Polykrise statt Resilienz: Warum die psychische Belastung ab 40 Jahren drastisch zunimmt

Benedikt Hübenthal
Studie: Psychische Belastung bei Menschen ab 40 steigt drastisch

Menschen ab 40 Jahren in Deutschland geraten zunehmend an ihre psychischen Belastungsgrenzen. Während viele die erste Phase der Corona-Pandemie noch relativ gut wegsteckten, zeigt eine aktuelle Studie des Deutschen Zentrums für Altersfragen (DZA) nun ein alarmierendes Bild: Die Überlagerung zahlreicher gesellschaftlicher Krisen hinterlässt tiefe Spuren in der mentalen Gesundheit der zweiten Lebenshälfte.

Wenn Krisen kein Ende nehmen

Laut dem Deutschen Zentrum für Altersfragen haben sich die zentralen Indikatoren für das Wohlbefinden seit dem Jahr 2021 deutlich verschlechtert. Die Auswertungen des renommierten Deutschen Alterssurveys belegen, dass die Lebenszufriedenheit sinkt, während Einsamkeit und depressive Symptome stark ansteigen. Besonders das Jahr 2024 sticht in den Daten negativ hervor: Hier fiel der Anstieg depressiver Verstimmungen noch massiver aus als in den Vorjahren.

Die sogenannte "Polykrise" und ihre Folgen

Die Forschenden machen für diese besorgniserregende Entwicklung die sogenannte Polykrise verantwortlich. Dabei handelt es sich nicht um ein einzelnes, zeitlich begrenztes Ereignis, sondern um die andauernde Gleichzeitigkeit schwerer Belastungen. Dazu zählen unter anderem:

  • Der anhaltende Krieg in der Ukraine
  • Energieunsicherheit und hartnäckige Inflation
  • Steigende Lebenshaltungskosten, die das Ersparte bedrohen
  • Zunehmende politische Polarisierung in der Gesellschaft

Diese Faktoren bleiben längst nicht mehr nur abstrakte Themen aus den Nachrichten. Sie greifen tief in den Alltag der Menschen ein, schüren existenzielle Zukunftssorgen und zehren die psychischen sowie sozialen Bewältigungsressourcen auf. Während frühere Krisen oft nur vorübergehende Dellen im psychosozialen Wohlbefinden hinterließen, droht nun ein Zustand der permanenten Erschöpfung.

Ein Warnsignal für Gesellschaft und Pflege

Für Angehörige, Pflegekräfte und das familiäre Umfeld ist diese Entwicklung ein ernstzunehmendes Warnsignal. Wenn die psychische Widerstandsfähigkeit – die sogenannte Resilienz – schwindet, steigt das Risiko für chronische und psychosomatische Erkrankungen. Das DZA betont, dass die Polykrise zu einer dauerhaften Belastungsprobe werden kann.

Gerade Menschen, die ohnehin schon durch Pflegeverantwortung im familiären Kreis gefordert sind, drohen unter dem zusätzlichen Druck der gesellschaftlichen Großwetterlage zusammenzubrechen. Experten fordern daher, psychosoziale Hilfsangebote weiter auszubauen und das Bewusstsein für die mentale Gesundheit in der zweiten Lebenshälfte zu schärfen. Es gilt nun mehr denn je, im Alltag aufeinander achtzugeben und bei anhaltenden Belastungen frühzeitig professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Brauchen Sie Unterstützung bei der Pflege?

PflegeHelfer24 ist Ihr verlässlicher Partner. Entdecken Sie unsere Ratgeber oder lassen Sie sich kostenlos zu Pflegehilfsmitteln, Treppenliften und Zuschüssen beraten.