Krankenhaus-Insolvenzen: Gesundheitsminister Wilke korrigiert eigene Warnung

Djamal Sadaghiani
Klinikschließungen in Brandenburg: Wilke korrigiert Aussage

Nachdem er erst kürzlich vor einem drohenden Kliniksterben gewarnt hatte, schlägt Brandenburgs Gesundheitsminister René Wilke (SPD) nun sanftere Töne an. Im Gesundheitsausschuss des Landtags stellte er klar, dass er nicht unmittelbar mit weiteren Insolvenzen von Krankenhäusern rechne.

"Vorsichtiges Abwarten" bei den Trägern

Die Lage der regionalen Krankenhäuser sei zwar weiterhin äußerst kritisch und das System stehe unter massivem Druck, betonte Wilke. Der Landesregierung lägen derzeit jedoch keine konkreten Signale vor, dass sich weitere Klinikträger aus der Versorgung zurückziehen wollen. Vielmehr beobachte der Gesundheitsminister momentan ein "vorsichtiges Abwarten" bei den Verantwortlichen.

Dennoch mahnte er zur Vorsicht: Das aktuelle System der Krankenhausfinanzierung stehe an einer entscheidenden Wegscheide. Wenn die Finanzierung nicht bald auf ein solides Fundament gestellt werde, müssten sich die Akteure unweigerlich die Frage nach der Zukunft stellen. Besonders private Träger könnten in erhebliche Schwierigkeiten geraten, wenn sie über Jahre hinweg Verluste ausgleichen müssten.

Acht von zehn Kliniken schreiben rote Zahlen

Der wirtschaftliche Druck auf die Einrichtungen im Land ist immens. Aktuell arbeiten rund acht von zehn Krankenhäusern in Brandenburg defizitär. Erst Ende Mai hatte Wilke in einem Fernsehinterview erklärt, dass er angesichts dieser alarmierenden Zahlen mit weiteren Schließungen rechne. Auf Nachfragen aus den Reihen der Opposition wollte er diese früheren Äußerungen im Ausschuss jedoch nicht weiter präzisieren.

Streitfall: Kinderklinik in Ludwigsfelde

Auslöser für die hitzige Debatte um die Krankenhauslandschaft in Brandenburg war die Ankündigung, die Kinderklinik in Ludwigsfelde zum 31. Juli dieses Jahres zu schließen. Der Träger begründete diesen Schritt mit der Notwendigkeit zur Spezialisierung im Rahmen der anstehenden Krankenhausreform sowie mit einer zu geringen Auslastung der Station.

Während die Opposition die geplante Schließung als gravierenden Einschnitt für die regionale Versorgung kritisiert und auf eine Petition mit mittlerweile über 6.000 Unterschriften verweist, ordnete Wilke die Situation sachlich ein. Er gab zu bedenken, dass in der betroffenen Kinderklinik durchschnittlich nur drei Patienten pro Tag behandelt würden. Zudem sei die medizinische Versorgung durch umliegende Kinderkliniken in einem zumutbaren Radius von 30 Kilometern weiterhin verlässlich sichergestellt.

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