Asthma-Revolution: Fachärzte fordern neuen Atemtest als Kassenleistung
Ein simpler Atemtest könnte das Leben von rund fünf Millionen Asthmatikern in Deutschland spürbar erleichtern und gleichzeitig die Kassen massiv entlasten. Führende medizinische Fachgesellschaften fordern nun, die sogenannte FeNO-Messung (Bestimmung des Stickstoffmonoxids in der Ausatemluft) in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) aufzunehmen. Die Experten versprechen sich davon eine enorme Qualitätssteigerung in der Asthmaversorgung sowie Einsparpotenziale in dreistelliger Millionenhöhe.
Was ist die FeNO-Messung und warum ist sie so wichtig?
Bei Patienten mit Asthma bronchiale kommt es zu einer chronischen Entzündung der Atemwege. Je stärker diese Entzündung ausgeprägt ist, desto mehr Stickstoffmonoxid (FeNO) lässt sich in der ausgeatmeten Luft nachweisen. Durch eine schnelle und schmerzfreie Messung dieses Wertes können Ärzte den Entzündungsgrad präzise bestimmen. Dies ermöglicht eine passgenaue Dosierung der Medikamente, insbesondere von kortisonhaltigen Sprays. Laut nationalen und internationalen Leitlinien ist diese Messung bereits ein unverzichtbares Instrument für eine moderne und sichere Therapie.
Eine Win-win-Situation: Bessere Versorgung, weniger Kosten
In einem aktuellen Positionspapier rechnen die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) und weitere Fachverbände vor, dass die flächendeckende Einführung der FeNO-Messung in der Regelversorgung bis zu 300 Millionen Euro pro Jahr einsparen könnte. Die Ersparnis resultiert vor allem aus der Vermeidung von schweren Asthma-Anfällen, selteneren Krankenhausaufenthalten und einem gezielteren, oft sparsameren Medikamenteneinsatz.
Experten betonen, dass in Zeiten knapper Kassen und geforderter Milliarden-Einsparungen im Gesundheitswesen die Aufnahme dieses Tests ein starkes Signal sei. Es handele sich um einen deutlichen Gewinn für Patienten, Ärzte und Beitragszahler gleichermaßen.
Deutschland hinkt im europäischen Vergleich hinterher
Während die FeNO-Messung in Ländern wie Großbritannien, der Schweiz oder der Tschechischen Republik seit Jahren selbstverständlich von den Krankenkassen bezahlt wird, müssen gesetzlich Versicherte in Deutschland die Untersuchung in der Regel als sogenannte IGeL-Leistung (Individuelle Gesundheitsleistung) aus eigener Tasche zahlen. Dies führt laut den Pneumologen dazu, dass der Test hierzulande viel zu selten genutzt wird – zum Nachteil der Patienten.
Antrag beim Gemeinsamen Bundesausschuss eingereicht
Um diesen Missstand zu beheben, haben vier große medizinische Verbände gemeinsam mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) nun den offiziellen Weg beschritten. Sie reichten einen Antrag auf ein Methodenbewertungsverfahren beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) ein. Der Antrag konzentriert sich vorerst auf die Behandlung von Erwachsenen und soll sowohl die Erstdiagnose als auch die laufende Therapieüberwachung abdecken.
- Zielgruppe: Zunächst erwachsene Asthmatiker.
- Anwendungsbereiche: Primärdiagnostik und kontinuierliches Therapiemanagement.
- Beteiligte Verbände: Unter anderem die DGP, der Ärzteverband Deutscher Allergologen (AeDA) sowie die KBV.
Wann mit einer finalen Entscheidung des G-BA zu rechnen ist, bleibt noch abzuwarten. Für Millionen von Betroffenen wäre ein positiver Beschluss jedoch ein echter Meilenstein in der täglichen Bewältigung ihrer chronischen Erkrankung.
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