Mobilität ist im Alter einer der wichtigsten Faktoren für den Erhalt der Lebensqualität, der Unabhängigkeit und der allgemeinen Gesundheit. Wenn das Gehen schwerfällt, die Füße schmerzen oder die Beine am Ende des Tages schwer und geschwollen sind, ziehen sich viele Senioren aus dem aktiven Leben zurück. Das muss jedoch nicht sein. Mit den richtigen orthopädischen Hilfsmitteln können Sie Schmerzen lindern, den Fortschritt von Fehlstellungen aufhalten und Ihre Venengesundheit massiv verbessern. In diesem detaillierten Ratgeber erfahren Sie alles, was Sie über die Vermessung, Maßanfertigung und Kostenübernahme von orthopädischen Einlagen und medizinischen Kompressionsstrümpfen in Kassel wissen müssen.
Die Stadt Kassel bietet mit ihrer hervorragenden medizinischen Infrastruktur – von spezialisierten Fachärzten in Bad Wilhelmshöhe bis hin zu hochmodernen Sanitätshäusern in der Innenstadt und im Vorderen Westen – beste Voraussetzungen für eine wohnortnahe und passgenaue Versorgung. Als Experten für Seniorenpflege und Hilfsmittel bei PflegeHelfer24 wissen wir, wie entscheidend ein gut sitzendes Hilfsmittel für den Pflegealltag und die Sturzprävention ist. Dieser Artikel führt Sie Schritt für Schritt durch den gesamten Prozess, von der ersten ärztlichen Verordnung über die moderne 3D-Messtechnik bis hin zur richtigen Pflege Ihrer maßgefertigten Hilfsmittel im Jahr 2026.
Unser Körper verändert sich im Laufe der Jahrzehnte. Die Füße, die uns ein Leben lang tragen, leisten dabei Schwerstarbeit. Mit zunehmendem Alter lässt die Elastizität der Bänder und Sehnen nach, die Fußmuskulatur baut sich ab und das Fettpolster unter der Fußsohle wird dünner. Dies führt häufig zu schmerzhaften Veränderungen wie dem Senkfuß, dem Spreizfuß oder dem Knick-Plattfuß. Gleichzeitig verändert sich das Bindegewebe, was direkte Auswirkungen auf unser Venensystem hat. Die Venenklappen, die das Blut gegen die Schwerkraft zurück zum Herzen transportieren sollen, schließen oft nicht mehr richtig. Das Blut versackt in den Beinen, was zu Schwellungen (Ödemen), Krampfadern und im schlimmsten Fall zu einer Thrombose führen kann.
Standardisierte Lösungen aus dem Supermarkt oder dem Internet können diese hochindividuellen, medizinischen Probleme nicht lösen. Schlimmer noch: Falsches Schuhwerk oder schlecht sitzende Kompressionsstrümpfe können Druckstellen verursachen, die Durchblutung weiter abschnüren und bei Risikopatienten zu schwerwiegenden Wunden führen. Eine Maßanfertigung, die exakt auf Ihre Anatomie und Ihr spezifisches Krankheitsbild abgestimmt ist, ist daher keine Luxusentscheidung, sondern eine absolute medizinische Notwendigkeit. Sie unterstützt die Biomechanik des Körpers, entlastet die Gelenke (bis hinauf zu den Knien, der Hüfte und der Wirbelsäule) und fördert aktiv den venösen Rückfluss.
Klassische Einlagen aus Kork und Leder.
Moderne Schaumstoff-Einlagen für aktive Tage.
Eine orthopädische Einlage ist ein medizinisches Hilfsmittel, das in den Schuh gelegt wird, um den Fuß zu stützen, zu betten oder zu korrigieren. Je nach ärztlicher Diagnose fertigt der Orthopädieschuhmacher in Kassel unterschiedliche Typen von Einlagen an:
Bettungseinlagen: Diese Einlagen verteilen den Druck gleichmäßig über die gesamte Fußsohle. Sie sind ideal für Senioren mit empfindlichen Füßen, starkem Gelenkverschleiß (Arthrose) oder Rheuma, da sie schmerzhafte Druckspitzen reduzieren.
