Millionenförderung für Halle: Mit Mathematik gegen zukünftige Pandemien
Um zukünftige Pandemien und die Ausbreitung gefährlicher Krankheitserreger frühzeitig zu erkennen, investiert der Bund massiv in die Wissenschaft. Das Modellierungsnetz für schwere Infektionskrankheiten (MONID) erhält für seine zweite Förderphase bis Ende 2029 rund 17 Millionen Euro. Die zentrale Steuerung dieses wegweisenden Projekts übernimmt weiterhin die Universitätsmedizin Halle.
Mit Daten und Modellen gegen die nächste Gesundheitskrise
Infektionskrankheiten gehören weltweit zu den massivsten gesundheitlichen Bedrohungen unserer Zeit. Spätestens die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie entscheidend schnelle und präzise Vorhersagen sind. Genau hier setzt MONID an: Durch komplexe mathematische Modelle und datenbasierte Szenarien berechnen die Forschenden, wie sich Krankheiten ausbreiten und welche Schutzmaßnahmen am wirkungsvollsten sind. Laut Angaben der Universitätsklinik Halle helfen diese wissenschaftlichen Modelle dabei, Risiken besser einzuschätzen und zielgerichtete Präventionsstrategien zu entwickeln.
Erweiterter Fokus: Von Atemwegserkrankungen zu Zecken und Mücken
Während in der ersten Projektphase vor allem Atemwegserkrankungen wie COVID-19 oder die saisonale Grippe im Zentrum der Untersuchungen standen, wird das Spektrum nun deutlich ausgeweitet. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) fördert in der aktuellen Phase sieben neue Forschungsverbünde. Diese widmen sich künftig verstärkt sogenannten vektorübertragenen Infektionskrankheiten. Darunter versteht man Erreger, die durch Insekten wie Zecken oder Mücken auf den Menschen übertragen werden – ein Problem, das durch den voranschreitenden Klimawandel auch in Deutschland zunehmend an Brisanz gewinnt.
Die Universitätsmedizin Halle als zentraler Knotenpunkt
Die Universitätsmedizin Halle fungiert nicht nur als wissenschaftlicher Akteur, sondern übernimmt die übergeordnete Koordinierungsstelle des gesamten Netzwerks. Zu den Hauptaufgaben gehören unter anderem:
- Die Organisation des wissenschaftlichen Austauschs zwischen allen beteiligten Forschungseinrichtungen.
- Die Bereitstellung und Unterstützung gemeinsamer, moderner Infrastrukturen.
- Die gezielte Ausbildung und Förderung von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern im hochspezialisierten Bereich der Infektionsmodellierung.
Darüber hinaus hat sich MONID als wichtige Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Praxis etabliert. Das Netzwerk dient als direkte Anlaufstelle zur Beratung von politischen Entscheidungsträgern, Gesundheitsbehörden und der breiten Öffentlichkeit. Damit wird sichergestellt, dass theoretische Erkenntnisse schnellstmöglich in konkrete, lebensrettende Maßnahmen im Gesundheitswesen umgesetzt werden können.
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