Deutliches Lohnplus: Gehälter in der Pflege steigen auf über 4.120 Euro
Die finanzielle Anerkennung für Beschäftigte in Pflegeberufen hat sich in den vergangenen Jahren spürbar verbessert. Aktuelle Daten belegen einen kontinuierlichen Aufwärtstrend bei den Gehältern, während der Anteil der Beschäftigten im Niedriglohnsektor deutlich zurückgeht. Das geht aus aktuellen Zahlen des Bundesarbeitsministeriums hervor, die auf Auswertungen der Bundesagentur für Arbeit basieren.
Median-Bruttolohn übersteigt 4.120 Euro
Die Gehaltsentwicklung in der Pflegebranche zeigt eine erfreuliche Dynamik. Ende des Jahres 2024 lag der Median-Bruttolohn für Vollzeitbeschäftigte in Pflegeberufen bei über 4.120 Euro im Monat. Dies entspricht einem Zuwachs von rund sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr, als der mittlere Verdienst noch bei 3.870 Euro lag. Blickt man noch weiter zurück, wird der Gehaltssprung besonders deutlich: Ende 2020 verdienten Pflegekräfte im mittleren Einkommensbereich noch weniger als 3.400 Euro.
Immer weniger Pflegekräfte im Niedriglohnsektor
Parallel zu den steigenden Durchschnittsgehältern schrumpft der Niedriglohnsektor in der Pflege massiv. Verdienten Ende 2020 noch 14,7 Prozent der Vollzeitbeschäftigten ein Gehalt, das als Niedriglohn eingestuft wird, sank dieser Wert bis Ende 2022 auf 10,0 Prozent. Ende 2024 fielen nur noch 7,1 Prozent der Beschäftigten in diese Kategorie. Als unterer Entgeltbereich gelten dabei Einkommen, die weniger als zwei Drittel des mittleren Lohns aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten betragen.
Große Unterschiede zwischen Fach- und Hilfskräften
Trotz der positiven Gesamtentwicklung bleibt das Lohngefälle innerhalb der Berufsgruppen beachtlich:
- Pflegefachkräfte: Sie verdienen mittlerweile im Schnitt knapp 4.300 Euro brutto im Monat.
- Pflegehilfskräfte: Ihr Verdienst liegt bei gut 3.200 Euro monatlich.
Diese Diskrepanz ruft auch Kritik hervor. Stimmen aus der Politik bemängeln, dass Pflegehilfskräfte trotz ihrer unverzichtbaren Arbeit in den Einrichtungen oftmals als günstige und flexible Reserve herangezogen werden. Hier wird weiterhin Handlungsbedarf gesehen, um die Lücke zwischen den Qualifikationsstufen fairer zu schließen.
Beschäftigtenzahlen steigen kontinuierlich
Neben den Löhnen ist auch die Zahl der Menschen, die sich für einen Beruf in der Pflege entscheiden, gestiegen. Laut der Bundesagentur für Arbeit waren im vergangenen Jahr mehr als 1,76 Millionen Menschen sozialversicherungspflichtig in der Branche beschäftigt. Zum Vergleich: Im Jahr 2020 waren es noch knapp 1,63 Millionen. Diese Zahlen deuten darauf hin, dass die verbesserten finanziellen Rahmenbedingungen womöglich dazu beitragen, den Pflegeberuf wieder attraktiver zu machen und den dringend benötigten Nachwuchs zu fördern.
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