Gefahr für die Augen: Erhöhtes Risiko für Sehnerveninfarkt durch Abnehmspritze Wegovy

Dominik Hübenthal
Wegovy vs. Ozempic: Höheres Risiko für Sehnerveninfarkt | PflegeHelfer24

Die sogenannten Abnehmspritzen sind in aller Munde und versprechen schnelle Erfolge bei der Gewichtsreduktion. Doch nun rückt eine seltene, aber ernsthafte Nebenwirkung weiter in den Fokus: Die ischämische Optikusneuropathie (ION), auch bekannt als Sehnerveninfarkt. Eine aktuelle Analyse legt nahe, dass diese potenziell erblindende Augenerkrankung unter der Einnahme des Anti-Adipositas-Medikaments Wegovy häufiger auftritt als bei dem Antidiabetikum Ozempic.

Neue Auswertung von FDA-Daten warnt vor Sehverlust

Laut einer aktuellen Auswertung des Nebenmelderegisters der US-Arzneimittelbehörde FDA (FAERS), die im Fachmagazin British Journal of Ophthalmology veröffentlicht wurde, zeichnet sich ein besorgniserregender Trend ab. Patienten, die das Medikament Wegovy zur Gewichtsreduktion anwenden, könnten ein höheres Risiko für einen Sehnerveninfarkt haben als Patienten, die Ozempic zur Behandlung von Diabetes nutzen.

Was ist ein Sehnerveninfarkt (ION)?

Bei einer ischämischen Optikusneuropathie kommt es zu einer akuten Durchblutungsstörung des Sehnervs. Betroffene bemerken meist einen plötzlichen, oft schmerzlosen Sehverlust auf einem Auge. Da das Gewebe nicht mehr ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgt wird, kann dies im schlimmsten Fall zu einer dauerhaften Erblindung führen.

Wegovy und Ozempic: Gleicher Wirkstoff, unterschiedliches Risiko?

Sowohl Wegovy als auch Ozempic basieren auf dem GLP-1-Rezeptoragonisten Semaglutid. Während Ozempic primär zur Behandlung von Typ-2-Diabetes zugelassen ist, wird Wegovy zur Gewichtsreduktion bei Adipositas eingesetzt. Obwohl beide denselben Wirkstoff enthalten, deuten die Auswertungen der FDA-Datenbank darauf hin, dass die Fallzahlen von Sehnerveninfarkten bei der Nutzung von Wegovy höher ausfallen. Mediziner vermuten, dass dies unter anderem mit der unterschiedlichen Dosierung oder der spezifischen Patientengruppe zusammenhängen könnte.

Europäische Arzneimittel-Agentur warnt bereits

Dass Semaglutid Auswirkungen auf die Augengesundheit haben kann, ist den Behörden bereits bekannt. Laut dem Ausschuss für Risikobewertung der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) ist die Erkrankung als eine sehr seltene Nebenwirkung von semaglutidhaltigen Medikamenten einzustufen. Statistisch gesehen betrifft sie bis zu einen von 10.000 Patienten. In Dänemark haben aufgrund dieser schweren Nebenwirkung bereits erste betroffene Patienten Entschädigungsanträge bei den Gesundheitsbehörden gestellt.

Was Patienten jetzt wissen müssen

Wer aktuell Wegovy oder Ozempic anwendet, sollte das Medikament auf keinen Fall in Panik eigenmächtig absetzen, jedoch aufmerksam auf mögliche körperliche Veränderungen achten. Folgende Ratschläge sollten Patienten beherzigen:

  • Sofortiges Handeln bei Sehveränderungen: Suchen Sie bei einem plötzlichen Sehverlust oder einer raschen Verschlechterung des Sehvermögens umgehend einen Augenarzt oder eine Notaufnahme auf.
  • Ärztliche Rücksprache: Setzen Sie Medikamente niemals ohne ärztlichen Rat ab. Sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt über mögliche Alternativen.
  • Risikofaktoren abklären: Besprechen Sie mögliche Vorerkrankungen, insbesondere wenn Sie bereits an Durchblutungsstörungen oder Diabetes leiden, da hier ohnehin ein erhöhtes Risiko für Augenerkrankungen besteht.

Die Forschung steht bei diesem spezifischen Vergleich noch am Anfang. Weitere klinische Studien sind notwendig, um den genauen Zusammenhang zwischen der Dosierung von Semaglutid und dem Auftreten des Sehnerveninfarkts abschließend zu klären. Bis dahin gilt für alle Anwender: Wachsamkeit ist der beste Schutz.

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