Lebensbedrohliches Borna-Virus: Neuer Fall in Bayern bestätigt
Die Gesundheitsbehörden in Bayern schlagen Alarm: Im Landkreis Erding hat sich ein Mensch mit dem seltenen, aber extrem gefährlichen Borna-Virus (BoDV-1) infiziert. Das zuständige Landratsamt bestätigte den Fall kürzlich, machte jedoch keine näheren Angaben zum aktuellen Gesundheitszustand der betroffenen Person. Da die Infektion in den meisten Fällen eine schwere und oft tödliche Gehirnentzündung auslöst, rückt der Erreger nun wieder verstärkt in den Fokus von Medizinern und der Bevölkerung.
Gefahr aus dem Garten: Wie wird das Borna-Virus übertragen?
Obwohl das Borna-Virus bei Tieren wie Pferden und Schafen schon lange bekannt ist, weiß die Wissenschaft erst seit 2018 sicher, dass der Erreger auch auf den Menschen überspringen kann. Als Hauptüberträger gilt die sogenannte Feldspitzmaus. Die kleinen Säugetiere scheiden das Virus über Speichel, Urin und Kot aus, ohne selbst daran zu erkranken.
Experten des Robert Koch-Instituts (RKI) gehen davon aus, dass sich Menschen vor allem durch den Kontakt mit diesen kontaminierten Ausscheidungen infizieren. Ein typisches Risiko-Szenario ist das Einatmen von aufgewirbeltem Staub, etwa beim Auskehren von Garagen, Schuppen oder bei intensiver Gartenarbeit. Auch eine Schmierinfektion über verunreinigte Hände oder Lebensmittel gilt als möglicher Übertragungsweg.
Symptome: Ein schleichender und oft tödlicher Verlauf
Die Tücke des Borna-Virus liegt in seiner extremen Aggressivität gegenüber dem menschlichen Nervensystem. Nach einer Inkubationszeit, die mehrere Wochen oder sogar Monate betragen kann, zeigen sich zunächst unspezifische Beschwerden:
- Fieber und allgemeines Unwohlsein
- Starke Kopfschmerzen
Im weiteren Verlauf greift das Virus das Gehirn an und verursacht eine schwere Enzephalitis (Gehirnentzündung). Dies äußert sich durch gravierende neurologische Ausfälle wie Verhaltensauffälligkeiten, Sprach- und Gangstörungen sowie epileptische Anfälle. Innerhalb weniger Tage oder Wochen fallen die Patienten häufig ins Koma. Da es bislang keine spezifische antivirale Therapie gibt, verläuft die Erkrankung fast immer tödlich.
Bayern als Hotspot: Selten, aber hochgefährlich
Trotz der drastischen Folgen ist eine Infektion glücklicherweise eine absolute Seltenheit. Deutschlandweit werden pro Jahr zumeist weniger als zehn Fälle gemeldet. Auffällig ist jedoch, dass ein Großteil der Infektionen in Bayern auftritt. Erst im vergangenen Jahr sorgten ähnliche Fälle für Bestürzung, als im oberpfälzischen Tirschenreuth sowie im Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm Menschen an den Folgen der Virusinfektion verstarben.
Das Gesundheitsamt Erding steht nun in engem Austausch mit dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL), um die genaue Infektionsquelle des aktuellen Falls zu ermitteln.
So können Sie sich im Alltag schützen
Gerade für Menschen im ländlichen Raum, Hausbesitzer und Gartenliebhaber ist Prävention der beste Schutz. Gesundheitsbehörden raten zu folgenden Vorsichtsmaßnahmen:
- Handschuhe tragen: Bei der Gartenarbeit oder beim Aufräumen von Schuppen und Dachböden sollten stets feste Arbeitshandschuhe getragen werden.
- Staub vermeiden: Wer staubige Räume reinigt, sollte diese vorher gut lüften und Flächen idealerweise feucht wischen, anstatt trocken zu kehren, um keine potenziell virenbelasteten Partikel aufzuwirbeln.
- Körperhygiene: Nach schmutzigen Arbeiten im Freien oder in Schuppen ist gründliches Händewaschen Pflicht. Bei starker Staubentwicklung wird empfohlen, direkt im Anschluss zu duschen und die Haare zu waschen.
- Sichere Entsorgung: Wer eine tote Spitzmaus findet, sollte diese niemals mit bloßen Händen berühren. Das Tier und umliegende Ausscheidungen sollten vorab mit Reinigungsmittel besprüht werden, um Staubbindung zu gewährleisten. Anschließend kann der Kadaver in einer über die Hand gestülpten Plastiktüte sicher im Hausmüll entsorgt werden.
Obwohl das Risiko einer Ansteckung statistisch gesehen minimal ist, rufen die Behörden zu einer besonnenen Wachsamkeit auf. Wer nach entsprechenden Tätigkeiten im Risikogebiet unklare neurologische Symptome entwickelt, sollte umgehend einen Arzt aufsuchen und auf den möglichen Kontakt zu Spitzmäusen hinweisen.
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