Ein dauerhaft zu hoher Blutdruck ist eine ernstzunehmende gesundheitliche Herausforderung, die besonders im fortgeschrittenen Alter weitreichende Folgen haben kann. Wenn Ihr Arzt Ihnen oder einem pflegebedürftigen Angehörigen
verschrieben hat, gehören Sie zu den Millionen von Menschen in Deutschland, die auf dieses bewährte und moderne Medikament vertrauen. Die Diagnose
(Bluthochdruck) erfordert eine konsequente Behandlung, um das Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle und Nierenschäden zu minimieren. In diesem umfassenden Ratgeber erfahren Sie alles, was Sie über die Wirkung von
wissen müssen. Wir erklären Ihnen verständlich, wie das Medikament arbeitet, worauf Sie bei der täglichen Einnahme achten sollten und wie Sie mögliche Nebenwirkungen im Alltag sicher meistern. Zudem geben wir Ihnen wertvolle Tipps, wie Sie als Senior oder als pflegender Angehöriger den Alltag mit Bluthochdruck optimal gestalten können.
Candesartan gehört zu einer Gruppe von Medikamenten, die in der medizinischen Fachsprache als Sartane oder Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten bezeichnet werden. Um die Wirkung zu verstehen, hilft ein kurzer Blick auf die Vorgänge in unserem Körper. Unser Organismus verfügt über ein komplexes System zur Regulierung des Blutdrucks und des Wasserhaushalts, das sogenannte Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS).
Ein zentraler Botenstoff in diesem System ist das Hormon Angiotensin II. Dieses Hormon hat die Eigenschaft, die Blutgefäße stark zu verengen. Stellen Sie sich einen Gartenschlauch vor: Wenn Sie ihn zusammendrücken, steigt der Druck des Wassers im Inneren. Genau das passiert in Ihren Adern, wenn Angiotensin II an die entsprechenden Andockstellen (Rezeptoren) der Gefäßwände bindet. Der Blutdruck steigt an, und das Herz muss gegen einen höheren Widerstand anpumpen.
Hier setzt Candesartan an: Das Medikament blockiert gezielt diese Andockstellen (die sogenannten AT1-Rezeptoren). Das Hormon Angiotensin II kann somit nicht mehr wirken. Die Folge ist eine Entspannung und Erweiterung der Blutgefäße. Der Blutdruck sinkt auf ein normales Niveau, und der Herzmuskel wird spürbar entlastet. Im Gegensatz zu älteren Blutdrucksenkern zeichnen sich Sartane durch eine sehr hohe Zielgenauigkeit aus, was sie in der Regel besonders gut verträglich macht.
Ein vertrauensvolles Gespräch mit dem Arzt klärt offene Fragen.
Die Verordnung von Candesartan erfolgt durch den behandelnden Arzt nach einer sorgfältigen Diagnostik. Das Medikament wird hauptsächlich für drei große Anwendungsbereiche verschrieben:
Arterielle Hypertonie (Bluthochdruck): Dies ist der häufigste Einsatzgrund. Candesartan wird oft verschrieben, wenn Patienten andere Medikamente wie ACE-Hemmer (zum Beispiel Ramipril) aufgrund von Nebenwirkungen wie einem trockenen Reizhusten nicht vertragen.
Herzinsuffizienz (Herzschwäche): Bei einer Herzmuskelschwäche ist das Herz nicht mehr in der Lage, ausreichend Blut durch den Körper zu pumpen. Durch die gefäßerweiternde Wirkung von Candesartan sinkt der Widerstand in den Adern. Das geschwächte Herz muss weniger Kraft aufwenden, um das Blut zu zirkulieren. Dies kann die Lebenserwartung und Lebensqualität bei Herzinsuffizienz deutlich verbessern.
Nierenschutz (Nephroprotektion): Besonders bei Patienten mit Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) und begleitendem Bluthochdruck schützt Candesartan die empfindlichen Nierengefäße vor weiteren Schäden und verlangsamt den Verlust der Nierenfunktion.
Besonders für Senioren ab 65 Jahren ist Candesartan oft das Medikament der Wahl, da es den Stoffwechsel nicht negativ beeinflusst und sich gut mit vielen anderen altersbedingten Erkrankungen vereinbaren lässt.
Eine praktische Medikamentenbox hilft bei der täglichen Routine.
