HPV-Impfung: Deutschland fällt im europäischen Vergleich drastisch zurück
Pünktlich zur Europäischen Impfwoche 2026 rückt ein Thema in den Fokus, das für die Krebsprävention von entscheidender Bedeutung ist: die Impfung gegen humane Papillomviren (HPV). Aktuelle Daten offenbaren dabei eine alarmierende Lücke zwischen den europäischen Spitzenreitern und der Bundesrepublik.
Drei Länder knacken die 90-Prozent-Marke
Laut dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) empfehlen mittlerweile alle Länder im Europäischen Wirtschaftsraum – dazu zählen die EU-Staaten sowie Island, Liechtenstein und Norwegen – die HPV-Impfung sowohl für Mädchen als auch für Jungen. Das erklärte Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist es, eine Impfquote von 90 Prozent bei Mädchen bis zum Alter von 15 Jahren zu erreichen, um Gebärmutterhalskrebs langfristig nahezu auszurotten.
Während drei europäische Vorreiterstaaten diese magische Grenze von 90 Prozent bereits erfolgreich überschritten haben, zeichnet sich in Deutschland ein ernüchterndes Bild ab: Hierzulande liegt die Quote bei den heranwachsenden Mädchen lediglich bei rund 55 Prozent.
Warum hinkt Deutschland hinterher?
Die Gründe für das schwache Abschneiden Deutschlands sind vielschichtig. Experten aus dem Gesundheitswesen und der Präventionsmedizin weisen immer wieder auf strukturelle Hürden hin:
- Fehlende Schulimpfprogramme: In den europäischen Spitzenländern wird die HPV-Impfung oft niedrigschwellig direkt in den Schulen durchgeführt. In Deutschland erfordert die Impfung einen aktiven Arztbesuch, meist beim Kinder- oder Jugendarzt.
- Wissenslücken: Viele Eltern sind nicht ausreichend über die Risiken einer HPV-Infektion und den enormen Nutzen der Impfung informiert. Oft wird unterschätzt, dass HPV eine der Hauptursachen für verschiedene Krebsarten ist.
- Verpasste Vorsorgeuntersuchungen: Im Jugendalter nehmen die regelmäßigen Arztbesuche ab, wodurch das optimale Zeitfenster für die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlene Impfung (zwischen 9 und 14 Jahren) häufig verpasst wird.
Auch für Jungen von entscheidender Bedeutung
Lange Zeit galt die HPV-Impfung fälschlicherweise als reine "Mädchenimpfung", da sie in erster Linie vor Gebärmutterhalskrebs schützt. Doch auch Jungen profitieren massiv von der Immunisierung. Die Viren können bei Männern ebenfalls schwere Krebserkrankungen im Mund-Rachen-Raum sowie im Anal- und Genitalbereich auslösen. Zudem tragen geimpfte Jungen maßgeblich zur sogenannten Herdenimmunität bei und unterbrechen die Infektionsketten wirkungsvoll.
Handlungsbedarf für die Gesundheitspolitik
Um die Lücke zu den europäischen Nachbarn zu schließen, fordern Mediziner und Krankenkassen ein Umdenken. Aufklärungskampagnen müssen intensiviert und der Zugang zur Impfung deutlich erleichtert werden. Wenn Deutschland das Ziel der modernen Krebsprävention ernst nimmt, müssen unkonventionellere Wege in der Gesundheitsversorgung – wie beispielsweise flächendeckende Impfangebote in Bildungseinrichtungen – ernsthaft diskutiert und zügig umgesetzt werden.
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