Approbations-Stau in Hessen: Über 1.200 ausländische Ärzte warten auf Zulassung

Djamal Sadaghiani
Über 1.200 Ärzte warten in Hessen auf Approbation | PflegeHelfer24

In Hessen stauen sich derzeit die Anträge auf medizinische Berufszulassungen: Eine vierstellige Zahl an Ärztinnen und Ärzten, die ihr Studium im Ausland absolviert haben, wartet aktuell auf ihre Approbation. Wie das zuständige Hessische Landesamt für Gesundheit und Pflege (HLfGP) mitteilt, liegen derzeit genau 1.209 Anträge zur Bearbeitung vor.

Ein Nadelöhr für dringend benötigte Fachkräfte

Der Fachkräftemangel im deutschen Gesundheitswesen ist allgegenwärtig. Die Gewinnung von qualifiziertem Personal für den hessischen Gesundheitssektor ist daher ein zentrales Anliegen der Behörden. Laut einem Sprecher des HLfGP werden im Durchschnitt etwa 70 Prozent der gestellten Zulassungsanträge bewilligt. Doch bis die ausländischen Medizinerinnen und Mediziner in den Kliniken und Praxen tatsächlich Patientinnen und Patienten versorgen dürfen, vergeht oft wertvolle Zeit.

Maßnahmen zur Beschleunigung der Verfahren

Um dem Rückstau entgegenzuwirken und die Integration der Fachkräfte in den Arbeitsmarkt zu beschleunigen, hat das Landesamt bereits reagiert. Der Sprecher betonte, dass die Behörde derzeit intensiv an der Verbesserung interner Prozesse arbeite, damit Approbationen beziehungsweise Berufserlaubnisse zügiger erteilt werden und diese wichtigen Fachkräfte zeitnah in Hessen arbeiten können.

Konkrete Schritte des Landesamtes:

  • Personeller Ausbau: Das speziell für Antragsteller aus Drittstaaten zuständige Team wird personell aufgestockt.
  • Bessere Erreichbarkeit: Eine neu eingerichtete Servicehotline soll den Antragstellern bei Fragen zu den benötigten Unterlagen gezielt weiterhelfen.
  • Priorisierung von Notfällen: Dringende Fälle können auf ausdrückliche Bitte von Kliniken vorgezogen und schneller bearbeitet werden.

Hoffnung auf bundesweite Reformen

Neben den internen Optimierungen blickt das Landesamt auch auf die Bundespolitik. Eine spürbare Entlastung und Beschleunigung erhofft sich die Behörde von einem geplanten Gesetzentwurf auf Bundesebene. Dieser zielt darauf ab, die Anerkennungsverfahren für ausländische Berufsqualifikationen in Heilberufen deutschlandweit zu vereinfachen und zu beschleunigen.

Für die hessischen Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und Arztpraxen wäre eine schnellere Anerkennung ein wichtiger Schritt, um die medizinische Versorgung der Bevölkerung auch in Zukunft flächendeckend sicherstellen zu können.

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