Ärzte schlagen Alarm: Vergütung für ambulante Behandlungen muss dringend reformiert werden
Die Verlagerung von Operationen und Behandlungen aus dem Krankenhaus in den ambulanten Bereich schreitet in Deutschland rasant voran. Doch hinter den Kulissen hakt das System gewaltig. Der 130. Deutsche Ärztetag hat nun deutliche Kritik an der aktuellen Finanzierung geübt und fordert den Gesetzgeber zu einem grundlegenden Neustart auf. Die Qualität der Patientenversorgung stehe auf dem Spiel.
Scharfe Kritik an den sogenannten Hybrid-DRGs
Im Zentrum der Diskussionen stehen die sogenannten Hybrid-DRGs. Diese speziellen Fallpauschalen sollen eigentlich die sektorenübergreifende Vergütung regeln – also die Bezahlung von medizinischen Leistungen, die sowohl von Krankenhäusern als auch von niedergelassenen Fachärzten erbracht werden können. Doch laut den Delegierten des Ärztetages verfehlt das aktuelle Modell in seiner jetzigen Form sein Ziel komplett.
Das System werde dem Anspruch, die Versorgung patientenorientiert weiterzuentwickeln, nicht gerecht. In einem Beschluss warnten die Mediziner eindringlich, dass dringender Handlungsbedarf bestehe, um sowohl die hohen Qualitätsstandards als auch die wirtschaftliche Tragfähigkeit von Praxen und Kliniken zu sichern.
Medizinische Notwendigkeit statt finanzieller Anreize
Ein besonders kritischer Punkt für die Ärzteschaft ist die Sorge um die Patientensicherheit. Die Ärztevertreter mahnen, dass die Ambulantisierung von sensiblen Eingriffen niemals allein aus Vergütungsgründen erfolgen dürfe. Wenn die Besonderheiten einer Operation oder der Gesundheitszustand des Patienten eine stationäre Überwachung erfordern, müsse diese ohne finanzielle Nachteile möglich sein.
Anstelle von undurchsichtigen Berechnungsalgorithmen brauche es klare, medizinisch nachvollziehbare Kriterien für die Zuweisung von Patienten. Die Entscheidung, ob ein Eingriff ambulant oder stationär durchgeführt wird, müsse sich strikt an medizinischen Indikationen, Leitlinien und der Risikoeinschätzung orientieren.
Die zentralen Forderungen der Ärzteschaft
Um das System zukunftssicher zu machen, formulierte der Deutsche Ärztetag klare Erwartungen an die Politik:
- Kostendeckende und faire Bezahlung: Die Vergütung muss die tatsächliche Komplexität der Eingriffe adäquat abbilden und darf nicht künstlich abgesenkt werden. Sowohl Krankenhäuser als auch Vertragsarztpraxen müssen wirtschaftlich arbeiten können.
- Einbindung von Experten: Bei der Neugestaltung der Vergütungsstrukturen fordert die Ärzteschaft zwingend die Einbeziehung der ärztlichen Selbstverwaltung, wissenschaftlich-medizinischer Fachgesellschaften sowie von Experten aus dem Medizincontrolling.
- Stopp der Bürokratie: Eine Reform darf unter keinen Umständen zu noch mehr administrativem Aufwand für das medizinische Personal führen.
Qualität muss im Vordergrund stehen
Für die Patienten bedeutet dieser Vorstoß vor allem eines: Die Ärzteschaft wehrt sich dagegen, dass medizinische Entscheidungen von fehlerhaften Finanzierungsmodellen diktiert werden. Nun liegt der Ball beim Gesetzgeber, eine Reform auf den Weg zu bringen, die eine hochwertige und sichere ambulante Versorgung garantiert, ohne die Behandelnden in den wirtschaftlichen Ruin zu treiben.
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