Rheuma kostet ab 50 massiv gesunde Arbeitsjahre
Wer an Rheuma oder anderen Erkrankungen des Bewegungsapparates leidet, spürt die Auswirkungen oft tagtäglich. Doch wie stark diese Leiden tatsächlich die berufliche Laufbahn und die Lebensqualität im Alter beeinträchtigen, verdeutlicht nun eine groß angelegte europäische Untersuchung. Demnach büßen Betroffene ab dem 50. Lebensjahr drastisch an gesunden Erwerbsjahren ein.
Die erschreckende Bilanz ab 50
Eine umfassende Datenanalyse aus 19 europäischen Ländern bringt alarmierende Zahlen ans Licht: Menschen mit rheumatischen und muskuloskelettalen Erkrankungen haben im Vergleich zu gesunden Gleichaltrigen deutlich weniger sogenannte „gesunde Erwerbsjahre“ vor sich. Sobald die Marke von 50 Jahren überschritten ist, klafft die Schere zwischen Erkrankten und Nicht-Erkrankten massiv auseinander.
Die Untersuchung stützt sich auf Langzeitdaten renommierter Erhebungen, darunter der „Survey of Health, Ageing and Retirement in Europe“ (SHARE) und die „English Longitudinal Study of Ageing“ (ELSA). Die Ergebnisse lassen aufhorchen:
- In gleich sechs der untersuchten europäischen Staaten schrumpft die verbleibende gesunde Arbeitszeit für Rheuma-Patienten auf 50 Prozent oder weniger zusammen.
- Besonders drastisch zeigt sich die Situation in Österreich: Hier haben Betroffene ab 50 im Durchschnitt nur noch 2,6 gesunde Erwerbsjahre vor sich.
- Das entspricht in Österreich lediglich rund 43 Prozent der Zeit, die Menschen ohne derartige Gelenk- oder Muskelerkrankungen noch gesund im Berufsleben verbringen.
Bildung und Bewegung als entscheidende Faktoren
Die Forscher identifizierten zudem klare Risikofaktoren, die den vorzeitigen Ausfall aus dem gesunden Arbeitsleben begünstigen. So zeigte sich länderübergreifend, dass ein niedrigeres Bildungsniveau mit noch weniger gesunden Erwerbsjahren einhergeht. Ebenso spielt der Lebensstil eine gewichtige Rolle: In 16 Ländern wiesen Betroffene, die als körperlich inaktiv eingestuft wurden, signifikant schlechtere Prognosen auf.
Gesellschaftliche Herausforderung und Handlungsbedarf
Die Ergebnisse unterstreichen die enorme Belastung, die rheumatische Erkrankungen nicht nur für den Einzelnen, sondern auch für die Gesellschaft und die Wirtschaft darstellen. Angesichts des demografischen Wandels und des allgegenwärtigen Fachkräftemangels wird deutlich, dass dringend gehandelt werden muss.
Gesundheitsexperten fordern nun gezielte politische Maßnahmen und Interventionen am Arbeitsplatz. Ziel muss es sein, die Arbeitsbedingungen so anzupassen und präventive Gesundheitsangebote so auszubauen, dass Menschen mit Gelenk- und Muskelerkrankungen länger gesund und schmerzfrei am Berufsleben teilhaben können. Denn die Unterschiede zwischen den Ländern sowie die Einflussfaktoren Bildung und Bewegung zeigen deutlich: Ein vorzeitiges berufliches Aus ist kein unausweichliches Schicksal, sondern ein Bereich, in dem Prävention und gezielte Unterstützung einen echten Unterschied machen können.
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