Damit Candesartan seine volle und schützende Wirkung entfalten kann, ist die korrekte und regelmäßige Einnahme (die sogenannte Compliance oder Adhärenz) von entscheidender Bedeutung. Der Blutdruck muss rund um die Uhr stabil gehalten werden, um gefährliche Spitzen, besonders in den frühen Morgenstunden, zu vermeiden.
Beachten Sie für die Einnahme folgende Grundregeln:
Einmal täglich: In den meisten Fällen wird Candesartan einmal am Tag eingenommen. Die Standarddosierungen liegen je nach Schweregrad der Erkrankung bei 4 mg, 8 mg, 16 mg oder 32 mg.
Feste Uhrzeiten: Nehmen Sie die Tablette jeden Tag zur gleichen Zeit ein. Ob Sie das Medikament morgens oder abends einnehmen, sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen. Oft wird die morgendliche Einnahme empfohlen, es sei denn, Ihr Blutdruck ist nachts besonders hoch.
Unabhängig von Mahlzeiten: Sie können Candesartan mit einem Glas Wasser sowohl auf nüchternen Magen als auch zum Essen einnehmen. Die Nahrung hat keinen Einfluss auf die Aufnahme des Wirkstoffs in den Körper.
Niemals eigenmächtig absetzen: Auch wenn Ihr Blutdruck nach einigen Wochen auf dem Messgerät perfekte Werte anzeigt, dürfen Sie das Medikament nicht absetzen. Die guten Werte sind das Resultat des Medikaments. Setzen Sie es ab, steigt der Blutdruck unweigerlich wieder an.
Was tun, wenn Sie eine Tablette vergessen haben? Wenn Sie die Einnahme einmal vergessen haben, nehmen Sie am nächsten Tag auf keinen Fall die doppelte Dosis ein, um das Versäumnis auszugleichen. Dies könnte zu einem gefährlichen Blutdruckabfall führen. Setzen Sie die Einnahme einfach wie gewohnt am nächsten Tag fort.
Wie jedes wirksame Medikament kann auch Candesartan Nebenwirkungen haben. Die gute Nachricht ist jedoch: Sartane gelten als eine der verträglichsten Klassen von Blutdrucksenkern. Viele Patienten spüren überhaupt keine negativen Begleiterscheinungen. Dennoch sollten Sie, besonders in der Einstellungsphase (den ersten Wochen der Einnahme), auf Ihren Körper achten.
Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören:
Schwindel und Benommenheit: Dies tritt besonders häufig zu Beginn der Therapie auf oder wenn die Dosis erhöht wird. Der Körper muss sich erst an den niedrigeren, normalen Blutdruck gewöhnen. Für Senioren stellt dieser Schwindel ein erhöhtes Sturzrisiko dar.
Kopfschmerzen: Ein leichter Druck im Kopf kann in den ersten Tagen auftreten, verschwindet aber meist von selbst wieder.
Erhöhte Kaliumwerte im Blut (Hyperkaliämie): Candesartan kann dazu führen, dass die Nieren weniger Kalium ausscheiden. Ein zu hoher Kaliumspiegel kann gefährliche Herzrhythmusstörungen auslösen. Ihr Arzt wird dies durch regelmäßige Blutabnahmen kontrollieren.
Atemwegsinfektionen: Gelegentlich berichten Patienten über eine leicht erhöhte Anfälligkeit für Erkältungssymptome.
Eingeschränkte Nierenfunktion: Bei Patienten, deren Nieren bereits vorgeschädigt sind, muss die Nierenfunktion ärztlich engmaschig überwacht werden.
Praxistipp bei Schwindel: Wenn Ihnen nach der Einnahme schwindelig wird, liegt das oft an der sogenannten orthostatischen Hypotonie. Das bedeutet, dass der Blutdruck beim Aufstehen aus dem Liegen oder Sitzen kurzzeitig absackt. Stehen Sie daher immer langsam in Etappen auf. Setzen Sie sich zunächst eine Minute auf die Bettkante, kreisen Sie mit den Füßen, um die Durchblutung anzuregen, und stehen Sie erst dann langsam auf. Halten Sie sich an festen Gegenständen fest.
Sollte der Schwindel zu einer akuten Sturzgefahr führen, ist die Anschaffung eines Hausnotrufsystems dringend zu empfehlen. So können Sie im Falle eines Sturzes sofort Hilfe rufen, auch wenn Sie das Telefon nicht mehr erreichen können. Ab Pflegegrad 1 übernimmt die Pflegekasse hierfür in der Regel einen monatlichen Zuschuss von 25,50 Euro.
