Gesundheitsrisiko Hitze: Medikamente richtig lagern und Symptome erkennen

Benedikt Hübenthal
Gesundheitsrisiken durch Hitze: Hitzschlag & Medikamente lagern

Die Sommermonate bringen nicht nur sonnige Tage, sondern auch ernstzunehmende gesundheitliche Herausforderungen mit sich. Bereits im Mai kletterten die Temperaturen vielerorts über die 30-Grad-Marke. Mit der zunehmenden Hitze steigt auch das Risiko für hitzebedingte Erkrankungen. Der Verband Pharma Deutschland e.V. warnt aktuell vor den Gefahren und gibt wichtige Hinweise zu typischen Anzeichen von Sonnenstich und Hitzschlag sowie zur sicheren Aufbewahrung von Arzneimitteln.

Sonnenstich und Hitzschlag: Die Warnsignale des Körpers

Ein längerer Aufenthalt in der prallen Sonne oder in überhitzten Räumen kann den Körper schnell an seine Grenzen bringen. Besonders ältere und pflegebedürftige Menschen sind gefährdet, da ihr Temperaturempfinden und Durstgefühl oft eingeschränkt sind. Es ist entscheidend, die Symptome frühzeitig zu erkennen und richtig zu handeln.

Der Sonnenstich

Ein Sonnenstich entsteht durch intensive Sonneneinstrahlung auf den ungeschützten Kopf und Nacken. Dies führt zu einer Reizung der Hirnhäute. Typische Symptome sind:

  • Starke Kopfschmerzen und Schwindel
  • Ein hochroter, heißer Kopf bei ansonsten normaler Körpertemperatur
  • Übelkeit bis hin zum Erbrechen
  • Nackensteifigkeit

Betroffene sollten sofort in den Schatten oder in einen kühlen Raum gebracht werden. Der Kopf sollte leicht erhöht gelagert und vorsichtig mit feuchten Tüchern gekühlt werden.

Der lebensgefährliche Hitzschlag

Ein Hitzschlag ist ein medizinischer Notfall. Er tritt auf, wenn die Wärmeregulation des Körpers komplett versagt und die Körperkerntemperatur auf über 40 Grad Celsius ansteigt. Warnzeichen sind eine heiße, trockene Haut, da das rettende Schwitzen aussetzt. Hinzu kommen ein beschleunigter Puls, Verwirrtheit und im schlimmsten Fall Bewusstlosigkeit. Hier muss umgehend der Notarzt verständigt werden.

Arzneimittel bei Hitze richtig lagern

Neben den direkten körperlichen Auswirkungen der Hitze wird oft ein weiterer wichtiger Aspekt vergessen: die Lagerung von Medikamenten. Laut Pharma Deutschland e.V. können hohe Temperaturen die Wirksamkeit von Arzneimitteln erheblich beeinträchtigen oder diese sogar unbrauchbar machen.

Für die sichere Aufbewahrung in der heißen Jahreszeit gelten folgende Grundregeln:

  • Kühl und trocken: Die meisten Medikamente sollten bei Raumtemperatur, idealerweise zwischen 15 und 25 Grad Celsius, gelagert werden. Das Badezimmer ist wegen der hohen Luftfeuchtigkeit und der Temperaturschwankungen ungeeignet. Besser geeignet sind das Schlafzimmer oder ein kühler Flur.
  • Keine direkte Sonneneinstrahlung: Tabletten, Säfte und Salben dürfen niemals direkt in der Sonne liegen, etwa auf der Fensterbank.
  • Vorsicht im Auto: Bei sommerlichen Temperaturen kann sich der Innenraum eines Fahrzeugs schnell auf über 50 Grad aufheizen. Medikamente sollten daher bei Transporten in einer Kühltasche transportiert werden, jedoch ohne direkten Kontakt zu den Kühlelementen, um ein Einfrieren zu verhindern.
  • Kühlschrankpflicht beachten: Einige Präparate, wie bestimmte Insuline, Asthmasprays oder Augentropfen, müssen zwingend im Kühlschrank gelagert werden. Hierbei ist stets auf die Angaben im Beipackzettel zu achten.

Veränderungen an Medikamenten erkennen

Hitze kann nicht nur die unsichtbaren Wirkstoffe zerstören, sondern auch die Konsistenz von Medikamenten verändern. Wenn Zäpfchen geschmolzen sind, Cremes sich in flüssige und feste Bestandteile trennen oder Tabletten Verfärbungen und Risse aufweisen, sollten diese nicht mehr verwendet werden. Auch ein veränderter Geruch kann ein Warnsignal sein. Im Zweifel ist es ratsam, in der Apotheke nachzufragen, ob das Medikament noch sicher eingenommen werden kann.

Gerade in der häuslichen Pflege ist in den Sommermonaten besondere Wachsamkeit geboten. Ausreichendes Trinken, abgedunkelte, kühle Räume und der sorgfältige Umgang mit Medikamenten sind die besten Schutzmaßnahmen, um sicher und gesund durch die heiße Jahreszeit zu kommen.

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