Gürtelrose-Impfung schützt offenbar auch das Herz
Die Impfung gegen Herpes zoster, im Volksmund als Gürtelrose bekannt, gehört für ältere Menschen und Risikopatienten zu den wichtigsten Vorsorgemaßnahmen. Eine neue wissenschaftliche Untersuchung deutet nun darauf hin, dass der moderne, rekombinante Totimpfstoff einen weitreichenderen Schutz bietet als bisher angenommen: Neben der schmerzhaften Nervenerkrankung selbst könnte er auch vor folgenschweren Herz-Kreislauf-Ereignissen schützen.
Weniger Herz-Kreislauf-Ereignisse über mehrere Jahre
In einer groß angelegten US-Langzeitstudie, die im renommierten Fachjournal Nature Medicine veröffentlicht wurde, verglichen Forschende die Gesundheitsdaten von geimpften Personen über einen Zeitraum von sieben Jahren. Dabei zeigte sich ein bemerkenswerter Unterschied: Die Gruppe, die mit dem rekombinanten Totimpfstoff immunisiert wurde, wies eine um rund neun Prozent geringere kardiovaskuläre Krankheitslast auf als jene, die den älteren Lebendimpfstoff erhalten hatte.
Zu den untersuchten Parametern zählten unter anderem schwerwiegende Ereignisse wie Herzinfarkte, Schlaganfälle sowie weitere vaskuläre Komplikationen. Die Ergebnisse legen nahe, dass die robuste Immunantwort des modernen Vakzins einen spürbaren Mehrwert für die Gefäßgesundheit älterer Menschen mit sich bringt.
Warum Gürtelrose die Gefäße belastet
Nach einer durchgemachten Windpocken-Infektion verbleibt das auslösende Varizella-Zoster-Virus lebenslang inaktiv in den Nervenknoten. Lässt die Immunabwehr im Alter oder durch chronische Erkrankungen nach, kann das Virus reaktiviert werden und als Gürtelrose ausbrechen. Medizinisch ist seit Längerem bekannt, dass eine akute Herpes-zoster-Erkrankung mit einer starken systemischen Entzündungsreaktion einhergeht, die Gefäßwände schädigen und das Risiko für Blutgerinnsel temporär stark erhöhen kann.
Durch die zuverlässige Verhinderung dieser Virusausbrüche und die damit verbundenen Entzündungsschübe verringert sich folglich auch der Stress auf das gesamte Herz-Kreislauf-System. Der rekombinante Impfstoff zeichnet sich durch ein spezielles Wirkverstärkersystem aus, das eine besonders langanhaltende und intensive Abwehrreaktion hervorruft.
Bedeutung für die Pflege und ältere Menschen
Für Pflegekräfte, pflegende Angehörige und Seniorinnen und Senioren unterstreichen die aktuellen Erkenntnisse den hohen Stellenwert der Schutzimpfung. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Gürtelrose-Impfung mit dem Totimpfstoff standardmäßig für alle Personen ab 60 Jahren sowie für Personen ab 50 Jahren mit Grunderkrankungen wie Diabetes, rheumatoider Arthritis oder einer Immunschwäche.
Ein umfassender Impfschutz leistet somit nicht nur einen essenziellen Beitrag zur Vermeidung quälender chronischer Nervenschmerzen (Post-Zoster-Neuralgie), sondern trägt potenziell auch dazu bei, die kardiovaskuläre Gesundheit bis ins hohe Alter stabil zu halten.
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