Ein besonders wichtiges Thema für Senioren, die oft mehrere Medikamente gleichzeitig einnehmen (Polypharmazie), sind die Wechselwirkungen von Candesartan mit anderen Präparaten. Eine falsche Kombination kann die Wirkung abschwächen oder gefährliche Nebenwirkungen provozieren.
Besondere Vorsicht ist bei folgenden Medikamentengruppen geboten:
Freiverkäufliche Schmerzmittel (NSAR): Medikamente wie Ibuprofen, Diclofenac oder Naproxen sind die größten Feinde Ihrer Blutdruckeinstellung. Sie verengen die Blutgefäße in den Nieren und treiben den Blutdruck wieder in die Höhe. Schlimmer noch: Die Kombination aus Candesartan, einem entwässernden Medikament (Diuretikum) und Ibuprofen wird in der Medizin als "Triple Whammy" (dreifacher vernichtender Schlag) bezeichnet, da sie zu einem akuten Nierenversagen führen kann. Wenn Sie Schmerzen haben, fragen Sie Ihren Arzt nach Alternativen wie Paracetamol, welches den Blutdruck weniger beeinflusst.
Kaliumpräparate und kaliumsparende Diuretika: Da Candesartan den Kaliumspiegel im Blut erhöhen kann, dürfen Sie auf keinen Fall zusätzlich Kalium als Nahrungsergänzungsmittel einnehmen, es sei denn, Ihr Arzt hat es ausdrücklich verordnet. Auch bestimmte Wassertabletten (wie Spironolacton) erfordern eine strenge ärztliche Überwachung.
Lithium: Patienten, die Lithium gegen psychiatrische Erkrankungen einnehmen, müssen streng überwacht werden, da Candesartan die Lithiumkonzentration im Blut toxisch erhöhen kann.
Führen Sie immer einen aktuellen Bundeseinheitlichen Medikationsplan (BMP) mit sich. Wenn Sie mehr als drei verschreibungspflichtige Medikamente dauerhaft einnehmen, haben Sie einen gesetzlichen Anspruch darauf, dass Ihr Arzt oder Apotheker diesen Plan für Sie erstellt und aktualisiert.
Ihre Ernährung spielt eine wesentliche Rolle bei der erfolgreichen Behandlung von Bluthochdruck. Zwar erfordert Candesartan keine extremen Diäten, jedoch gibt es einige wichtige Aspekte, die Sie im Alltag berücksichtigen sollten, um die medikamentöse Therapie optimal zu unterstützen.
Achtung bei Diätsalz (Kochsalzersatz): Viele Menschen mit Bluthochdruck versuchen richtigerweise, ihren Salzkonsum zu reduzieren. Im Supermarkt werden oft "Blutdruck-Salze" oder "Diät-Salze" angeboten. Diese Produkte ersetzen das normale Natriumchlorid durch Kaliumchlorid. In Kombination mit Candesartan kann der Verzehr solcher Salzersatzstoffe zu einer lebensgefährlichen Überversorgung mit Kalium (Hyperkaliämie) führen. Verwenden Sie stattdessen frische Kräuter, Knoblauch und Gewürze, um Ihr Essen schmackhaft zuzubereiten, und verzichten Sie auf künstliche Salzersatzprodukte.
Ausreichend Flüssigkeit: Besonders im Alter lässt das Durstgefühl nach. Wenn Sie zu wenig trinken, verringert sich das Blutvolumen. In Kombination mit einem blutdrucksenkenden Medikament wie Candesartan kann der Blutdruck dann plötzlich zu stark abfallen, was zu Schwindel, Schwäche und Stürzen führt. Trinken Sie täglich mindestens 1,5 bis 2 Liter Wasser oder ungesüßte Tees, sofern Ihr Arzt Ihnen wegen einer Herz- oder Nierenschwäche keine Trinkmengenbeschränkung auferlegt hat.
Alkohol in Maßen: Alkohol erweitert kurzfristig die Blutgefäße. Wenn Sie Alkohol trinken, während Sie Candesartan einnehmen, kann der Blutdruck plötzlich stark absinken. Langfristig bewirkt regelmäßiger Alkoholkonsum jedoch genau das Gegenteil: Er treibt den Blutdruck massiv in die Höhe und macht die Wirkung der Medikamente zunichte. Beschränken Sie Ihren Alkoholkonsum auf ein absolutes Minimum.
Regelmäßiges Blutdruckmessen zu Hause gibt Ihnen Sicherheit.