Stützende Einlagen: Sie kommen vor allem bei Knick-Senkfüßen zum Einsatz. Durch ein ausgeprägtes Längsgewölbe wird der Fuß in seiner natürlichen Form gehalten, was ein Nach-Innen-Knicken des Fußgelenks verhindert.
Schaleneinlagen: Diese umschließen die Ferse wie eine kleine Schale und geben dem Fuß im Schuh extrem guten Halt. Sie werden häufig bei starken Instabilitäten im Sprunggelenk verordnet.
Weichpolstereinlagen: Diese extrem weichen Einlagen sind speziell für Diabetiker und Rheumatiker konzipiert, um selbst kleinste Reibungen und Verletzungen der Haut zu vermeiden.
Sensomotorische Einlagen: Auch als propriozeptive Einlagen bekannt, arbeiten diese nicht nur passiv stützend, sondern stimulieren über gezielte Druckpunkte die Fußmuskulatur. Sie regen den Körper an, Fehlhaltungen durch eigene Muskelkraft zu korrigieren.
Bei den Materialien setzen moderne Kasseler Sanitätshäuser auf eine Kombination aus Bewährtem und High-Tech. Kork und Leder bieten ein hervorragendes, natürliches Fußklima und nehmen Feuchtigkeit gut auf. Moderne EVA-Schaumstoffe (Ethylen-Vinylacetat) sind extrem leicht, langlebig und lassen sich in unterschiedlichen Härtegraden kombinieren (sogenannte Sandwich-Bauweise). Für besonders dünne Einlagen, die in elegante Schuhe passen müssen, wird häufig Carbon oder Glasfaser verwendet – Materialien, die trotz minimaler Dicke eine enorme Stabilität aufweisen.
Ein besonders kritisches Thema in der Seniorengesundheit ist das Diabetische Fußsyndrom (DFS). Viele ältere Menschen leiden an Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit). Über die Jahre kann ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel die feinen Blutgefäße (Angiopathie) und die Nervenbahnen (Neuropathie) in den Beinen und Füßen schädigen.
Das tückische an der diabetischen Neuropathie ist der Verlust des Schmerzempfindens. Ein gesunder Mensch spürt sofort, wenn ein Schuh drückt oder ein Steinchen im Schuh liegt, und reagiert darauf. Ein Diabetiker spürt dies oft nicht. Ein kleiner Druckpunkt durch eine schlecht sitzende Einlage kann sich unbemerkt zu einem tiefen Geschwür (Ulkus) entwickeln, das aufgrund der schlechten Durchblutung extrem schlecht heilt. Im schlimmsten Fall droht eine Amputation.
Aus diesem Grund gelten für Diabetiker bei der Einlagenversorgung in Kassel strengste Vorgaben. Es dürfen ausschließlich diabetesadaptierte Fußbettungen angefertigt werden. Diese bestehen aus speziellen, mehrschichtigen Weichpolstermaterialien. Die Vermessung erfolgt hierbei extrem präzise, oft gekoppelt mit einer elektronischen Druckmessung im Schuh, um sicherzustellen, dass absolut keine Druckspitzen entstehen. Häufig müssen diese Einlagen in speziellen Diabetikerschutzschuhen getragen werden, da normale Konfektionsschuhe nicht genügend Platz für die dicken Polsterungen bieten.
Hochwertige medizinische Kompressionsstrümpfe.
Aktiv und unbeschwert im Alter.
Medizinische Kompressionsstrümpfe sind weit mehr als die umgangssprachlichen "Gummistrümpfe" vergangener Jahrzehnte. Sie sind hochwirksame medizinische Hilfsmittel, die durch einen exakt definierten Druckverlauf die Funktion des Venensystems unterstützen. Der Druck ist an der Fessel (Knöchel) am höchsten und nimmt in Richtung Knie und Oberschenkel kontinuierlich ab. Dieser gezielte Druckverlauf verengt den Durchmesser der erweiterten Venen. Dadurch können die defekten Venenklappen wieder besser schließen, das Blut fließt schneller zum Herzen zurück und Flüssigkeitseinlagerungen im Gewebe (Ödeme) werden verhindert.
