Neuer Pflege-Master: Brandenburg bildet akademische Fachkräfte aus

Dominik Hübenthal
Akademische Pflege: Brandenburg plant Master für Community Health Nurses

Angesichts einer älter werdenden Bevölkerung und spürbarer Engpässe in der ambulanten medizinischen Versorgung geht Brandenburg neue Wege. An der Medizinischen Universität Lausitz – Carl Thiem (MUL-CT) in Cottbus soll ein zukunftsweisender Masterstudiengang für akademisch ausgebildete Pflegefachkräfte entstehen. Ziel der Initiative ist es, hochqualifizierte Fachkräfte direkt für den ländlichen Raum auszubilden und die Gesundheitsversorgung nachhaltig zu modernisieren.

Drei Schwerpunkte in einem Konzept: Der Lausitzer Weg

Das geplante Studienangebot setzt auf eine bundesweit neuartige Kombination. Während Masterprogramme in Deutschland Spezialisierungen wie Advanced Practice Nursing oder Gemeindegesundheitspflege zumeist isoliert voneinander unterrichten, bündelt der Lausitzer Ansatz zentrale Kernbereiche. Nach einem gemeinsamen generalistischen ersten Studienjahr können die Studierenden im zweiten Jahr einen von drei Schwerpunkten vertiefen:

  • Community Health Nursing: Umfassende Primärversorgung und Prävention direkt in den Kommunen, orientiert an der modernen Weiterentwicklung der traditionellen Gemeindeschwester.
  • Erweiterte Pflegepraxis (Advanced Practice Nursing): Vertiefte klinische Expertise für komplexe Krankheitsverläufe und chronisch erkrankte Menschen.
  • Notfallversorgung: Spezialisierte pflegerische Kompetenzen für Akutsituationen und Schnittstellen im Rettungswesen.

Brückenschlag zur Promotion und Starttermin

Der Studiengang soll auf dem bestehenden Bachelorstudiengang Pflegewissenschaft der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg aufbauen. Nach Angaben des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg wird der Start frühestens zum Wintersemester 2028/2029 angestrebt. Ein weiterer wichtiger Meilenstein für die Akademisierung des Berufsstandes: Nach erfolgreicher Etablierung des Masterprogramms soll an der MUL-CT in diesem Bereich auch die Möglichkeit zur Promotion geschaffen werden.

Entlastung für Praxen durch die moderne Gemeindeschwester

Die künftigen Absolventinnen und Absolventen sollen Ärztinnen und Ärzte nicht ersetzen, sondern Hausarztpraxen gezielt entlasten und als verlässliche Ansprechpartner vor Ort agieren. Wie das Ministerium betont, übernehmen Community Health Nurses wichtige Aufgaben in der Prävention, erkennen beginnende Unterversorgungen frühzeitig und begleiten pflegebedürftige sowie chronisch kranke Menschen im Alltag. Wie eine solche Versorgung konkret funktioniert, wird in der Praxis bereits im Rahmen regionaler Forschungsprojekte erprobt – unter anderem in Schwarze Pumpe und Luckau. Die Erkenntnisse aus diesen Modellprojekten fließen direkt in die Ausgestaltung des Curriculums ein, um ein tragfähiges Modell für ganz Deutschland zu schaffen.

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