Um zu überprüfen, ob die Dosis von Candesartan optimal eingestellt ist, wird Ihr Arzt Sie wahrscheinlich bitten, ein Blutdrucktagebuch zu führen. Die häusliche Selbstmessung ist extrem wertvoll, da sie den sogenannten "Weißkittel-Effekt" (Nervosität und hoher Blutdruck in der Arztpraxis) ausschließt.
Damit Ihre Messwerte verlässlich sind, sollten Sie diese Checkliste für die Blutdruckmessung beachten:
Zur Ruhe kommen: Setzen Sie sich vor der Messung mindestens fünf Minuten entspannt auf einen Stuhl. Bewegen Sie sich nicht und sprechen Sie nicht.
Die richtige Haltung: Stellen Sie beide Füße flach auf den Boden (nicht die Beine übereinanderschlagen, das erhöht den Druck). Der Arm sollte entspannt auf einem Tisch aufliegen.
Manschette auf Herzhöhe: Egal ob Sie ein Oberarm- oder Handgelenksmessgerät verwenden, die Manschette muss sich exakt auf Herzhöhe befinden. Bei Handgelenksgeräten müssen Sie den Arm entsprechend anwinkeln.
Zweimal messen: Messen Sie den Blutdruck zweimal im Abstand von ein bis zwei Minuten. Notieren Sie den zweiten, meist niedrigeren Wert in Ihrem Blutdruckpass.
Zum gleichen Zeitpunkt: Messen Sie idealerweise morgens vor der Medikamenteneinnahme und abends. So sieht der Arzt, wie sich der Blutdruck im Tagesverlauf verhält.
Sollten Ihre Werte trotz der Einnahme von Candesartan dauerhaft über 140/90 mmHg liegen, kontaktieren Sie Ihren behandelnden Arzt. Erhöhen Sie niemals selbstständig die Dosis!
Ambulante Pflegedienste unterstützen Sie zuverlässig im Alltag.
Ein Leben mit Bluthochdruck erfordert einige Anpassungen im Alltag. Für Senioren und deren pflegende Angehörige gibt es zahlreiche Möglichkeiten, den Umgang mit der Erkrankung und dem Medikament Candesartan sicher und routiniert zu gestalten.
1. Hilfsmittel für die Medikamenteneinnahme nutzen Wenn Sie neben Candesartan noch weitere Medikamente einnehmen müssen, kann man leicht den Überblick verlieren. Nutzen Sie eine Medikamentenbox (Dosett) mit Fächern für die Wochentage und Tageszeiten. Pflegende Angehörige können diese Box einmal wöchentlich befüllen. Alternativ bieten viele Apotheken das sogenannte Verblistern an, bei dem die Medikamente maschinell in kleine Tütchen für den jeweiligen Einnahmezeitpunkt eingeschweißt werden. Das gibt maximale Sicherheit.
2. Einbindung eines ambulanten Pflegedienstes Sollte die selbstständige Einnahme der Medikamente aufgrund von Demenz, Vergesslichkeit oder motorischen Einschränkungen nicht mehr sichergestellt sein, kann ein ambulanter Pflegedienst helfen. Die sogenannte Medikamentengabe ist eine Leistung der häuslichen Krankenpflege nach dem Fünften Buch Sozialgesetzbuch (SGB V). Sie muss vom Arzt verordnet werden und wird dann von der Krankenkasse (nicht der Pflegekasse!) bezahlt. Der Pflegedienst kommt dann täglich vorbei, um sicherzustellen, dass das Candesartan korrekt eingenommen wird.
3. Hitze im Sommer: Vorsicht geboten Hohe Temperaturen im Sommer führen dazu, dass sich die Blutgefäße im Körper von Natur aus weiten, um Wärme abzugeben. Da Candesartan ebenfalls die Gefäße erweitert, kann der Blutdruck an heißen Tagen dramatisch abfallen. Schwindel, Schwächeanfälle und Stürze sind oft die Folge. Sprechen Sie vor der heißen Jahreszeit mit Ihrem Arzt. Manchmal ist es notwendig, die Dosis in den Sommermonaten vorübergehend zu reduzieren. Trinken Sie an heißen Tagen zudem ausreichend.
