Alarmierende Zahlen: Todesfälle durch Zeckenstiche in Deutschland steigen

Dominik Hübenthal
Zeckenstiche: Todesfälle steigen – So schützen Sie sich vor FSME & Borreliose

Ein unbedachter Spaziergang durch hohes Gras oder das Unterholz kann lebensgefährliche Folgen haben. Aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) belegen einen besorgniserregenden Anstieg der Todesfälle durch Zeckenstiche in Deutschland. Experten warnen: Durch mildere Winter sind die gefährlichen Blutsauger mittlerweile fast ganzjährig aktiv.

24 Todesfälle in einem Jahr: Die Gefahr wächst

Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, starben im Jahr 2024 bundesweit 24 Menschen an den Folgen eines Zeckenstichs. Die Daten zeigen deutlich, dass die von den kleinen Spinnentieren übertragenen Krankheiten keinesfalls auf die leichte Schulter genommen werden dürfen. Von den dokumentierten Todesopfern erlagen 15 Personen einer Borreliose-Infektion, neun weitere starben an der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME).

FSME und Borreliose: Zwei unsichtbare Bedrohungen

Der in Deutschland am weitesten verbreitete Gemeine Holzbock überträgt hauptsächlich zwei tückische Krankheitserreger, die völlig unterschiedliche Behandlungsansätze erfordern:

  • Lyme-Borreliose: Diese bakterielle Infektion ist in ganz Deutschland verbreitet. Ein typisches Warnsignal ist die sogenannte "Wanderröte" – eine ringförmige Hautrötung um die Einstichstelle. Wird die Krankheit nicht rechtzeitig mit Antibiotika behandelt, kann sie das Nervensystem, die Gelenke und das Herz dauerhaft schädigen.
  • FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis): Hierbei handelt es sich um eine Virusinfektion, die im schlimmsten Fall zu einer lebensbedrohlichen Entzündung des Gehirns oder der Hirnhäute führen kann. Laut dem Robert Koch-Institut (RKI) konzentrieren sich die FSME-Risikogebiete vor allem auf den Süden Deutschlands, insbesondere Bayern und Baden-Württemberg, weiten sich aber zunehmend auch in andere Bundesländer aus.

Prävention ist der beste Schutz

Da Zecken bereits ab einer Temperatur von etwa fünf Grad Celsius aus ihrer Starre erwachen, ist Wachsamkeit nicht nur im Hochsommer geboten. Gesundheitsbehörden und Krankenkassen raten zu einfachen, aber effektiven Schutzmaßnahmen bei Aufenthalten in der Natur:

  • Richtige Kleidung: Tragen Sie lange Hosen, langärmlige Oberteile und festes Schuhwerk. Helle Kleidung erleichtert es zudem, die dunklen Zecken rechtzeitig zu entdecken, bevor sie zustechen.
  • Auf den Wegen bleiben: Meiden Sie hohes Gras und dichtes Unterholz, da Zecken dort bevorzugt auf ihre Wirte warten. Sie fallen nicht von Bäumen, sondern werden im Vorbeigehen abgestreift.
  • Körper gründlich absuchen: Suchen Sie nach jedem Ausflug in die Natur den gesamten Körper ab. Bevorzugte Körperstellen von Zecken sind warme, weiche Hautpartien wie Kniekehlen, Achseln, der Bauchnabel und der Haaransatz.

Die Impfung schützt vor FSME

Während es gegen die bakterielle Borreliose keine Impfung gibt, existiert für FSME ein hochwirksamer Schutz. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die FSME-Schutzimpfung ausdrücklich für alle Personen, die in Risikogebieten leben, arbeiten oder dorthin reisen. Ein rechtzeitiger Blick in den Impfpass und eine Beratung in der Hausarztpraxis können im Ernstfall lebensrettend sein.

Richtiges Handeln nach einem Stich

Sollte es dennoch zu einem Zeckenstich gekommen sein, ist schnelles Handeln gefragt. Die Zecke muss umgehend und vorsichtig mit einer Zeckenpinzette oder einer speziellen Zeckenkarte hautnah gefasst und langsam herausgezogen werden. Verzichten Sie unbedingt auf veraltete Hausmittel wie Öl, Alkohol oder Klebstoff. Diese reizen das Tier, wodurch es im Todeskampf erst recht gefährliche Erreger in die Wunde abgeben kann. Beobachten Sie die Einstichstelle in den darauffolgenden Wochen genau und suchen Sie bei einer sich ausbreitenden Rötung oder grippeähnlichen Symptomen sofort ärztliche Hilfe auf.

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