Lehren aus Corona: Bundeswehr fordert bessere Vorbereitung auf Gesundheitskrisen
Die Bewältigung künftiger Gesundheitskrisen und Pandemien erfordert in Deutschland dringend strukturiertere Abläufe und eine engere Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern und der Bundeswehr. Dies betonte Generaloberstabsarzt Ralf Hoffmann, Befehlshaber des Zentralen Sanitätsdienstes der Bundeswehr, im Rahmen einer öffentlichen Anhörung der Enquete-Kommission zur Aufarbeitung der Coronapandemie im Bundestag.
Koordination statt Ad-hoc-Lösungen
Während der COVID-19-Pandemie hat die Bundeswehr das zivile Gesundheitssystem massiv unterstützt – von der Amtshilfe in überlasteten Gesundheitsämtern bis hin zur Verlegung von Intensivpatienten quer durch die Republik. Laut Hoffmann haben diese Unterstützungsleistungen im Großen und Ganzen sehr gut funktioniert. Er gab jedoch zu bedenken, dass viele Maßnahmen oftmals ad hoc, also aus der akuten Not heraus, organisiert werden mussten. Für zukünftige, möglicherweise noch weitreichendere Krisen sei ein solches Vorgehen nicht ausreichend.
Einzigartiger Krisenstab als Vorbild
Hoffmann, der während der Pandemie als stellvertretender Leiter des Corona-Krisenstabs im Bundeskanzleramt unter Generalmajor Carsten Breuer fungierte, bezeichnete dieses Gremium als echtes "Unikat". Zuvor habe es eine solch abteilungsübergreifende Zusammenarbeit auf Bundesebene kaum gegeben, da Krisenpolitik traditionell oft in den isolierten Zuständigkeiten einzelner Ministerien stattfinde. Der Stab wuchs damals schnell von rund 25 auf 50 Experten aus verschiedenen Fachgebieten an, da man rasch erkannte, dass eine Krise dieses Ausmaßes nur gesamtstaatlich bewältigt werden kann.
Forderungen für einen krisenfesten Bevölkerungsschutz
Um das deutsche Gesundheitssystem widerstandsfähiger zu machen, formulierte der Befehlshaber konkrete Handlungsempfehlungen für die Politik:
- Gemeinsames Lagebild: Bund, Länder und die Bundeswehr müssen jederzeit auf ein einheitliches, umfassendes und ressortübergreifendes Informationssystem zugreifen können.
- Klare Zuständigkeiten: Die Politik muss Verantwortlichkeiten vorab unmissverständlich definieren, um im Ernstfall Reibungsverluste zu vermeiden.
- Regelmäßige Übungen: Um die länderübergreifende Kooperation zu stärken, bedarf es ständiger Krisenübungen. Die Zusammenarbeit funktioniert am besten, wenn sich die handelnden Akteure bereits aus Friedenszeiten kennen.
- Personelle Skalierung: Es müssen belastbare Pläne vorliegen, wie im Krisenfall schnell zusätzliches Personal mobilisiert und eingesetzt werden kann.
Bedeutung für Pflege und Medizin
Für Einrichtungen im zivilen Gesundheitswesen – wie Krankenhäuser, Pflegeheime und Rettungsdienste – ist eine strukturierte Vorbereitung auf staatlicher Ebene von enormer Bedeutung. Nur wenn die übergeordneten behördlichen und militärischen Strukturen reibungslos ineinandergreifen, kann das medizinische und pflegerische Personal vor Ort in Krisenzeiten effektiv entlastet und zielgerichtet unterstützt werden.
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