4. Reisen mit Candesartan Wenn Sie verreisen, packen Sie immer ausreichend Medikamente ein – am besten ein Drittel mehr, als Sie für die Reisedauer benötigen, falls sich die Rückreise verzögert. Verteilen Sie die Medikamente auf Ihr Handgepäck und den Koffer, falls ein Gepäckstück verloren geht. Bei Reisen in andere Zeitzonen sollten Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker besprechen, wie Sie die Einnahmezeiten anpassen, um den Rhythmus von 24 Stunden bestmöglich beizubehalten.
Candesartan ist in Deutschland verschreibungspflichtig. Das bedeutet, Sie erhalten es nur gegen Vorlage eines gültigen ärztlichen Rezeptes in der Apotheke. Mittlerweile wird dies in der Regel als E-Rezept (elektronisches Rezept) ausgestellt, das Sie bequem mit Ihrer elektronischen Gesundheitskarte (eGK) in der Apotheke einlösen können.
Da es sich um ein Standardmedikament handelt, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für das Präparat. Sie müssen jedoch die gesetzliche Zuzahlung leisten. Diese beträgt in der Regel 10 Prozent des Verkaufspreises, jedoch mindestens 5 Euro und maximal 10 Euro pro Packung. Da Candesartan als Generikum (Nachahmerpräparat) von vielen Herstellern günstig angeboten wird, liegt die Zuzahlung meist bei den minimalen 5 Euro für eine Großpackung (N3 mit 98 oder 100 Tabletten), die für etwa drei Monate reicht.
Tipp zur Zuzahlungsbefreiung: Für Senioren und chronisch kranke Menschen können sich die Zuzahlungen für Medikamente, Hilfsmittel und Krankenhausaufenthalte im Laufe eines Jahres summieren. In Deutschland gibt es eine finanzielle Belastungsgrenze. Diese liegt bei 2 Prozent Ihres jährlichen Bruttoeinkommens. Wenn Sie wegen Ihres Bluthochdrucks oder anderer Leiden als chronisch krank eingestuft sind, sinkt diese Grenze sogar auf 1 Prozent.
Sammeln Sie alle Quittungen aus der Apotheke. Sobald Sie Ihre persönliche Belastungsgrenze erreicht haben, können Sie bei Ihrer Krankenkasse einen Antrag auf Zuzahlungsbefreiung für den Rest des Kalenderjahres stellen. Weitere offizielle Informationen zur Zuzahlungsbefreiung und zu chronischen Erkrankungen finden Sie auf dem offiziellen Gesundheitsportal des Bundesministeriums für Gesundheit unter gesund.bund.de.
Im Pflegealltag und in der ärztlichen Praxis tauchen immer wieder die gleichen Fragen rund um das Thema Blutdrucksenker auf. Hier finden Sie klare Antworten auf die wichtigsten Patientenfragen:
Macht Candesartan müde? Müdigkeit ist keine direkte chemische Nebenwirkung des Wirkstoffs. Wenn Sie sich jedoch nach der Einnahme extrem müde oder abgeschlagen fühlen, liegt das meist daran, dass Ihr Blutdruck zu stark gesenkt wurde. Der Körper wird schlechter durchblutet, was sich als Müdigkeit äußert. Besprechen Sie dies mit Ihrem Arzt; eventuell muss die Dosis angepasst werden.
Darf ich Candesartan vor einer Operation einnehmen? Dies ist eine sehr wichtige Frage. Bei Operationen unter Vollnarkose werden Narkosemittel verwendet, die den Blutdruck stark senken. Wenn Sie am Morgen der Operation Candesartan einnehmen, kann es zu einem lebensgefährlichen Blutdruckabfall auf dem Operationstisch kommen. In der Regel weisen Anästhesisten an, Blutdrucksenker aus der Gruppe der Sartane und ACE-Hemmer am Morgen der Operation pausieren zu lassen. Klären Sie dies zwingend beim Narkosevorgespräch!
Gibt es Probleme mit Grapefruitsaft? Viele Patienten wissen, dass Grapefruitsaft gefährliche Wechselwirkungen mit Medikamenten haben kann. Dies betrifft vor allem Cholesterinsenker (Statine) und bestimmte Blutdrucksenker aus der Gruppe der Calciumkanalblocker (wie Amlodipin). Bei Candesartan gibt es diese spezifische Wechselwirkung mit Grapefruitsaft jedoch nach derzeitigem medizinischen Stand nicht. Sie können Ihren Saft also in der Regel unbesorgt trinken.
