Honorarumsätze in Praxen steigen: KBV meldet leichtes Plus

Benedikt Hübenthal
Ärztehonorare steigen: KBV meldet leichtes Plus im dritten Quartal

In den Arzt- und Psychotherapiepraxen herrscht weiterhin Hochbetrieb. Wie aus dem aktuellen Honorarbericht der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) hervorgeht, verzeichneten Vertragsärztinnen, Vertragsärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten im dritten Quartal des Jahres 2024 einen Zuwachs bei den durchschnittlichen Honorarumsätzen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stiegen die Einnahmen aus der vertragsärztlichen Versorgung um vier Prozent.

Mehr Patientenkontakte belasten die Praxisteams

Hinter dem leichten finanziellen Aufwind steht ein spürbarer Arbeitsanstieg. Die Zahl der abgerechneten Behandlungsfälle kletterte bundesweit auf fast 139 Millionen. Das bedeutet eine anhaltend hohe Auslastung für die Praxisteams, die neben dem regulären Praxisbetrieb auch immer wieder mit Fachkräftemangel und bürokratischen Hürden kämpfen.

Die wachsende Inanspruchnahme ambulanter Leistungen verdeutlicht, wie zentral niedergelassene Praxen für die medizinische Grund- und Regelversorgung sind. Gleichzeitig zeigt die Entwicklung, dass die Nachfrage nach medizinischer und therapeutischer Unterstützung in der Bevölkerung ungebrochen hoch bleibt.

Umsatzplus gleicht Kostensteigerungen kaum aus

Auf den ersten Blick wirkt ein Plus von vier Prozent erfreulich, doch in der Realität relativeren hohe Betriebskosten diesen Zuwachs erheblich. Praxisinhaber sehen sich mit steigenden Ausgaben für Personal, gestiegenen Energiekosten sowie Aufwendungen für Digitalisierung und Praxisbedarf konfrontiert.

  • Steigende Praxiskosten: Höhere Gehälter für medizinische Fachangestellte und allgemeine Inflation belasten das Praxisbudget.
  • Hoher Versorgungsdruck: Fast 139 Millionen Behandlungsfälle fordern das Gesundheitssystem an der Basis heraus.
  • Wirtschaftliche Unsicherheit: Trotz Umsatzsteigerung bleibt der finanzielle Spielraum für viele niedergelassene Mediziner eng bemessen.

Bedeutung für die ambulante Versorgung

Für eine verlässliche ambulante Versorgung – insbesondere auch im Zusammenspiel mit pflegerischen Diensten und pflegebedürftigen Menschen – sind wirtschaftlich stabile Praxen unerlässlich. Wenn Haus- und Facharztpraxen unter dem Kostendruck ächzen, drohen Terminengpässe und längere Wartezeiten. Die aktuellen Honorarzahlen dürften daher in der gesundheitspolitischen Debatte über angemessene Vergütungen und die Rahmenbedingungen der Praxen erneut für Diskussionsstoff sorgen.

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