Patientenrechte-Reform: AOK fordert schnelles Handeln der Politik

Djamal Sadaghiani
Patientenrechtegesetz: AOK drängt auf schnelle Reform durch die Politik

Wenn es nach einer medizinischen Behandlung zu unerwarteten Komplikationen oder gar Schäden kommt, stehen Betroffene oft vor einer immensen Belastung – nicht nur gesundheitlich, sondern auch juristisch. Die Durchsetzung von Schadensersatzansprüchen bei Behandlungsfehlern ist aktuell ein langwieriger und kräftezehrender Prozess. Nun kommt jedoch neue Bewegung in die politische Debatte um das Patientenrechtegesetz.

AOK unterstützt Vorstoß der Grünen

Die Bundestagsfraktion der Grünen hat eine Initiative zur grundlegenden Reform der Patientenrechte gestartet. Ein Schritt, der auf breite Zustimmung auf Seiten der Krankenkassen stößt: Wie der AOK-Bundesverband anlässlich einer aktuellen Anhörung im Gesundheitsausschuss des Bundestages betont, begrüÑe man den Vorstoß ausdrücklich. Gleichzeitig mahnt die AOK an, bei diesem wichtigen Thema nun zügig „ vom Reden ins Handeln zu kommen“. Die derzeitige rechtliche Situation sei für viele geschädigte Patienten nach wie vor unzureichend.

Warum eine Reform dringend notwendig ist

Das seit dem Jahr 2013 bestehende Patientenrechtegesetz hat zwar wichtige grundlegende Standards geschaffen, weist in der täglichen Praxis jedoch erhebliche Lücken auf. Patienten, die einen Behandlungsfehler vermuten, tragen in der Regel die volle Beweislast. Sie müssen nicht nur stichhaltig nachweisen, dass ein medizinischer Fehler passiert ist, sondern auch belegen, dass genau dieser Fehler direkt für ihren gesundheitlichen Schaden verantwortlich ist. Für medizinische Laien ist dies oft eine schier unlösbare Aufgabe, die zu jahrelangen Rechtsstreitigkeiten föhrt.

Die möglichen Verbesserungen im Überblick

Patientenschützer und Kassen fordern daher schon lange konkrete Nachbesserungen am Gesetz. Eine ganzheitliche Reform könnte folgende entscheidende Veränderungen für Versicherte bringen:

  • Beweislasterleichterung: Eine fairere Verteilung der Beweislast, damit Patienten im Schadensfall nicht allein in der juristischen Bringschuld stehen.
  • Besserer Aktenzugang: Ein unkomplizierterer, digitaler und schnellerer Einblick in die eigenen Behandlungsunterlagen ohne unnötige Hürden.
  • Stärkere Unterstützung: Ein Ausbau der gesetzlichen Pflichten von Krankenkassen, ihre Versicherten bei einem Verdacht auf Behandlungsfehler noch intensiver und ressourcenstärker zu begleiten.
  • Härtefallfonds: Die vieldiskutierte Einrichtung eines Fonds für Patienten, die durch Behandlungsfehler in existenzielle oder finanzielle Not geraten sind, um schnelle Hilfe zu gewährleisten.

Krankenkassen als Partner der Patienten

Bereits heute unterstützen die gesetzlichen Krankenkassen ihre Versicherten bei der Aufklärung von vermutetem Ärztepfusch. Sie holen beispielsweise kostenfreie medizinische Gutachten beim Medizinischen Dienst ein und beraten die Betroffenen intensiv. Doch auch die Kassen stoßen bei der Durchsetzung von Patientenrechten immer wieder an rechtliche Grenzen. Eine Reform würde nicht nur den Betroffenen selbst, sondern auch den unterstützenden Kassen eine deutlich bessere rechtliche Handhabe geben.

Die aktuellen Beratungen im Gesundheitsausschuss könnten nun den Weg für handfeste Gesetzesänderungen ebnen. Für Millionen von Versicherten in Deutschland wäre dies ein elementares Signal: Wer im Gesundheitssystem Schaden nimmt, darf beim Kampf um sein gutes Recht nicht alleingelassen werden.

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