Warum verschreibt der Arzt manchmal Candesartan plus HCT? Oft reicht ein einzelner Wirkstoff (Monotherapie) nicht aus, um den Bluthochdruck in den Griff zu bekommen. In diesem Fall verschreiben Ärzte Kombinationspräparate, zum Beispiel Candesartan/HCT. Das Kürzel HCT steht für Hydrochlorothiazid. Das ist ein entwässerndes Medikament (Diuretikum). Es spült überschüssiges Wasser und Salz über die Nieren aus dem Körper, was das Blutvolumen verringert und den Blutdruck zusätzlich senkt. Der Vorteil eines Kombinationspräparats ist, dass Sie nur eine Tablette statt zwei schlucken müssen.
Wie lange dauert es, bis Candesartan wirkt? Die blutdrucksenkende Wirkung beginnt zwar schon wenige Stunden nach der ersten Einnahme, jedoch baut sich der volle, dauerhafte Effekt erst langsam auf. Es dauert in der Regel vier bis sechs Wochen der täglichen Einnahme, bis die maximale blutdrucksenkende Wirkung erreicht ist. Haben Sie also Geduld und setzen Sie das Medikament nicht vorzeitig ab, nur weil die Werte in der ersten Woche noch nicht perfekt sind.
Ein gut eingestellter Blutdruck ist die Basis für ein langes, selbstbestimmtes Leben im Alter. Dennoch bringt das Älterwerden mit chronischen Erkrankungen Herausforderungen mit sich. Schwindelgefühle durch Medikamente oder eine generelle Schwäche können den Alltag erschweren. Hier ist es wichtig, frühzeitig vorzusorgen und das Wohnumfeld sicher zu gestalten.
Wenn Sie oder Ihr Angehöriger aufgrund von Blutdruckschwankungen unsicher auf den Beinen sind, ist ein Treppenlift eine sinnvolle Investition, um Stürze auf der Treppe zu vermeiden. Auch ein barrierefreier Badumbau mit einer ebenerdigen Dusche oder einem Badewannenlift minimiert das Unfallrisiko enorm, wenn der Kreislauf einmal nicht mitspielt. Bei allen Fragen rund um Pflegehilfsmittel, die Beantragung eines Pflegegrades und die Organisation von ambulanter Pflege oder einer 24-Stunden-Pflege stehen wir von PflegeHelfer24 Ihnen als erfahrener Partner beratend zur Seite.
Die Behandlung von Bluthochdruck mit Candesartan ist ein Marathon, kein Sprint. Mit der richtigen Einstellung und etwas Disziplin können Sie schwere Folgeerkrankungen effektiv verhindern. Hier sind die wichtigsten Erkenntnisse für Sie auf einen Blick zusammengefasst:
Wirkungsweise: Candesartan blockiert Rezeptoren an den Blutgefäßen, verhindert deren Verengung und senkt so sanft und effektiv den Blutdruck.
Anwendung: Es wird bei Bluthochdruck, Herzschwäche und zum Schutz der Nieren (besonders bei Diabetikern) eingesetzt.
Einnahme: Nehmen Sie die Tablette einmal täglich zur selben Uhrzeit ein, unabhängig von den Mahlzeiten. Setzen Sie das Medikament niemals ohne ärztliche Rücksprache ab.
Nebenwirkungen: Das Medikament ist im Allgemeinen sehr gut verträglich. Besonders in der Anfangszeit kann es zu Schwindel kommen. Stehen Sie daher als Senior immer langsam auf, um Stürze zu vermeiden.
Gefährliche Wechselwirkungen: Vermeiden Sie unbedingt rezeptfreie Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Diclofenac, da diese die Nieren schädigen und den Blutdruck erhöhen können.
Ernährung: Verzichten Sie auf künstliche Diätsalze (Kaliumchlorid), trinken Sie ausreichend Wasser und meiden Sie übermäßigen Alkohol.
Kosten: Das Medikament wird von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt. Es fällt lediglich die gesetzliche Zuzahlung von meist 5 Euro pro Packung an. Nutzen Sie bei Bedarf die Zuzahlungsbefreiung.
Mit Candesartan haben Sie ein modernes und sicheres Werkzeug an der Hand, um Ihren Blutdruck zu kontrollieren. Nehmen Sie Ihre Gesundheit aktiv in die Hand, messen Sie regelmäßig Ihre Werte und scheuen Sie sich nicht, bei Unsicherheiten oder Nebenwirkungen das direkte Gespräch mit Ihrem behandelnden Hausarzt oder Kardiologen zu suchen.
Die wichtigsten Antworten für Patienten und Angehörige auf einen Blick.