Der Arzt teilt Kompressionsstrümpfe je nach Schweregrad der Erkrankung in vier Kompressionsklassen (CCL) ein:
Kompressionsklasse 1 (CCL 1): Leichter Druck. Wird häufig bei leichter Neigung zu Krampfadern, beginnenden Schwangerschaftsödemen oder bei stundenlangem Stehen und Sitzen (z.B. auf Reisen) eingesetzt.
Kompressionsklasse 2 (CCL 2): Mittlerer Druck. Dies ist die am häufigsten verordnete Klasse. Sie wird bei ausgeprägten Krampfadern (Varikosis), nach Venenoperationen, bei geschwollenen Beinen und zur Vorbeugung von Thrombosen verschrieben.
Kompressionsklasse 3 (CCL 3): Kräftiger Druck. Kommt bei schwerer chronischer Veneninsuffizienz, nach abgeheilten offenen Beinen (Ulcus cruris venosum) und bei Lymphödemen zum Einsatz.
Kompressionsklasse 4 (CCL 4): Sehr kräftiger Druck. Wird nur bei extremen Lymphödemen (Elefantiasis) verordnet und meist als Maßanfertigung in speziellen Flachstrick-Verfahren hergestellt.
Wichtig: Verwechseln Sie medizinische Kompressionsstrümpfe niemals mit Stützstrümpfen, die Sie im Supermarkt kaufen können. Stützstrümpfe haben keinen definierten Druckverlauf, sind nicht medizinisch geprüft und eignen sich ausschließlich für venengesunde Menschen zur Vorbeugung schwerer Beine. Sie werden auch nicht von der Krankenkasse bezahlt.
Wenn Sie mit einem Rezept in ein Kasseler Sanitätshaus kommen, wird das Fachpersonal entscheiden, welches Herstellungsverfahren für Sie das richtige ist: Rundstrick oder Flachstrick.
Rundgestrickte Kompressionsstrümpfe werden nahtlos auf einem runden Zylinder gestrickt. Sie sind sehr elastisch, optisch kaum von normalen blickdichten Feinstrumpfhosen zu unterscheiden und in vielen modischen Farben erhältlich. Sie werden primär bei Venenerkrankungen (Krampfadern, Thromboseprävention) eingesetzt. Aufgrund ihrer hohen Dehnbarkeit eignen sie sich jedoch nicht für tiefe Gewebeeinschnürungen oder starke Ödeme, da sie sich in Hautfalten legen und dort abschnüren könnten.
Flachgestrickte Kompressionsstrümpfe hingegen werden Reihe für Reihe flach gestrickt und am Ende mit einer flachen Naht zusammengenäht. Das Material ist deutlich fester, dicker und weniger dehnbar (hohe Arbeitssteifigkeit). Dadurch wirken sie wie eine stabile Wand gegen das Gewebe, was sie zum Mittel der Wahl bei Lymphödemen und Lipödemen macht. Sie verhindern effektiv, dass sich Gewebeflüssigkeit im Bein ansammelt. Flachstrickstrümpfe sind fast immer individuelle Maßanfertigungen, da sie Masche für Masche an die exakte Beinkontur des Patienten angepasst werden.
Präzise 3D-Fußmessung im Sanitätshaus.
Die Zeiten, in denen der Fuß in einen Gipsabdruck gedrückt oder das Bein mühsam mit einem Maßband an zwanzig Stellen abgemessen wurde, sind in modernen Kasseler Sanitätshäusern weitgehend vorbei. Die Digitalisierung hat die Orthopädietechnik revolutioniert.
