händigt Ihnen ein rosa Rezept (Muster 16) aus. Achten Sie darauf, dass das Rezept innerhalb von 28 Tagen nach Ausstellung im Sanitätshaus eingelöst werden muss, da es sonst seine Gültigkeit verliert.
Schritt 2: Terminvereinbarung Rufen Sie in einem zertifizierten Sanitätshaus oder bei einem Orthopädieschuhtechniker in Tübingen an. Für Kompressionsstrümpfe bestehen Sie auf einen Termin am frühen Vormittag. Für Einlagen bringen Sie bitte Ihre am häufigsten getragenen Schuhe zum Termin mit.
Schritt 3: Beratung und Vermessung Der Fachberater analysiert Ihr Rezept, bespricht Ihre persönlichen Bedürfnisse und führt den 3D-Scan oder die Fußdruckmessung durch. Sie werden über Kassenmodelle und mögliche Aufzahlungen aufgeklärt.
Schritt 4: Die Anfertigung Ihre Daten werden an die Werkstatt oder den Hersteller übermittelt. Bei Einlagen dauert die Anfertigung in der hauseigenen Werkstatt meist etwa ein bis zwei Wochen. Maßgefertigte Kompressionsstrümpfe werden direkt beim Hersteller (z. B. in Deutschland ansässige Firmen) gestrickt und sind meist nach 7 bis 10 Tagen abholbereit.
Schritt 5: Anprobe und Einweisung Sie holen Ihr Hilfsmittel ab. Bei Einlagen werden diese direkt in Ihre Schuhe eingepasst und Sie absolvieren ein kurzes Probestehen oder -gehen. Bei Kompressionsstrümpfen wird das Anziehen gemeinsam mit dem Fachpersonal geübt. Das Personal zeigt Ihnen genau, wie Sie den Strumpf am Bein verteilen, ohne Falten zu werfen.
Damit orthopädische Einlagen und Kompressionsstrümpfe ihre Funktion über die vorgesehenen sechs Monate (bei Strümpfen) oder das ganze Jahr (bei Einlagen) behalten, ist die richtige Pflege essenziell. Falsche Reinigung kann die teuren Materialien binnen weniger Wochen zerstören.
Pflege von Kompressionsstrümpfen:
Tägliche Wäsche: Kompressionsstrümpfe müssen täglich gewaschen werden! Hautschuppen, Schweiß und Reste von Körperlotionen greifen die elastischen Fasern (Elasthan) an. Durch das Waschen ziehen sich die Fasern wieder zusammen und der Strumpf erhält seine volle Kompressionskraft zurück.
Kein Weichspüler: Verwenden Sie niemals Weichspüler! Die chemischen Substanzen verkleben und zerstören die Elasthanfaser irreversibel. Der Strumpf leiert aus und wird medizinisch nutzlos.
Hand- oder Maschinenwäsche: Sie können die Strümpfe im Schonwaschgang bei 30 bis 40 Grad waschen. Verwenden Sie ein spezielles Kompressionsstrumpf-Waschmittel oder ein mildes Feinwaschmittel.
Trocknen: Legen Sie die Strümpfe zum Trocknen flach auf ein Handtuch oder auf den Wäscheständer. Niemals auf die heiße Heizung legen oder in die direkte Sonne hängen, da Hitze das Material zerstört. Die meisten modernen Strümpfe sind trocknergeeignet (Schongang), prüfen Sie hierzu jedoch das Etikett.
Pflege von orthopädischen Einlagen:
Lüften: Nehmen Sie die Einlagen abends aus den Schuhen heraus, damit die aufgenommene Fußfeuchtigkeit über Nacht verdunsten kann.
Reinigung: Wischen Sie die Oberfläche bei Bedarf mit einem leicht feuchten Tuch und etwas milder Seife ab.
Keine Hitze: Legen Sie Einlagen niemals auf die Heizung. Besonders thermoplastisch verformte Kunststoffe oder EVA-Schäume können sich durch Hitze verformen und ihre Stützwirkung verlieren.
