Wunder von Cottbus: Neue Medizin-Uni startet in Rekordzeit
Ein historischer Meilenstein für das deutsche Gesundheitssystem und die Region Südbrandenburg ist erreicht: Nur fünf Jahre nach der Präsentation eines ersten Konzepts nehmen in diesem Herbst die ersten angehenden Ärztinnen und Ärzte ihr Studium an der neu gegründeten Medizinischen Universität Lausitz – Carl Thiem (MUL-CT) auf.
Vom Konzept zur Realität in Rekordzeit
Im August 2021 stellte eine Expertenkommission unter der Leitung des ehemaligen Charité-Chefs Karl Max Einhäupl die ehrgeizigen Pläne für einen Medizinstudiengang in Cottbus vor. Was damals von vielen als ambitioniertes, aber langwieriges Projekt betrachtet wurde, ist heute Realität. Die Geschwindigkeit, mit der das ehemalige Carl-Thiem-Klinikum in ein staatliches Universitätsklinikum umgewandelt wurde, gilt bundesweit als beispiellos.
Brandenburgs Ministerpräsident und die zuständige Wissenschaftsministerin würdigten diesen rasanten Aufbau kürzlich als herausragendes Erfolgsprojekt. Die Region zeige eindrucksvoll, wie moderner Strukturwandel – weg von der Kohle, hin zu Spitzenmedizin und Forschung – in der Praxis gelingen kann.
Ein Medizinstudium der neuen Generation
Zum Wintersemester 2026/2027 starten zunächst 36 Pionier-Studierende in den innovativen Modellstudiengang Humanmedizin. Laut dem zuständigen Wissenschaftsministerium entsteht hierbei eine Form der medizinischen Ausbildung, die es so in Deutschland bisher nicht gab. Doch was macht dieses Studium so besonders?
- Patientenzentrierter Ansatz: Von Beginn an steht der direkte Kontakt zu den Patientinnen und Patienten im Fokus, um die ärztliche Empathie und Praxisnähe zu stärken.
- Digitalisierung: Die MUL-CT setzt auf modernste Technologien und eine digitale Vernetzung, die den künftigen Krankenhausalltag prägen werden.
- Gesundheitssystemforschung: Die Studierenden lernen nicht nur das medizinische Handwerk, sondern auch, wie Versorgungsstrukturen – insbesondere im ländlichen Raum – effizienter gestaltet werden können.
Ein starkes Signal für die Gesundheitsversorgung
Hinter der Gründung der Universität steht nicht nur der Kohleausstieg in der Lausitz, sondern vor allem die dringende Notwendigkeit, die medizinische Versorgung in einer zunehmend älter werdenden Gesellschaft abzusichern. Der Aufbau der Universitätsmedizin soll als Wachstumstreiber fungieren und langfristig dem Ärztemangel in der Region entgegenwirken.
Blick in die Zukunft
Die Kapazitäten der neuen Medizin-Universität sollen in den kommenden Jahren stetig wachsen. Geplant ist, die Zahl der Studienanfängerinnen und -anfänger bis zum Jahr 2035 auf rund 165 pro Jahrgang zu erhöhen. Die Lausitz entwickelt sich damit zu einer echten Modellregion für Gesundheit, die bundesweit als Vorbild für eine moderne und zukunftssichere medizinische Ausbildung dienen könnte.
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