Die Vermessung für orthopädische Einlagen: Der Standard ist heute der 2D- oder 3D-Fußscanner. Sie stellen sich auf eine Glasplatte, unter der hochauflösende Kameras oder Laser die exakte Topografie Ihrer Fußsohle erfassen. Noch präziser ist die dynamische Pedografie (Innenschuhmessung). Hierbei wird eine hauchdünne Messsohle mit Hunderten von Sensoren in Ihren Schuh gelegt. Sie laufen damit einige Schritte durch das Sanitätshaus oder auf einem Laufband. Der Computer zeichnet genau auf, wo während der Abrollbewegung die höchsten Druckbelastungen entstehen. Diese digitalen Daten werden anschließend an eine CNC-Fräsmaschine gesendet, die Ihre Einlage millimetergenau aus einem Materialblock fräst.
Die Vermessung für Kompressionsstrümpfe: Bei Kompressionsstrümpfen ist absolute Präzision gefordert, da ein falscher Druckverlauf gefährlich sein kann. Moderne Sanitätshäuser in Kassel nutzen hierfür digitale Infrarot-Messsysteme (wie beispielsweise Bodytronic). Sie stellen sich auf eine kleine, rotierende Plattform. Ein Infrarotsensor scannt Ihre Beine völlig berührungslos innerhalb von Sekunden. Der Computer erstellt ein perfektes 3D-Modell Ihrer Beine und berechnet die exakten Maße für die Strumpfproduktion. Das ist nicht nur genauer als das Maßband, sondern für viele Senioren auch wesentlich angenehmer, da der physische Kontakt minimiert wird.
Wichtiger Hinweis zur Vermessung von Kompressionsstrümpfen: Die Beine schwellen im Laufe des Tages an. Gehen Sie daher für die Vermessung von Kompressionsstrümpfen immer morgens (am besten direkt nach dem Aufstehen und Frühstücken) in das Sanitätshaus, wenn die Beine noch schlank und entstaut sind.
Wenn Sie oder Ihre pflegebedürftigen Angehörigen Einlagen oder Kompressionsstrümpfe benötigen, folgt der Prozess in der Regel einem festen Ablauf:
Der Arztbesuch: Der erste Weg führt zum Hausarzt, Orthopäden, Diabetologen oder Phlebologen (Venenfacharzt). Dieser stellt die genaue Diagnose und stellt ein Rezept (Muster 16) aus. Auf dem Rezept muss genau stehen, was benötigt wird (z.B. "1 Paar stützende Einlagen langsohlig" oder "1 Paar medizinische Kompressionsstrümpfe CCL 2, wadenlang (A-D), Maßanfertigung").
Die Wahl des Sanitätshauses: Mit diesem Rezept suchen Sie ein zertifiziertes Sanitätshaus in Kassel auf. Achten Sie darauf, dass das Haus für die Abgabe von orthopädischen Hilfsmitteln präqualifiziert ist (was bei den etablierten Fachgeschäften in Kassel der Fall ist). Viele Sanitätshäuser bieten für immobile Senioren auch Hausbesuche an – fragen Sie gezielt danach!
Die Vermessung: Wie im vorherigen Abschnitt beschrieben, werden Ihre Füße oder Beine digital vermessen. Bringen Sie zur Einlagenvermessung unbedingt die Schuhe mit, in denen Sie die Einlagen am häufigsten tragen werden.
Die Fertigung: Ihre Daten werden verarbeitet und das Hilfsmittel wird individuell für Sie gefertigt oder, falls Standardmaße passen, beim Hersteller bestellt. Dies dauert in der Regel zwischen wenigen Tagen und zwei Wochen.
Die Anprobe und Abholung: Sie kommen zur Anprobe. Der Orthopädietechniker prüft den perfekten Sitz. Bei Einlagen wird oft noch vor Ort nachgeschliffen, bis alles perfekt in den Schuh passt. Bei Kompressionsstrümpfen wird Ihnen das richtige An- und Ausziehen gezeigt.