Wenn Sie als Angehöriger oder Betreuungskraft für die Versorgung eines Seniors in Tübingen zuständig sind, tragen Sie eine große Verantwortung. Oft können Senioren Veränderungen an ihren Füßen oder Beinen nicht mehr selbst richtig einschätzen oder kommunizieren. Achten Sie daher auf folgende Punkte:
Hautpflege ist das A und O: Unter Kompressionsstrümpfen trocknet die Haut von Senioren (die ohnehin oft pergamentartig und empfindlich ist) extrem schnell aus. Dies kann zu quälendem Juckreiz führen. Cremen Sie die Beine des Pflegebedürftigen jeden Abend nach dem Ausziehen der Strümpfe mit einer feuchtigkeitsspendenden Lotion (z. B. mit Urea) ein. Morgens vor dem Anziehen sollte die Haut jedoch komplett trocken sein, da der Strumpf sonst nicht über die Beine gleitet.
Druckstellen kontrollieren: Kontrollieren Sie bei Diabetikern täglich die Füße auf Rötungen, Blasen oder kleine Risse. Selbst kleinste Verletzungen können dramatische Folgen haben. Tasten Sie auch die Ränder der orthopädischen Einlagen ab. Wenn sich das Bezugsmaterial löst oder Falten wirft, muss die Einlage sofort vom Orthopädieschuhtechniker in Tübingen repariert werden.
Faltenbildung beim Strumpf vermeiden: Achten Sie beim Anziehen der Kompressionsstrümpfe penibel darauf, dass sich in den Kniekehlen oder am Spann keine Falten bilden. Diese Falten wirken wie ein Abschnürband, unterbrechen die Durchblutung und können schmerzhafte Einschnürungen verursachen.
Schuhwerk prüfen: Die beste orthopädische Einlage ist nutzlos, wenn der Schuh, in dem sie getragen wird, abgelaufen oder zu eng ist. Achten Sie darauf, dass der Senior feste, gut sitzende Schuhe mit einer herausnehmbaren Sohle trägt. Wenn die Maßeinlage in den Schuh gelegt wird, muss die originale Innensohle des Herstellers zwingend vorher entfernt werden, da der Schuh sonst zu eng wird.
Die Versorgung mit orthopädischen Einlagen und medizinischen Kompressionsstrümpfen hat sich dank modernster 3D-Messtechnik enorm weiterentwickelt. In Tübingen finden Sie hervorragende Bedingungen, um sich oder Ihre Angehörigen optimal versorgen zu lassen. Die richtige Maßanfertigung lindert Schmerzen, fördert die Durchblutung und erhält die Mobilität im Alter.
Ihre Checkliste für den Weg zum Hilfsmittel:
Arztbesuch: Diagnose stellen lassen und rosa Rezept abholen (Gültigkeit: 28 Tage).
Terminplanung: Termin im Sanitätshaus in Tübingen vereinbaren (für Strümpfe zwingend am Vormittag!).
Vorbereitung Einlagen: Bringen Sie Ihre bevorzugten Alltagsschuhe zum Vermessungstermin mit.
Zuzahlungsbefreiung: Prüfen Sie, ob Sie Ihre Belastungsgrenze (1% oder 2%) bereits erreicht haben und bringen Sie ggf. Ihren Befreiungsausweis mit.
Anziehhilfen ansprechen: Wenn Sie Probleme beim Bücken haben, bitten Sie Ihren Arzt direkt um ein Rezept für eine Anziehhilfe (z. B. Strumpf-Butler).
Pflegeprodukte: Besorgen Sie sich spezielle Gummihandschuhe für das Anziehen der Strümpfe und eine gute Feuchtigkeitscreme für die abendliche Hautpflege.
Mit der richtigen Vorbereitung, der Nutzung moderner Messtechnik und einer konsequenten täglichen Anwendung werden diese Hilfsmittel zu einem unverzichtbaren Begleiter, der Ihre Lebensqualität im Alltag spürbar verbessert und Ihre Unabhängigkeit im Alter nachhaltig unterstützt.
Die wichtigsten Antworten für Ihre Versorgung in Tübingen