Ärztekammer Hessen fordert gezieltes Förderprogramm für Hitzeschutz in Pflege und Kliniken

Djamal Sadaghiani
Hitzeschutz in Kliniken & Pflegeheimen: Landesärztekammer Hessen fordert Landesmittel

Steigende Temperaturen und anhaltende Hitzewellen im Sommer stellen das Gesundheitswesen vor enorme Herausforderungen. Besonders ältere, pflegebedürftige Menschen sowie Patientinnen und Patienten in Krankenhäusern leiden massiv unter sommerlichen Spitzenwerten. Vor diesem Hintergrund fordert die Delegiertenversammlung der Landesärztekammer Hessen ein klares politisches Signal: Die hessische Landesregierung soll ein maßgeschneidertes Förderprogramm auflegen, um Kliniken, Pflegeheime und medizinische Praxen baulich und organisatorisch gegen Hitze zu wappnen.

Hitzeresilienz als zentrale Säule der Daseinsvorsorge

Nach Ansicht des hessischen Ärzteparlaments darf der Schutz vor extremen Temperaturen nicht länger als rein optionales Thema behandelt werden. Hitzeresilienz müsse fest in der gesundheitlichen Daseinsvorsorge verankert werden, damit Gesundheitseinrichtungen auch bei tropischen Temperaturen voll funktionsfähig bleiben und vulnerable Gruppen effektiv geschützt werden.

Hitzebelastung führt bei vielen pflegebedürftigen Menschen rasch zu Dehydratation, Herz-Kreislauf-Problemen und akuten Notfällen. Gleichzeitig stehen Pflegekräfte und medizinisches Personal bei schwerer körperlicher Arbeit in überhitzten Räumen unter enormer Belastung.

Welche Maßnahmen gefordert werden

Um Einrichtungen zukunftssicher aufzustellen, bedarf es aus Sicht der Mediziner einer Kombination aus kurzfristigen und nachhaltigen Schritten. Ein entsprechendes Landesförderprogramm sollte unter anderem folgende Bereiche abdecken:

  • Bauliche und technische Anpassungen: Installation von außenliegendem Sonnenschutz, energetischer Dämmung sowie energieeffizienten Kühl- und Lüftungssystemen.
  • Begrünung und Beschattung: Fassaden- und Dachbegrünung sowie gezielte Außenraumbeschattung, um das Mikroklima rund um Heime und Kliniken zu verbessern.
  • Organisatorische Hitzeschutzpläne: Erstellung verbindlicher Handlungsleitfäden für Pflegepersonal und Praxisteams, um Risikopatienten frühzeitig zu identifizieren und Versorgungsabläufe an heißen Tagen anzupassen.

Pflegebedürftige und Personal gleichermaßen entlasten

Die Initiative der hessischen Ärzteschaft unterstreicht die Dringlichkeit, den Klimafolgen im Gesundheitssektor proaktiv zu begegnen. Viele bestehende Gebäude sind den thermischen Bedingungen heißer Sommer nicht mehr gewachsen. Mit einer finanziellen Unterstützung durch das Land könnten Träger von Pflegeheimen, Praxen und Krankenhäusern die notwendigen Investitionen zügig umsetzen, um sowohl Patientinnen und Patienten als auch Pflegefachkräfte nachhaltig zu schützen.

Brauchen Sie Unterstützung bei der Pflege?

PflegeHelfer24 ist Ihr verlässlicher Partner. Entdecken Sie unsere Ratgeber oder lassen Sie sich kostenlos zu Pflegehilfsmitteln, Treppenliften und Zuschüssen beraten.