Orthopädische Einlagen und medizinische Kompressionsstrümpfe sind anerkannte Hilfsmittel und im Hilfsmittelverzeichnis der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) gelistet. Gemäß § 33 SGB V (Fünftes Buch Sozialgesetzbuch) haben Versicherte Anspruch auf die Versorgung mit Hörhilfen, Körperersatzstücken, orthopädischen und anderen Hilfsmitteln, die im Einzelfall erforderlich sind, um den Erfolg der Krankenbehandlung zu sichern oder eine Behinderung auszugleichen.
Das bedeutet: Wenn ein Arzt das Hilfsmittel verordnet, übernimmt die Krankenkasse den Großteil der Kosten. Dennoch kommen auf Sie als Patient in der Regel zwei Arten von Kosten zu:
1. Die gesetzliche Zuzahlung: Für jedes Hilfsmittel müssen gesetzlich versicherte Patienten ab dem 18. Lebensjahr eine Zuzahlung in Höhe von 10 Prozent des Abgabepreises leisten, jedoch mindestens 5 Euro und maximal 10 Euro. Diese Zuzahlung entfällt, wenn Sie einen Befreiungsausweis Ihrer Krankenkasse besitzen (weil Sie die individuelle Belastungsgrenze von 2 % bzw. 1 % bei chronisch Kranken Ihres Bruttoeinkommens erreicht haben).
2. Die wirtschaftliche Aufzahlung (Mehrkosten): Die Krankenkasse zahlt Festbeträge für eine "ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche" Standardversorgung. Wenn Sie sich im Sanitätshaus für höherwertige Materialien (z.B. besonders atmungsaktive Lederbezüge, Carbon-Kerne bei Einlagen oder spezielle modische Farben und Haftbänder bei Kompressionsstrümpfen) entscheiden, müssen Sie die Differenz zwischen dem Kassen-Festbetrag und dem tatsächlichen Preis selbst tragen. Diese wirtschaftliche Aufzahlung liegt bei Einlagen häufig zwischen 15 Euro und 50 Euro pro Paar. Bei Kompressionsstrümpfen kann der Eigenanteil für Premium-Ausführungen ebenfalls in diesem Rahmen liegen. Wichtig: Von der wirtschaftlichen Aufzahlung befreit auch ein Befreiungsausweis der Krankenkasse nicht.
Wie oft haben Sie Anspruch auf neue Hilfsmittel? Aus hygienischen und medizinischen Gründen (Materialermüdung) genehmigen die Krankenkassen in der Regel:
Orthopädische Einlagen: 2 Paar pro Jahr. (Ein Paar für die Straßenschuhe, ein Paar zum Wechseln oder für Hausschuhe).
Kompressionsstrümpfe: In der Regel 2 Paar (bzw. Stück) pro Jahr. Bei der Erstversorgung erhalten Sie direkt ein zweites Paar aus hygienischen Gründen (Wechselversorgung), danach meist alle 6 Monate ein neues Paar, da die Kompressionswirkung durch das Waschen und Tragen nachlässt.
Für detaillierte, gesetzliche Rahmenbedingungen können Sie sich auch direkt auf der offiziellen Webseite des Bundesministeriums für Gesundheit zu Hilfsmitteln informieren.
Schonende Trocknung im Handtuch.
Damit Ihre maßgefertigten Hilfsmittel lange ihre Funktion behalten, ist die richtige Pflege essenziell. Besonders für Senioren ist es wichtig, diese Routinen in den Alltag zu integrieren.
Pflege von orthopädischen Einlagen:
Lüften: Nehmen Sie die Einlagen jeden Abend aus den Schuhen heraus. Fußschweiß muss verdunsten können, da sonst Bakterien und Pilze entstehen und das Material (besonders Leder) brüchig wird.
Reinigung: Wischen Sie Leder- und Kunststoffeinlagen regelmäßig mit einem leicht feuchten Tuch und etwas milder Seife ab. Niemals in der Waschmaschine waschen!
Trocknung: Legen Sie Einlagen niemals auf die Heizung oder in die direkte Sonne. Die Hitze verformt die thermoplastischen Materialien, wodurch die Einlage ihre stützende Form verliert und unbrauchbar wird.
