Fünf-Punkte-Plan für den Pharmastandort: Wie Deutschland die Arzneimittelversorgung sichern will

Djamal Sadaghiani
Pharmastrategie 2026: 5-Punkte-Plan für Deutschlands Arzneimittelversorgung

Vor der für September erwarteten Pharmastrategie der Bundesregierung wächst der Druck aus der Gesundheitsbranche. Pharma Deutschland e.V., der maßgebliche Branchenverband, hat ein detailliertes Positionspapier veröffentlicht, das die Marschroute für die kommenden Jahre vorgeben soll. Unter dem Titel „Arzneimittelversorgung sichern. Innovation stärken. Standort fördern.“ formuliert der Verband klare Erwartungen an die Politik. Es geht um nichts Geringeres als die Zukunftsfähigkeit des deutschen Gesundheitswesens und die sichere Versorgung der Patientinnen und Patienten.

Der Fünf-Punkte-Plan für eine sichere Arzneimittelversorgung

Um Deutschland als führenden Pharmastandort zu erhalten und gefährliche Lieferengpässe bei Medikamenten künftig zu verhindern, sieht der Verband fünf essenzielle Handlungsfelder, die zeitnah umgesetzt werden müssen:

  • Den Pharmastandort stärken: Die heimische Produktion und Entwicklung von Arzneimitteln muss durch attraktivere wirtschaftliche Rahmenbedingungen gefördert werden.
  • Die Versorgung absichern: Lieferketten sollen robuster gestaltet werden, um Engpässe bei lebenswichtigen Medikamenten dauerhaft zu vermeiden.
  • Verfahren beschleunigen: Ein konsequenter Bürokratieabbau und deutlich schnellere Genehmigungsprozesse sind notwendig, um im harten internationalen Wettbewerb bestehen zu können.
  • Forschung und Innovation fördern: Neue Therapien und Medikamente erfordern gezielte Investitionen und eine innovationsfreundliche Politik, die Forschung belohnt.
  • Prävention und Selbstmedikation ausbauen: Die Eigenverantwortung der Patienten soll gestärkt werden, was gleichzeitig das stark beanspruchte Gesundheitssystem entlastet.

Gesundheitspolitik als strategisches Querschnittsthema

Laut Dorothee Brakmann, der Hauptgeschäftsführerin von Pharma Deutschland, bietet die anstehende Pharmastrategie eine einmalige Chance. Die Bundesregierung müsse jetzt ein klares Signal setzen und die Arzneimittelpolitik endlich als strategisches Querschnittsthema begreifen. Ein fragmentiertes Vorgehen mit isolierten Einzelmaßnahmen reiche nicht mehr aus. Vielmehr müssten Versorgungssicherheit, Innovationsfähigkeit und Standortpolitik konsequent zusammengedacht und in der Praxis miteinander verzahnt werden.

Finanzierung darf nicht auf Kosten der Versorgung gehen

Ein weiterer zentraler Aspekt des Positionspapiers betrifft die angekündigte Strukturreform der Gesundheitsfinanzierung. Pharma Deutschland warnt eindringlich davor, eine nachhaltige Finanzierung des Gesundheitssystems lediglich auf kurzfristige Ausgabenbegrenzungen und Sparmaßnahmen zu reduzieren. Wer bewährte Generika, moderne Biosimilars und hochinnovative Arzneimittel dauerhaft und verlässlich für die Bevölkerung verfügbar halten wolle, müsse auch die entsprechenden finanziellen Rahmenbedingungen schaffen.

Die Zeit drängt: Bereits vor fast einem Jahr hatte die Bundesregierung angekündigt, den Pharma- und Medizintechnikstandort Deutschland nachhaltig stärken zu wollen. Nun liegt der Ball bei der Politik, die theoretischen Ankündigungen in konkrete, wirksame Gesetze umzusetzen.

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