OECD warnt vor Einsparungen: Warum Pandemievorsorge unverzichtbar bleibt

Djamal Sadaghiani
OECD-Bericht: Investitionen in Pandemievorsorge schützen Pflege und Wirtschaft

Nach dem Ende akuter Krisenphasen rücken andere politische Themen in den Vordergrund, doch der Schutz vor künftigen Gesundheitskrisen darf nicht in den Hintergrund geraten. Davor warnt die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in einer aktuellen Analyse. Investitionen in Vorbereitung und Reaktionsfähigkeit seien keine verzichtbaren Kostenposten, sondern essenzielle ökonomische Absicherungen, um Mensch und Wirtschaft vor drastischen Schäden zu bewahren.

Milliardenverluste und überlastete Stationen verhindern

Die Erfahrungen der COVID-19-Pandemie haben schmerzhaft verdeutlicht, wie anfällig unvorbereitete Gesundheitssysteme sind. Weltweit forderte die Krise Millionen Menschenleben und verursachte bis 2024 einen geschätzten wirtschaftlichen Schaden von rund 13,8 Billionen US-Dollar. Laut OECD-Experte Michael Müller muss die Staatengemeinschaft fest davon ausgehen, dass neue Erreger auftreten werden. Wer jetzt an Vorsorgestrukturen spare, zahle im Ernstfall ein Vielfaches drauf.

In modellierten Stresstests untersuchte die OECD verschiedene Szenarien mit Erregern wie Influenzaviren, Coronaviren oder anderen hochansteckenden Krankheitserregern. Ohne adäquate Vorbereitung und Gegenmaßnahmen drohen verheerende Konsequenzen:

  • Rasche Überlastung der Intensivmedizin: In den OECD-Ländern wären die Intensivkapazitäten bei aggressiven Infektionswellen im Schnitt bereits nach ein bis zwei Monaten vollständig erschöpft.
  • Hohe Sterblichkeit: Fehlen Impfstoffe, Schutzkleidung oder wirksame Therapien, könnten schwere Ausbrüche dramatische Todesraten verursachen.
  • Wirtschaftlicher Einbruch: Fehlzeiten, Lockdowns und der Zusammenbruch von Lieferketten schwächen das Bruttoinlandsprodukt nachhaltig.

Pflege und Kliniken müssen dauerhaft resilient sein

Gerade für Pflegeeinrichtungen, Krankenhäuser und ambulante Dienste bedeuten diese Erkenntnisse einen klaren Handlungsauftrag an die Gesundheitspolitik. Während der vergangenen Pandemie standen Pflegekräfte an vorderster Front und trugen die Hauptlast von Materialknappheit, personellen Engpässen und Infektionsrisiken bei vulnerablen Gruppen.

Um für künftige Herausforderungen gewappnet zu sein, empfiehlt die OECD nachhaltige Investitionen in personelle Reserven, die Digitalisierung des Gesundheitswesens und stabile Lieferketten für Medizinprodukte. Pandemievorsorge dürfe nicht erst im Moment des Ausbruchs beginnen. Sie erfordert verlässliche Notfallpläne, kontinuierliche Schulungen für Pflegefachkräfte und krisenfeste Versorgungsstrukturen, die auch bei extremen Belastungsspitzen standhalten.

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