Pflege von Kompressionsstrümpfen:
Tägliche Wäsche: Kompressionsstrümpfe müssen täglich gewaschen werden. Hautschuppen, Schweiß und Cremes greifen die elastischen Fasern (Elasthan) an. Nur durch das Waschen ziehen sich die Fasern wieder zusammen und die Kompressionswirkung bleibt erhalten.
Waschmittel: Verwenden Sie spezielles Kompressionsstrumpf-Waschmittel oder ein mildes Feinwaschmittel. Verwenden Sie niemals Weichspüler! Weichspüler verklebt die Fasern und zerstört die medizinische Wirkung sofort.
Temperatur: Waschen Sie die Strümpfe bei 30 bis 40 Grad (Schongang in der Maschine oder Handwäsche).
Trocknung: Auch hier gilt: Keine direkte Hitze. Nicht auf die Heizung legen, nicht bügeln und nicht in die direkte Sonne hängen. Am besten rollen Sie die Strümpfe nach der Wäsche in ein Handtuch ein, drücken die Feuchtigkeit sanft aus und lassen sie liegend an der Luft trocknen.
Das Anziehen von medizinischen Kompressionsstrümpfen ist ein Kraftakt. Aufgrund des hohen Drucks lassen sie sich nur schwer über Ferse und Knöchel ziehen. Für Senioren, deren Handkraft nachlässt oder die sich aufgrund von Rücken- oder Hüftproblemen nicht mehr gut bücken können, wird dies oft zur unüberwindbaren Hürde.
Hier gibt es zwei wichtige Lösungsansätze, die wir bei PflegeHelfer24 unseren Klienten stets ans Herz legen:
1. Technische Anziehhilfen: Es gibt spezielle Gestelle (z.B. der Hospitalbutler), über die der Strumpf gespannt wird. Sie können dann einfach mit dem Fuß hineinschlüpfen. Für Strümpfe mit offener Spitze gibt es Gleitsocken aus Fallschirmseide, die über den Fuß gezogen werden und den Reibungswiderstand drastisch reduzieren. Diese Anziehhilfen können vom Arzt verordnet werden und werden von der Krankenkasse übernommen.
2. Pflegerische Unterstützung (Behandlungspflege): Wenn Sie trotz Anziehhilfe nicht in der Lage sind, die Strümpfe selbstständig an- und auszuziehen, kann der Arzt das "An- und Ausziehen von Kompressionsstrümpfen" als häusliche Krankenpflege (Behandlungspflege nach SGB V) verordnen. In diesem Fall kommt ein ambulanter Pflegedienst morgens zu Ihnen nach Hause, um die Strümpfe anzuziehen, und abends, um sie wieder auszuziehen. Die Kosten hierfür trägt die Krankenkasse, unabhängig davon, ob Sie einen Pflegegrad haben oder nicht. Wenn Sie bereits eine 24-Stunden-Pflegekraft über Agenturen wie PflegeHelfer24 im Haus haben, übernimmt diese Betreuungskraft selbstverständlich diese alltägliche Aufgabe für Sie.
Passen meine orthopädischen Einlagen in jeden Schuh? Nein. Der Schuh muss ausreichend Volumen bieten, damit der Fuß trotz der Einlage nicht eingeengt wird. Zudem muss das werksseitige Fußbett des Schuhs herausnehmbar sein (Wechselfußbett). Legen Sie eine orthopädische Einlage niemals auf eine bereits vorhandene Sohle, da dies den Fuß im Schuh zu weit nach oben drückt und die Ferse keinen Halt mehr findet.
Darf ich nachts Kompressionsstrümpfe tragen? Nein, medizinische Kompressionsstrümpfe werden in der Regel nur tagsüber getragen, wenn Sie aufrecht sind und die Schwerkraft auf das Venensystem wirkt. Im Liegen (nachts) ist der venöse Rückfluss ohnehin erleichtert, und der Druck der Strümpfe könnte im Ruhezustand zu Durchblutungsstörungen führen. Ziehen Sie die Strümpfe vor dem Schlafengehen aus.
