Historischer Erfolg: Warum unsere Zähne heute so gesund sind wie nie zuvor

Dominik Hübenthal
DMS 6 Studie: Karies sinkt, Senioren behalten eigene Zähne

Die zahnmedizinische Prävention in Deutschland feiert einen historischen Erfolg. Eine aktuelle Langzeituntersuchung zeigt, dass Karies massiv zurückgeht und selbst im hohen Alter die eigenen Zähne erhalten bleiben. Doch eine heimtückische Gefahr für das Zahnfleisch bleibt bestehen.

Prävention, die ein Leben lang wirkt

Wer regelmäßig zur Kontrolle geht und auf Prophylaxe setzt, hat beste Chancen auf ein lebenslang gesundes Gebiss. Das belegen die neuen Längsschnittergebnisse der Sechsten Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS 6), die unter anderem vom Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ) und der Bundeszahnärztekammer vorgestellt wurden. Erstmals wurden dafür Teilnehmer der Vorgängerstudie aus dem Jahr 2014 erneut untersucht, um die individuelle Entwicklung der Zahngesundheit über ein ganzes Jahrzehnt exakt nachzuvollziehen.

Karies bei jungen Menschen auf dem Rückzug

Die konsequente Ausrichtung auf Vorbeugung zeigt besonders bei der jungen Generation beeindruckende Resultate. Bei den heute 20-Jährigen, die zum Zeitpunkt der letzten Erhebung noch völlig kariesfrei waren, erkrankte innerhalb des Untersuchungszeitraums im Durchschnitt maximal ein einziger Zahn an Karies. Diese Altersgruppe profitiert laut der Bundeszahnärztekammer bereits vollständig von den modernen zahnmedizinischen Präventionsangeboten.

Auch bei den jüngeren Erwachsenen zwischen 35 und 44 Jahren wird der positive Langzeiteffekt der in den 1990er-Jahren gestarteten Vorsorgeprogramme deutlich sichtbar. Vollständiger Zahnverlust ist in dieser Altersspanne heute eine absolute Seltenheit geworden.

Senioren behalten ihre Zähne deutlich länger

Ein besonders erfreulicher Trend zeigt sich bei den älteren Generationen. Die Zeiten, in denen ein künstliches Gebiss im Alter der Normalfall war, sind endgültig vorbei. Während in der Vorgängerstudie noch über 12 Prozent der 65- bis 74-Jährigen vollständig zahnlos waren, ist dieser Anteil in der aktuellen Untersuchung auf rund 5 Prozent gesunken. Die Menschen behalten bis ins hohe Alter einen Großteil ihrer natürlichen Zähne – ein enormer Gewinn für die Lebensqualität.

Parodontitis: Die unterschätzte Gefahr ab der Lebensmitte

Trotz der herausragenden Erfolge bei der Kariesbekämpfung gibt es weiterhin Herausforderungen. Parodontitis, eine chronische Entzündung des Zahnbettes, verläuft oft schleichend und schmerzfrei. Die Studiendaten belegen, dass die entscheidende Krankheitsdynamik bereits im mittleren Erwachsenenalter einsetzt. Auch wenn sich Zahnverluste durch Parodontitis in der Gesamtbevölkerung stark reduziert haben, bleibt die Erkrankung weit verbreitet.

Zudem offenbaren die Untersuchungen Schwächen bei der täglichen Mundhygiene. Selbst nach dem Zähneputzen weisen viele Zahnflächen noch Plaque auf. Zahnmediziner raten daher dringend zu unterstützenden Maßnahmen:

  • Tägliche Nutzung von Zahnseide oder Interdentalbürsten zur Reinigung der Zahnzwischenräume
  • Regelmäßige professionelle Zahnreinigung (PZR) in der Zahnarztpraxis
  • Verwendung von fluoridhaltiger Zahnpasta
  • Einsatz elektrischer Zahnbürsten, die Plaque oft effektiver entfernen als Handzahnbürsten

Die Ergebnisse der DMS 6 machen deutlich: Der Weg von der reinen Reparaturmedizin hin zur präventiven Zahnheilkunde ist ein voller Erfolg, der dem gesamten Gesundheitssystem zugutekommt und die Zahngesundheit von Millionen Menschen nachhaltig verbessert.

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