Hohes Vertrauen in Hausärzte: Patienten fordern mehr Digitalisierung statt Gebühren
Die hausärztliche Versorgung in Deutschland steht unter erheblichem Druck. Praxissterben, Fachkräftemangel und überfüllte Wartezimmer prägen zunehmend den Alltag. Doch wie bewerten die Patientinnen und Patienten selbst die Situation vor Ort? Laut einer aktuellen und repräsentativen forsa-Umfrage im Auftrag der hkk Krankenkasse stellen die Bürger ihren Hausärztinnen und Hausärzten ein erstaunlich positives Zeugnis aus.
91 Prozent sind mit der Behandlung zufrieden
Trotz der spürbaren und zunehmenden Engpässe in der hausärztlichen Versorgung bleibt das Vertrauen der Bevölkerung in die medizinische Basisversorgung ungebrochen hoch. Ganze 91 Prozent der befragten Patientinnen und Patienten gaben an, mit der medizinischen Betreuung in ihrer Hausarztpraxis vollauf zufrieden zu sein. Die Zahlen belegen eindrucksvoll: Wenn der Kontakt zwischen Arzt und Patient erst einmal zustande gekommen ist, wird die Behandlungsqualität als sehr hochwertig und verlässlich empfunden.

Kritikpunkte: Wartezeiten und Erreichbarkeit
Auch wenn die medizinische Expertise hoch geschätzt wird, legt die Umfrage den Finger in die organisatorischen Wunden vieler Praxen. Die strukturellen Rahmenbedingungen sorgen im Alltag immer wieder für Frust. Zu den größten Kritikpunkten der Versicherten zählen:
- Lange Wartezeiten: Sowohl die Dauer bis zu einem Termin als auch die Zeit im Wartezimmer selbst werden häufig bemängelt.
- Schlechte Erreichbarkeit: Viele Patienten berichten von Schwierigkeiten, ihre Praxis telefonisch zu erreichen, da die Leitungen chronisch überlastet sind.
Klare Absage an finanzielle Hürden
In der gesundheitspolitischen Debatte werden immer wieder finanzielle Steuerungsmodelle diskutiert – etwa eine Neuauflage der Praxisgebühr oder Strafzahlungen für unentschuldigt verpasste Termine. Die Bevölkerung lehnt solche Gebührenmodelle jedoch kategorisch ab. Die Patienten sehen in finanziellen Hürden keinen tauglichen Weg, um die knappen Ressourcen im Gesundheitssystem gerechter zu verteilen oder effizienter zu nutzen.
Die Lösung liegt in der Digitalisierung
Stattdessen setzen die Bürger auf technologischen Fortschritt. Die Befragten wünschen sich eine intelligente Koordination und eine weitreichende digitale Vernetzung als Schlüssel für eine bedarfsgerechte Primärversorgung. Online-Terminbuchungen, digitale Rezeptbestellungen und die Möglichkeit von Videosprechstunden stehen ganz oben auf der Wunschliste, um die Praxisteams zu entlasten und die Erreichbarkeit für die Patienten spürbar zu verbessern.
Hintergrund zur Studie: Für die Erhebung befragte das Meinungsforschungsinstitut forsa Ende Februar 2026 bundesweit 1.000 Personen ab 18 Jahren.
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