Kokainkonsum bei jungen Erwachsenen hat sich drastisch erhöht

Dominik Hübenthal
Kokainkonsum steigt: Alarmierende Zahlen bei jungen Erwachsenen

Die Zahlen sind alarmierend und zeigen einen besorgniserregenden Trend: Immer mehr junge Menschen in Deutschland greifen zu harten Drogen. Besonders der Konsum von Kokain hat in den vergangenen Jahren massiv zugenommen und stellt das Gesundheitssystem sowie die Suchthilfe vor neue, gewaltige Herausforderungen.

Verdreifachung der Konsumentenzahlen in zehn Jahren

Laut der aktuellen Drogenaffinitätsstudie des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) hat sich der Anteil der Konsumenten in der Altersgruppe der 18- bis 25-Jährigen mehr als verdreifacht. Während im Jahr 2015 lediglich 1,2 Prozent der jungen Erwachsenen angaben, Kokain zu konsumieren, stieg dieser Wert bis zum vergangenen Jahr auf bedenkliche 4,1 Prozent an. Diese Entwicklung verdeutlicht, dass die Substanz längst nicht mehr nur in bestimmten elitären Nischen konsumiert wird, sondern zunehmend in der Mitte der jungen Gesellschaft ankommt und oft als vermeintliche Leistungs- oder Partydroge missbraucht wird.

Gesundheitliche und gesellschaftliche Folgen

Für das Gesundheitssystem, insbesondere für die psychiatrische Pflege und Suchtberatungsstellen, bedeutet dieser Anstieg eine spürbare Mehrbelastung. Fachleute warnen eindringlich vor den schwerwiegenden physischen und psychischen Konsequenzen, die der regelmäßige Konsum des hochgradig abhängig machenden Stimulans mit sich bringt.

  • Kardiovaskuläre Risiken: Kokain belastet das Herz-Kreislauf-System extrem. Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen bis hin zu lebensbedrohlichen Herzinfarkten können auch bei sehr jungen Menschen auftreten.
  • Psychische Erkrankungen: Der Konsum begünstigt Angstzustände, schwere Depressionen und drogeninduzierte Psychosen, die oft stationär behandelt werden müssen.
  • Hohes Suchtpotenzial: Die psychische Abhängigkeit entwickelt sich bei Kokain oft rasend schnell und erfordert langwierige, intensive Therapien.

Prävention muss im Fokus stehen

Angesichts dieser drastischen Entwicklung fordern Gesundheitsexperten ein Umdenken in der Aufklärungsarbeit. Die Gefahren von Kokain werden in der Szene häufig verharmlost. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, sind zielgruppengerechte, moderne Präventionsprogramme und ein niedrigschwelliger Zugang zu Beratungsangeboten unerlässlich. Nur durch frühzeitige Intervention und schonungslose Aufklärung kann verhindert werden, dass aus dem experimentellen Konsum junger Erwachsener eine lebenszerstörende Abhängigkeit entsteht.

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