Was mache ich, wenn die Einlagen in den ersten Tagen schmerzen? Eine Eingewöhnungszeit von 3 bis 7 Tagen ist völlig normal. Ihr Körper, Ihre Muskeln und Sehnen müssen sich an die neue, korrigierte Haltung gewöhnen. Tragen Sie die Einlagen anfangs nur stundenweise und steigern Sie die Tragedauer langsam. Sollten die Schmerzen jedoch stechend sein, Druckstellen oder Blasen entstehen, suchen Sie umgehend Ihr Sanitätshaus in Kassel zur Nachbesserung auf.
Helfen Kompressionsstrümpfe auch gegen kalte Füße? Indirekt ja. Obwohl sie primär den venösen Rückfluss (sauerstoffarmes Blut) verbessern, führt eine insgesamt bessere Zirkulation im Bein oft auch dazu, dass das arterielle (warme, sauerstoffreiche) Blut besser zirkulieren kann, was das Kälteempfinden reduzieren kann. Wichtig ist jedoch, dass die Strümpfe nicht zu eng an den Zehen sitzen.
Damit bei Ihrem Termin im Sanitätshaus in Kassel alles reibungslos abläuft, haben wir eine kurze Checkliste für Sie zusammengestellt:
Rezept prüfen: Ist das Rezept aktuell? (Ein Rezept für Hilfsmittel muss in der Regel innerhalb von 28 Tagen nach Ausstellung beim Sanitätshaus eingereicht werden).
Schuhe mitbringen: Bringen Sie zur Einlagenversorgung 2-3 Paar Ihrer am häufigsten getragenen Schuhe mit (am besten mit herausnehmbarer Innensohle).
Uhrzeit beachten: Für Kompressionsstrümpfe unbedingt einen Termin am frühen Vormittag vereinbaren, wenn die Beine noch nicht geschwollen sind.
Körperhygiene: Waschen Sie Ihre Füße und Beine vor der Vermessung, cremen Sie sie jedoch nicht ein. Cremes verfälschen die Messung und können die Sensorik der Messgeräte beeinträchtigen.
Befreiungsausweis: Falls vorhanden, bringen Sie die Zuzahlungsbefreiung Ihrer Krankenkasse mit.
Fragen notieren: Notieren Sie sich Fragen zur Pflege, zu Anziehhilfen oder zur Garantie im Vorfeld.
Orthopädische Einlagen und medizinische Kompressionsstrümpfe sind entscheidende Bausteine für ein aktives und schmerzfreies Leben im Alter. Während Einlagen die Statik des Körpers korrigieren, Gelenke entlasten und bei Risikopatienten wie Diabetikern lebensrettend für die Extremitäten sein können, sichern Kompressionsstrümpfe die vitale Funktion des Venensystems und schützen vor gefährlichen Thrombosen.
Der Weg zur perfekten Maßanfertigung in Kassel ist dank moderner 3D-Messtechnik und hochqualifizierter Orthopädietechniker heute komfortabler und präziser denn je. Wichtig ist, dass Sie bei ersten Anzeichen von Fußschmerzen oder schweren Beinen den Arzt aufsuchen und sich nicht mit Standardlösungen zufriedengeben. Nutzen Sie die Möglichkeiten, die Ihnen das deutsche Gesundheitssystem und die spezialisierten Sanitätshäuser vor Ort bieten. Achten Sie auf die regelmäßige Erneuerung Ihrer Hilfsmittel (meist zweimal jährlich) und integrieren Sie die richtige Pflege in Ihren Alltag.
Als Ihr Partner in der Seniorenpflege steht Ihnen PflegeHelfer24 nicht nur bei der Vermittlung von Pflegekräften zur Seite, sondern berät Sie auch ganzheitlich zu allen Themen rund um Hilfsmittel, Wohnumfeldverbesserung und Alltagsunterstützung. Denn Mobilität bedeutet Lebensfreude – und die haben Sie sich in jedem Alter verdient.
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