Neuer e-Medikationsplan in der Patientenakte: Das ändert sich ab heute
Die Digitalisierung des deutschen Gesundheitswesens erreicht einen neuen Meilenstein: Ab heute startet die Pilotierungsphase für den neuen elektronischen Medikationsplan innerhalb der elektronischen Patientenakte (ePA). Damit soll nicht nur die Zettelwirtschaft beendet, sondern vor allem die Patientensicherheit drastisch erhöht werden.
Schrittweise Einführung bis zum Herbst
Für Millionen von Patienten, die täglich auf mehrere Medikamente angewiesen sind, war es oft ein riskantes Unterfangen, den Überblick zu behalten. Der Startschuss für den neuen elektronischen Medikationsplan (eMP), der ab heute schrittweise bei Leistungserbringern wie Arztpraxen und Apotheken eingeführt wird, verspricht hier dringend benötigte Abhilfe. Bis zum Herbst soll die erste Pilotphase laufen und wichtige Erkenntnisse für den flächendeckenden Rollout liefern.
Enorme Zustimmung bei den Versicherten
Die Erwartungen an die neue Funktion sind hoch – und die Zustimmung in der Bevölkerung ist bereits jetzt gewaltig. Laut aktuellen Erhebungen des AOK-Bundesverbands bewerten 88 Prozent der Befragten besonders die Unterstützung bei der Vermeidung von gefährlichen Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Medikamenten als sehr positiv. Auch die neu gewonnene Transparenz überzeugt: 86 Prozent schätzen den schnellen und zuverlässigen Überblick über die eigenen Medikamente, den der digitale Plan direkt auf dem Smartphone bietet.
Mehr Sicherheit für pflegende Angehörige
Ein oft übersehener, aber elementarer Aspekt der Medikamentengabe ist die Unterstützung im häuslichen Umfeld. Wenn Angehörige die Pflege und die Verabreichung von Tabletten oder Tropfen übernehmen, ist die Unsicherheit oft groß. Hier zeigt der elektronische Medikationsplan seine enormen Stärken: 85 Prozent der Befragten sind der festen Überzeugung, dass das digitale Tool die Sicherheit bei der Medikamenteneinnahme durch pflegende Angehörige massiv erhöht. Die Zeiten von unleserlichen, handschriftlichen Notizen auf veralteten Papierplänen dürften damit bald der Vergangenheit angehören.
Der Nutzwert der ePA steigt rasant
Die Einführung des eMP gilt als eines der wichtigsten Features der elektronischen Patientenakte überhaupt. Laut dem AOK-Bundesverband stellt der elektronische Medikationsplan eine entscheidende Ergänzung dar, die den praktischen Nutzwert der ePA für alle Versicherten maßgeblich steigern wird. Ärzte, Apotheker und Patienten greifen künftig auf eine einheitliche, absolut aktuelle Datenbasis zu. Dies minimiert das Risiko von Doppelverordnungen und schützt aktiv vor teils lebensbedrohlichen Medikamenten-Kombinationen.
Während die Pilotphase nun in den Praxen und Apotheken anläuft, blickt das Gesundheitswesen gespannt auf die kommenden Monate. Wenn sich das System im Alltag bewährt, wird der elektronische Medikationsplan schon bald zum unverzichtbaren Standard in der medizinischen Versorgung in ganz Deutschland werden.
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