Neue ePA-Funktionen: Medikationsplan und Push-Nachrichten für Millionen Versicherte

Benedikt Hübenthal
Neues ePA-Update 2026: Digitaler Medikationsplan & Push-Nachrichten

Die Digitalisierung im deutschen Gesundheitswesen macht einen weiteren großen Sprung nach vorn. Für Millionen gesetzlich Versicherte gibt es ab sofort spürbare Verbesserungen bei der elektronischen Patientenakte (ePA). Mit dem neuesten Update werden zentrale Funktionen freigeschaltet, die den Umgang mit den eigenen Gesundheitsdaten im Alltag erheblich erleichtern sollen.

Zwei neue Schlüsselfunktionen für den Alltag

Wie der IT-Dienstleister BITMARCK, der die Systeme für rund 80 Prozent der gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland bereitstellt, mitteilte, stehen ab sofort zwei wesentliche Neuerungen in den ePA-Apps der Kassen bereit:

  • Digital gestützter Medikationsplan: Versicherte erhalten in ihrer App nun einen vollständigen und übersichtlichen Einblick in ihre Arzneimittel. Hier werden sowohl rezeptpflichtige als auch nicht verschreibungspflichtige Medikamente gebündelt dargestellt. Das verringert das Risiko von gefährlichen Wechselwirkungen und hilft besonders Menschen, die auf mehrere Medikamente angewiesen sind, den Überblick zu behalten.
  • Push-Benachrichtigungen: Ähnlich wie man es bereits von modernen Online-Banking-Apps kennt, informiert die ePA nun auf Wunsch aktiv per Push-Nachricht auf dem Smartphone über Neuerungen. So wissen Patienten sofort Bescheid, wenn beispielsweise ein neuer Arztbrief oder ein Laborbefund in die Akte hochgeladen wurde.

Mehr Transparenz und Sicherheit in der Pflege

Besonders für pflegende Angehörige und das Pflegepersonal stellt der neue Medikationsplan eine enorme Erleichterung dar. Bislang war die Medikamentenübersicht oft ein fehleranfälliges Papierchaos. Die digitale und stets griffbereite Übersicht auf dem Smartphone schafft nun mehr Sicherheit bei der täglichen Tablettengabe.

Forderung nach Künstlicher Intelligenz

Laut Andreas Strausfeld, dem Vorsitzenden der BITMARCK-Geschäftsführung, ist die neue Ausbaustufe ein wichtiger Schritt, um die ePA noch fester im Leben der Versicherten zu verankern. Die Push-Nachrichten würden die Akte im Alltag greifbar machen. Gleichzeitig richtet er einen Appell an die Politik: Um den Erfolg der elektronischen Patientenakte langfristig fortzuschreiben, müsse künftig auch der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) innerhalb der ePA gesetzlich gefördert und zugelassen werden.

Auch von Seiten des Entwicklungspartners RISE heißt es, dass die fristgerechte Bereitstellung der neuen Version zeige, wie flexibel und skalierbar die moderne Architektur der ePA für zukünftige Anforderungen ausgelegt sei. Das Update steht für die Versicherten der angebundenen Krankenkassen ab sofort in den App-Stores zum Download bereit.

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