Herzinfarkt-Risiko bei Frauen: Warum Standard-Untersuchungen oft trügen
Herzerkrankungen gelten in der öffentlichen Wahrnehmung oft noch immer als klassisches "Männerproblem". Doch diese Annahme ist nicht nur veraltet, sie kann für Patientinnen lebensgefährlich sein. Eine aktuelle wissenschaftliche Untersuchung zeigt nun auf, dass eine der gängigsten Diagnosemethoden – die kardiale Computertomografie (Kardio-CT) – das tatsächliche Risiko von Frauen mit koronarer Herzkrankheit (KHK) massiv unterschätzen kann.
Gleiches Risiko trotz weniger Ablagerungen
Wenn Patienten mit unklaren Brustschmerzen oder anderen typischen Herz-Kreislauf-Beschwerden zum Arzt gehen, wird häufig ein Kardio-CT angeordnet. Diese Untersuchung macht Verkalkungen und sogenannte Plaques in den Herzkranzgefäßen sichtbar. Forscher haben in einer klinischen Studie, die im Fachjournal Circulation Cardiovascular Imaging veröffentlicht wurde, nun eine alarmierende Entdeckung gemacht.
Frauen weisen bei vergleichbaren Beschwerden in der Bildgebung oft eine deutlich geringere Plaque-Last auf als Männer. Das Tückische daran: Obwohl die Bilder auf den ersten Blick weniger bedrohlich wirken, ist das Risiko für ein schweres kardiovaskuläres Ereignis – wie etwa einen Herzinfarkt – bei den betroffenen Frauen exakt genauso hoch wie bei den männlichen Patienten.
Warum das CT falsche Sicherheit suggeriert
Die medizinischen Erkenntnisse untermauern einmal mehr, dass sich weibliche und männliche Körper in ihrer Biologie und Krankheitsausprägung stark unterscheiden. Bei Frauen äußert sich eine koronare Herzkrankheit häufig anders:
- Andere Gefäßveränderungen: Statt großer, punktueller Blockaden in den Hauptarterien leiden Frauen oft an einer sogenannten mikrovaskulären Dysfunktion, bei der die kleinsten Blutgefäße des Herzens betroffen sind.
- Plaque-Beschaffenheit: Die Ablagerungen bei Frauen sind oft flacher und gleichmäßiger an den Gefäßwänden verteilt. Das macht sie im CT weniger auffällig, aber keineswegs weniger gefährlich.
Was das für Patientinnen und den Pflegealltag bedeutet
Für Pflegekräfte, behandelnde Ärzte und vor allem für die Patientinnen selbst bedeutet dies, dass ein "unauffälliges" CT-Ergebnis bei anhaltenden Beschwerden keine absolute Entwarnung geben darf. Wenn typische oder auch untypische Symptome wie anhaltende Erschöpfung, Kurzatmigkeit, Übelkeit oder ein Druckgefühl im Brustkorb bestehen bleiben, müssen weitere diagnostische Schritte eingeleitet werden.
Die sogenannte Gendermedizin rückt glücklicherweise zunehmend in den Fokus der Forschung. Es reicht nicht mehr aus, medizinische Standards, die primär an männlichen Patienten erforscht wurden, eins zu eins auf Frauen zu übertragen. Die aktuellen Studienergebnisse sind ein dringender Appell, die weibliche Herzgesundheit differenzierter zu betrachten und Warnsignale ernst zu nehmen – auch wenn das Röntgenbild vermeintlich harmlos aussieht.
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